Schauspieler Sieghardt Rupp verstorben – Retrospektive im Filmarchiv in Wien

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Der vielseitige Schauspieler starb bereits 2015
Der vielseitige Schauspieler starb bereits 2015 - © APA
Das Filmarchiv Austria lieferte nun die Bestätigung für Gerüchte, die es schon seit Längerem gab: Schauspieler Sieghardt Rupp ist verstorben. Das Haus ehrt ihn mit einer Retrospektive.

Rupp ist bereits am 20. Juli 2015 mit 84 Jahren in Wien verstorben, wie die Wiener Stadtzeitung der “Falter” in der Vorwoche sowie der “Kurier” am Sonntag berichtet haben. Das Filmarchiv würdigt den Film-, TV- und Theaterstar nun vom 1. bis 28. Juni mit einer Retrospektive.

Erfolge von Sieghardt Rupp

Sieghardt Rupp wurde am 14. Juni 1931 in Bregenz geboren. Das Studium an der Hochschule für Welthandel in Wien (heute Wirtschaftsuni) brach der Sohn eines Schuldirektors bald ab und wechselte an das Max Reinhardt-Seminar. Nach Engagements am Stadttheater Klagenfurt, am Landestheater Linz und am Volkstheater Wien wurde er an die Josefstadt verpflichtet, nebenbei führten ihn Gastspiele in den Sommermonaten zu diversen Freilichtspielen (Bad Hersfeld, Wunsiedel, Melk, Stockerau, Perchtoldsdorf).

Eine seiner ersten Filmrollen spielte er 1959 in dem Revuegirl-Reißer “Mädchen für die Mambo-Bar” unter Regisseur Wolfgang Glück (“Schüler Gerber”, “38 – Auch das war Wien”). Ab den 1960ern versuchte man Rupp unter dem Namen Tommy Rupp in Heimatfilmen wie “Die Försterchristl” zum Mädchenschwarm aufzubauen, in Rollenklischees lies der sich allerdings nicht pressen. Mit dem Film “Unter Geiern” wechselte er 1964 etwa ins Western-Genre, in dem er mit “Für eine Handvoll Dollar” als Bösewicht Esteban Rocco unter Sergio Leone auch international bekannt wurde.

Ehrung mit Retrospektive im Filmarchiv Austria in Wien

Erfolg hatte er aber auch mit Komödien (etwa “Die große Sause” mit Louis de Funes, 1966), Kriegsfilmen (“Steiner – das Eiserne Kreuz” mit Richard Burton, Robert Mitchum, Rod Steiger; 1977) und Literaturverfilmungen wie “Lulu” (1962) an der Seite von Hildegard Knef und Mario Adorf. Den Helden beherrschte er ebenso wie den Schurken. Endgültig zum Star im deutschsprachigen Raum wurde er schließlich in den 1970ern durch seine Rolle als Zollfahnder Kressin im “Tatort”.

Nach dem Ausstieg aus dem “Tatort” arbeitete Rupp wieder vermehrt auf der Theaterbühne und lehrte ab 1986 auch am Reinhardt-Seminar im Fach “Rollengestaltung”. Für seine Darstellung des Dirigenten Willhelm Furtwängler im Theater in der Josefstadt von 1997 wurde er mit der Kainz-Medaille ausgezeichnet. Ende der 1990er zog Rupp sich schließlich komplett aus dem Theater- und Filmgeschäft zurück. Zuletzt lebte er sehr zurückgezogen, selbst sein Tod wurde laut “Kurier” auf seinen Wunsch hin nicht bekanntgegeben. Bei den Vorbereitungen der Retrospektive anlässlich von Rupps 85. Geburtstag habe das Filmarchiv nun erfahren, dass der Jubilar nicht mehr am Leben ist.

Mehr zur Retrospektive für Sieghardt Rupp im Filmarchiv Austria lesen Sie hier.

(apa/red)

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