Salzburg Sportdirektor Christoph Freund: “Bei der Umsetzung gibt es noch Luft nach oben”

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Christoph Freund, Sportchef von Red Bull Salzburg, “will die Saison nicht schönreden” und sieht Rapid vor dem Bundesliga-Schlager am Sonntag unter Druck.

Das Duell zwischen Rapid und Red Bull Salzburg zum Abschluss der 29. Bundesligarunde am Sonntag (15:00 Uhr, live auf ORF eins, Sky und im VIENNA.at-Liveticker) birgt einige Brisanz. Mit einem Sieg könnte der Titelverteidiger den Vorsprung auf Grün-Weiß auf sieben Punkte ausbauen. Christoph Freund sieht es aber recht entspannt. “Im vergangenen Jahr hatten wir nach 28 Runden einen Punkt mehr als jetzt”, betonte Salzburgs Sportdirektor.

Tatsächlich sah die Tabellensituation am 28. Spieltag im Vorjahr ähnlich aus: Salzburg hatte 55 Punkte am Konto, Rapid als erster Verfolger 49. Allerdings war damals das letzte direkte Saisonduell der beiden Klubs bereits absolviert – es endete am 12. April in Wien nach einer 3:0-Pausenführung der Gäste mit 3:3.

Salzburgs Sportchef Freund: “Sind schwer in die Gänge gekommen”

Freund sieht auch diesmal den Druck bei den Wienern. “Wir haben eine gute Ausgangsposition und hätten das zuvor unterschrieben, wenn wir mit vier Punkten Vorsprung nach Wien fahren”, erklärte der 38-Jährige. Schließlich habe man “eine turbulente Saison mit vielen Tiefschlägen” hinter sich. “Ich will die Saison nicht schönreden. Aber für uns war es ein großer Umbruch, wir sind schwer in die Gänge gekommen, und oft war es knapper, als wir es gewohnt waren.” Die logische Folge: “Es gibt heuer halt keinen Durchmarsch.”

Dass Salzburg unter dem im Winter verpflichteten spanischen Trainer Óscar García nicht mehr ganz dem unter Roger Schmidt geübten Pressing Marke Ralf Rangnick entspricht, führt Freund unter anderem auf Veränderungen beim Personal zurück. “Natürlich bringt er selbst eine andere Note ins Spiel. Und es hängt eben auch ein bisschen vom Spielermaterial ab. Wir haben in den vergangenen eineinhalb Jahren viele Spieler gegen gutes Geld abgegeben”, sagte er.

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Posted by FC Red Bull Salzburg on Donnerstag, 31. März 2016

Die Weiterentwicklung sei jedenfalls “ganz normal. Wenn sich die Gegner darauf einstellen, muss man auch gewisse andere Varianten einbauen”, betonte Freund. Nach wie vor gelte aber: “Das vertikale Spiel, hohes Verteidigen, schnelles Rückerobern des Balls haben weiter oberste Priorität.” Auch wenn er einräumt: “Bei der Umsetzung gibt es noch Luft nach oben.” Personelle Brüche sollen im Sommer jedenfalls vermieden werden. “Ziel ist absolut, dass wir den Stamm zusammenhalten”, bekräftigte Freund, der nicht zuletzt auch die endgültige Genesung von Christoph Leitgeb und Reinhold Yabo herbeisehnt.

Keïta längst auf dem Zettel internationaler Großklubs

Die große Frage, ob Kreativmotor Naby Keïta den Salzburgern erhalten bleibt, wird wohl noch eine Zeitlang ungeklärt bleiben. Freund übt sich freilich in Optimismus: “Wir gehen schon fest davon aus, dass er im Sommer bei uns bleibt.” Über kurz oder lang wird Keïta aber den Weg zu wesentlich größeren Klubs suchen, das weiß auch Freund: “Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, der in den nächsten ein, zwei Jahren sicher den nächsten Schritt machen wird.” Ein Schritt, der Salzburg aber in jedem Fall viel einbrächte – egal, ob Keita bei RB Leipzig oder einer absoluten Topadresse vom Schlage Arsenals landet. Denn der Vertrag mit dem Regisseur wurde erst Anfang März bis 2021 verlängert.

Welche Rolle Keïta gegen Rapid spielen kann, bleibt abzuwarten. Nach seiner Malariaerkrankung wies er im Februar und März noch körperliche Defizite auf. “Wir hoffen, dass er wieder in Vollbesitz seiner Kräfte kommt”, sagte Freund. Zuletzt gab es freilich einen kleinen Rückschlag. Nach seinem Einsatz für Guinea im Qualifikationsheimspiel des afrikanischen Nationencups gegen Malawi (0:0) über 80 Minuten wurde der 21-Jährige am vergangenen Freitag ein Opfer der großen Hitze und kollabierte im Hotel. “Guinea hat auf seinem Abstellungsrecht beharrt, und wir konnten Naby das auch nur schwer abschlagen, er ist schließlich Spieler des Jahres in Guinea”, meinte Freund, der aber schließlich intervenierte und die Heimkehr Keitas am Sonntag erreichte.

Salzburger Personalüberlegungen

Ob es eine Heimkehr des an Borussia Mönchengladbach verliehenen ÖFB-Teamverteidigers Martin Hinteregger gibt, ist ebenfalls offen. Der deutsche Bundesligist hat laut Freund bis Ende der Saison Zeit, die Option auf den langjährigen Salzburg-Kicker zu ziehen. “Das liegt jetzt gerade nicht in unserer Hand. Wir werden ja sehen, wie es bei ihm geht, dann kann man schon eine Tendenz erkennen.” Auf der Innenverteidigerposition sehe man aber ohnehin “keinen Handlungsbedarf”.

Wie es mit den ausgeliehenen Spielern Omer Damari (RB Leipzig) und Hany Mukhtar (Benfica Lissabon) weitergeht, darauf wollte sich Freund nicht festlegen. “Wir müssen schauen, was sie noch zeigen. Zuletzt sind sie ja nicht so oft zum Einsatz gekommen, Mukhtar hat aber bei Deutschlands U20 zuletzt zwei sehr gute Spiele gemacht.”

(APA, Red.)

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