Roger Cicero sorgte für gelungenen Auftakt des 25. Jazz Fests in Wien

Am 1. Juli ist Roger Cicero in der Wiener Staatsoper aufgetreten.
Am 1. Juli ist Roger Cicero in der Wiener Staatsoper aufgetreten. - © APA
Das 25. Jazz Fest Wien wurde am Mittwochabend mit einem überzeugenden Auftritt von Roger Cicero und seiner Band in der Staatsoper eingeläutet. Der deutsche Pop-Sänger und ehemalige ESC-Teilnehmer präsentierte Neuinterpretationen seiner Lieblingssongs.

Statt Hits wie “Frauen regier’n die Welt” oder “Zieh die Schuh aus” hat der Jazzpianisten-Sohn Cicero dafür ein “Sammelsurium seiner absoluten Lieblingstitel” aus Pop und Jazz in petto. Darunter Jazz-Versionen von Nummern wie “Shower the People” von James Taylor, das gefühlvolle “Keep It Loose, Keep It Tight” von Amos Lee, bei denen Ciceros Stimme dahinschmilzt oder das Funk-lastige “Boogie On Reggae Woman” von Stevie Wonder, zu dem der Crowd-Pleaser die Gäste in der Staatsoper aufstehen und mitklatschen lässt. Damit hat er die Standing Ovations auch schon für sich gepachtet.

Starke Musiker auf der Staatsopern-Bühne

Doch trotz der nach ihm benannten Jazz-Erfahrung stellt sich der Deutsche nicht allein in den Mittelpunkt des Geschehens. So lässt er seine Stimme die zahlreichen Soli der anderen Musiker im Hintergrund begleiten oder untermalt mit leichtem Scat-Gesang die minutenlangen instrumentalen Einlagen. Dabei überzeugen Matthias Meusel am Schlagzeug, Herve Jeanne am Kontrabass und Maik Schott am Piano.

Auch Cicero selbst zeigt, was er musikalisch drauf hat. Mit nur einem Hauch deutschen Akzents zeigt er seine Meisterschaft des Sprechgesangs oder lässt seine Stimme bescheiden ihre Rolle im Ensemble einnehmen, bevor sie den ganzen Saal ausfüllt. Bei James Moodys “Moody’s Mood” singt er sowohl den männlichen als auch den weiblichen Part eines Duetts, kreischt dabei leidenschaftlich und bedankt sich danach mit einem Knicks für den regen Applaus. Für seinen Auftritt leger in T-Shirt, Anzug und Schirmmütze gekleidet, zeigt der deutsche Genre-Wanderer Ehrfurcht vor den Brettern, die er und seine Band bespielen: “Alleine die Vorstellung, wer schon alles auf dieser Bühne stand.. Und nun wir. Dankeschön!” Und mit tempolastigen Nummern, lustvollem Gesang und energiegeladenen Soli zeigt die Roger Cicero Jazz Experience auch, dass sie sich dort gut macht.

Zweistündiges Konzert von Roger Cicero

Nach fast zwei Stunden und drei Zugaben, darunter auch eine fast heitere, minimalistische Version vom Beatles-Hit “The Long and Winding Road”, endet die Erfahrung mit einer emotionsgeladenen Jazz-Performance des australischen Volkslieds “Waltzing Matilda”, bei der Cicero mit eindrucksvoller Geste das Mikro herunternimmt und ohne Verstärker in den Saal trällert. Das Publikum belohnt die Show mit einer Standing Ovation, vor der sich dann auch Sänger und Band tief verneigen. (APA)

>> Das gesamte Jazz Fest-Programm im Überblick.

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen