Richard Lugner sammelt bis zur letzten Minute Stimmen

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BP-Wahl: Lugner nimmt Nachfrist in Anspruch
BP-Wahl: Lugner nimmt Nachfrist in Anspruch - © APA
Richard Lugner nimmt die Nachfrist in Anspruch: Noch hat der Baumeister nicht die nötigen Stimmen zusammen.

Die nötigen 6.000 Unterstützungserklärungen hat er allerdings noch nicht beisammen, wie er beim Eintreffen in der Herrengasse eingestand. “Es ist eine Zitterpartie.” “Wir hoffen, dass wir am Montag/Dienstag auf 6.000 kommen”, bekräftigte Lugner, die mögliche Nachfrist nutzen zu wollen. Derzeit habe man erst etwa 5.000 Unterschriften. Kurz verzögert wurde der Beginn der Amtshandlung von einem lautstarken Feueralarm, der ausgerechnet los ging, als Lugner den Lift in Richtung Wahlabteilung betrat. Der Annahmeschluss um 17.00 Uhr war allerdings nicht gefährdet, denn Lugner war bereits eine Viertel Stunde vor dem avisiertem Termin im Innenministerium erschienen.

Lugner und Marschall mögliche Kandidaten

“Wir werden die Nachfrist in Anspruch nehmen”, kündigte der Sprecher an, bis Dienstag noch weitere Unterstützungserklärungen sammeln zu wollen. Am Freitag einreichen wird man demnach bis zu 5.000 – die restlichen 1.000 müssten also nachgebracht werden.

RICHARD LUGNER – geboren am 11. Oktober 1932 in Wien, Ingenieur, Baumeister, Einkaufszentrumsbetreiber und Societylöwe

Der selbst ernannte “Kasperl” des Wahlkampfs wäre mit 83 Jahren der älteste Kandidat. Der berufliche Aufstieg des Wieners begann in den 1960er-Jahren, als er sich mit einer damals noch kleinen Firma auf die Renovierung von Alt-Bauten spezialisierte. Bekannt ist der Shoppingcenter-Besitzer auch für seine Schwäche für Frauen.

Aktuell lebt er in fünfter Ehe mit einer 26-jährigen Deutschen namens Cathy zusammen, einem ehemaligen Playboy-Model. Er hat zwei Söhne und zwei Töchter aus drei Verbindungen. 18 Jahre nach seinem ersten Hofburg-Versuch, bei dem Lugner 9,91 Prozent der Stimmen erhielt, hofft der Stammgast des Wiener Opernballs auf die Politikverdrossenen.

Experten trauen ihm eine Wiederholung des Achtungserfolg von 1998 aber nicht zu und sehen seine Kandidatur eher als Show. Passend dazu strahlt der Privatsender ATV ab nächster Woche eine Doku-Soap “Die Lugners: Mörtel for Präsident?” aus. Das neuerliche Antreten des Societylöwen ist übrigens noch nicht fix: Erst nach Ablauf der Nachfrist am Dienstag wird klar sein, ob Lugner genügend Unterstützungserklärungen gesammelt hat. Das Scheitern auf der Politikbühne ist ihm nicht unbekannt. Seine Partei “Die Unabhängigen” ging bei der Nationalratswahl 1999 mit nur einem Prozent der Stimmen sang- und klanglos unter.

ROBERT MARSCHALL – geboren am 5. März 1966 in Wien, Magister (Betriebswirtschaftslehre), Herausgeber wien-konkret.at, Parteiobmann der EU-Austrittspartei

Nach einem überraschend guten Ergebnis bei der EU-Wahl 2014 hat sich Robert Marschall entschlossen, bei der Bundespräsidentenwahl antreten zu wollen. Der 50-jährige Wiener machte – nach abgeschlossenem Wirtschaftsstudium – zunächst Karriere als Manager in der Mobilfunkbranche. 2005 wurde er Herausgeber der Wiener Stadtinfo-Website wien-konkret.at.

Gleichzeitig engagierte er sich als Konsumentenschützer – mit einem eigenen Verein für Mobilfunkkunden – und in der Anti-EU-Bewegung. Im September 2011 wurde er Obmann der EU-Austrittspartei – und sammelte Wahlerfahrung: Bei der Nationalratswahl 2013 reichte es nur für die Kandidatur in Vorarlberg und damit magere 0,01 Prozent.

Bei der EU-Wahl 2014 gelang ihm als Spitzenkandidat der Liste EU-STOP mit 2,76 Prozent zwar kein Mandat, aber das beste Ergebnis der Kleinparteien. Bei den Wiener Bezirksvertretungswahlen im Oktober 2015 überzeugte EUAUS in Summe rund 3.300 Wähler (0,38 Prozent). Ob er am 24. April am Stimmzettel stehen wird, ist noch nicht klar. Denn Marschall hat zwar seinen Wahlvorschlag schon eingereicht, den Medien – zu denen er ein angespanntes Verhältnis hat – aber nicht verraten, ob er schon die nötigen 6.000 Unterschriften hat.

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(APA)

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