Razzia in allen Justizanstalten: Viele Handys, weniger Waffen gefunden

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Große Razzia in den Justizanstalten.
Große Razzia in den Justizanstalten. - © APA
Was man so alles findet: Am Montag wurden in sämtlichen 27 österreichischen Justizanstalten Razzien durchgeführt. Ziel der Beamten war es, dem Schmuggel illegaler Gegenstände entgegenzutreten. Sie wurden mitunter auch sehr fündig.

Bei der großen Razzia sind 103 Handys und 65 Hieb- und Stichwaffen sichergestellt worden. Darüber hinaus fanden Justizwache und Polizei in 96 Fällen Suchtmittel. Das gab das Justizministerium bekannt.

Die Razzia wurde im Auftrag von Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) durchgeführt und hatte den Zweck, dem Schmuggel illegaler Gegenstände entgegenzutreten. Betroffen waren rund 3.000 Insassen, der Schwerpunkt der Aktion lag in den Justizanstalten Stein, Graz-Karlau, Suben und Wien-Simmering. In diesen vier Gefängnissen waren 572 der 1.686 Justizwachebeamten im Einsatz, die für die Razzia aufgeboten wurden. Unterstützt wurden sie von elf Polizisten mit Spürhunden.

Razzia: Hafträume wurden gründlich durchsucht

Durchsucht wurden Räume, in denen sich Insassen aufhalten, und Arbeitsstätten, in denen diese tagsüber beschäftigt sind. “Die Hafträume wurden gründlich untersucht, das bedeutet, dass nicht nur das Mobiliar und die Matratzen durchsucht wurden sondern insbesondere auch sorgfältig nach Versteckmöglichkeiten z. B. auch unter Abdeckungen, hinter Steckdosen, hinter Dämmfugen etc. gesucht wurde. Zusätzlich wurden Leibesvisitationen durchgeführt”, teilte das Ministerium mit.

Derzeit ist die Justizwache damit beschäftigt, die sichergestellten illegalen Gegenstände ihren – früheren – Besitzern zuzuordnen. Wo das möglich ist, “wird ein Ordnungsstrafverfahren eingeleitet. Allfällige weitere Maßnahmen hängen vom Einzelfall ab”, sagte Ministeriumssprecherin Britta Tichy-Martin.

Der Schmuggel von Handys und Suchtmitteln hatte erst in jüngster Zeit für Aufsehen gesorgt. Am 21. Jänner setzte es am Landesgericht Steyr nicht rechtskräftige Schuldsprüche für eine frühere Justizwachebeamtin, einen Verwandten der Frau und einen Häftling, die die verbotenen Objekte bzw. Substanzen in die Justizanstalt Garsten geschleust und dort verkauft hatten.

Justizanstalt-Häftlinge hatten brandneue Handys

Zuvor hatte ein im Dezember 2015 zu Ende gegangener Prozess wegen Handyraubs in der Strafanstalt Simmering Einblick in den Alltag in diesem Gefängnis gewährt: “Jeder hatte eins. Nicht irgendeins. Ein neues Samsung Galaxy und so”, sagte ein Insasse als Zeuge aus.

Ein anderer erinnerte sich, dass es in seiner Zelle so viele Handys gab, “dass es keinen Platz mehr zum Verstecken gegeben hat”. Also habe man zwei Handys in eine Nachbarzelle “weggeborgt”.

(APA)

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