Rapid Wien-Pleite: Austria Wien holt sich Premierensieg im Allianz-Stadion

Jubel der Austria Spieler nach dem 0:2 gegen Rapid
Jubel der Austria Spieler nach dem 0:2 gegen Rapid - © APA/HERBERT P. OCZERET
Eine unrühmliche erste Bundesliga-Heimniederlage erlitt Rapid Wien beim Wiener Derby im neu eröffneten Allianz-Stadion. Die Grün-Weißen mussten sich am Sonntag der Austria 0:2 (0:1) geschlagen geben und verloren zudem Stefan Schwab und Stephan Auer wegen Verletzungen.

Für die Austria war es der 116. Derby-Sieg insgesamt und der erste in Hütteldorf seit dem 17. Februar 2013 (2:1). Raphael Holzhauser (37. Minute), der trotz einer Bänderverletzung im Knöchel das Vertrauen von Austria-Coach Thorsten Fink bekam, brachte die Violetten mit einem souverän verwandelten Elfmeter in Führung. Vorausgegangen war ein umstrittener Pfiff von Schiedsrichter Harald Lechner, der ein Foulvergehen von Mario Sonnleitner an Alexander Grünwald gesehen hatte.

Rapid vergab hochkarätige Chancen, in der Defensive anfällig

Der Rekordmeister war in der ersten Hälfte das klar bessere Team und vergab zahlreiche Torchancen. Nach dem 2:0 durch Grünwald (48.), bei dem die ersatzgeschwächte Rapid-Defensive regelrecht vorgeführt wurde, erfing sich die Truppe von Trainer Mike Büskens jedoch nicht mehr. Die viertplatzierte Austria, die im fünften Pflichtspiel en suite ungeschlagen blieb, brachte den Vorsprung über die Zeit. Es war der erste Derby-Erfolg seit 25. Oktober 2015 (2:1), also seit fast exakt einem Jahr.

In der Tabelle verringerten die “Veilchen” den Rückstand auf Tabellenführer Sturm Graz auf sieben Zähler. Rapid, das die vergangenen drei Derbys gewonnen hatte, hat als Fünfter zwölf Punkte weniger auf dem Konto als die Steirer. Die Niederlage war Rapids sechste Partie in Folge in Meisterschaft und Europa League ohne Sieg.

 Hütteldorfer setzten auf neue Abwehr

Die Hausherren begannen mit einer fast komplett erneuerten Abwehr. Sonnleitner und Maximilian Hofmann bildeten anstelle der verletzten Christopher Dibon und Christoph Schößwendter die Abwehrzentrale. Für Sonnleitner war es der erste Einsatz in einem Pflichtspiel in dieser Saison. Schößwendter, bei dem eine Bänderverletzung im Sprunggelenk diagnostiziert worden war, saß überraschend auf der Bank. Links übernahm Auer für Thomas Schrammel, dem am Donnerstag gegen Sassuolo ein Eigentor unterlaufen war.

Fink wartete mit zwei Änderungen gegenüber dem 3:3 in der Europa League gegen AS Roma auf: Statt des verletzten Robert Almer stand Osman Hadzikic im Tor, in der Innenverteidigung nahm der in Rom gesperrte Lukas Rotpuller anstelle von Patrizio Stronati Aufstellung.

Nach einer ersten gefährlichen Situation im Rapid-Strafraum bei einem Kayode-Stanglpass (3.) übernahmen die Hütteldorfer in der ausverkauften Heimstätte allmählich das Kommando. Im Angriff fehlte es vorerst an Dynamik. Ein Fernschuss von Joelinton (15.) war nicht mehr als ein erstes Lebenszeichen.

Stärkste Phase für Rapid Wien

Konkreter wurden die Grün-Weißen in der 30. Minute. Zunächst setzte Arnor Ingvi Traustason Joelinton mit einem Heber in Szene, dessen Schuss fiel aber harmlos aus. Zwei Minuten später wurde der Brasilianer von Christoph Martschinko entscheidend beim Kopfball gestört. Der Ex-Austrianer Thomas Murg (34.) verzog daraufhin im Strafraum, Louis Schaub (35.) kam nach weiter Murg-Vorlage nicht an den Ball.

In diese stärkste Phase der Rapidler fiel der Gegenstoß, der zur Austria-Führung führte. Grünwald ging mit weit gesenktem Kopf zum Ball, diesen traf auch Sonnleitner, wie die TV-Bilder belegten. Lechner entschied sofort auf Strafstoß.

Verletzt: Team-Kapitän Schwab

Die größte Rapid-Chance ließ in der 43. Minute Schaub nach Joelinton-Pass aus. Mit dem rechten Fuß scheiterte er an Hadzikic. Beim Nachschuss verletzte sich Kapitän Schwab und wurde noch vor dem Pausenpfiff durch Tamas Szanto ersetzt. Auer knickte zu Beginn der zweiten Hälfte um und musste ebenfalls vom Feld.

Totale Unordnung in der Rapid-Heimmannschaft forderte das zweite Tor geradezu heraus. Sonnleitner musste sich nach einem missglückten Abschlag von Torhüter Richard Strebinger alleine um Kayode kümmern, Grünwald stand in der Mitte völlig frei und schob zu seinem fünften Saisontor ein. Anschließend rettete Strebinger mit dem Fuß gegen Felipe Pires (50.).

Austria beendete Derby-Serie von Rapid – 2:0 in Hütteldorf

Rapid gab sich nicht auf, scheiterte aber vor dem Tor weiter kläglich. Sonnleitner jagte einen Schuss (73.) von der Strafraummitte über das Tor, und nach einem Stangentreffer von Szanto setzte Schaub den Abpraller völlig unbedrängt neben das Gehäuse. In der Nachspielzeit rettete Hadzikic gegen Hofmann.

Bei der Austria war in der 66. Minute Rom-Held Dominik Prokop für Holzhauser gekommen, dem seine Verletzung offenbar doch schwerer zu schaffen machte. Er durfte mithelfen, den 60. Austria-Sieg in einem Bundesliga-Derby über die Zeit zu bringen.

(apa/red)

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