Rapid nach Salzburg-Match geknickt: “Das ist ein Schlag ins Gesicht”

Von David Mayr
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Rapid spielte gegen Salzburg gut, ging aber trotzdem als Verlierer vom Platz
Rapid spielte gegen Salzburg gut, ging aber trotzdem als Verlierer vom Platz - © APA/Herbert Neubauer
Rapid Wien zeigt gegen Red Bull Salzburg die beste Saisonleistung und geht trotzdem leer aus. Stefan Schwab im Gespräch über “eine harte Zeit für alle im Verein” und was sich ändern muss, damit man aus dem Tief wieder herauskommt.

“Ich möchte Rapid zur besten Leistung in dieser Saison gratulieren, umso mehr ist dieser Sieg für uns wert”, sprach Red Bull Salzburgs Trainer Óscar García dem Gegner die Anerkennung aus, nachdem seine Mannschaft im Allianz-Stadion zu Wien-Hütteldorf einen glücklichen, aber äußerst wichtigen Sieg errungen hatte.

Rapid konnte sich um das Lob freilich wenig kaufen. Die Grün-Weißen blieben auch im vierten Spiel der Frühjahrssaison ohne Erfolg, warten nun bereits seit fünf Runden auf einen Sieg und sind in der Tabelle endgültig im Niemandsland angekommen. Zumindest nach oben hin. Platz sieben ist mit den Wienern punktegleich, der Vorsprung auf den Letzten Ried beträgt weiter neun Zähler.

Rapid-Antreiber Stefan Schwab: “…, dann verzweifelt man langsam”

Dabei zeigte Rapid am Sonntagnachmittag gegen den Tabellenführer und Titelverteidiger die beste Leistung seit Langem. Nach 15 Minuten, die die Hausherren benötigten, um in die Partie zu kommen, ließen die Hütteldorfer Salzburg fast nur noch nachlaufen und dominierten das Geschehen. Auch der neue Kapitän der “Bullen”, Goalie Alexander Walke, sollte später eingestehen: “Das Glück war, dass wir mit 0:0 in die Pause gekommen sind.” In sämtlichen Statistiken zum Spiel lagen die Grün-Weißen am Ende vorne – Torschüsse, Ballbesitz, Zweikampf- und Passquote, Eckballe – von allem hatte Rapid, teils deutlich, mehr. Nur beim wichtigsten Wert, den erzielten Treffern, ging man wieder einmal leer aus.

“Wenn du so spielst und dann verlierst – das ist ein Schlag ins Genick. Das tut richtig weh”, ärgerte sich Stefan Schwab im Gespräch mit VIENNA.at über die bittere Niederlage. “Man merkt im Match, dass man diesmal richtig gut dabei ist. Wenn es dann in der 60., 70. Minute noch immer 0:0 steht, verzweifelt man langsam, weil der Ball nicht reingeht. Und dann haut der den Freistoß ins Kreuzeck.” Valon Berisha sorgte in der 71. Minute mit einer herrlichen Einzelaktion für die Entscheidung. Rapids Schlussoffensive war nicht von Erfolg gekrönt, auf der anderen Seite hätte der eingewechselte Dimitri Oberlin bei zwei Riesenchancen den Spielverlauf noch völlig auf den Kopf stellen können.

“Wie sollen wir mit null Toren ein Spiel gewinnen?”

Bei Rapid macht sich nach nur zwei Siegen in zwölf Pflichtspielen unter Damir Canadi indes Ratlosigkeit breit. “Wir schießen zu wenige Tore, das ist offensichtlich. Wie sollen wir mit null Toren ein Spiel gewinnen?”, fragt sich Schwab. “Da müssen wir den Hebel ansetzen. Wir müssen in den nächsten Wochen Lösungen finden, damit wir wieder dorthin kommen, was uns ausgezeichnet hat – dass wir jederzeit für ein Tor gut sind.”

Auch Canadi setzt seine Hoffnung darin, dass der Knoten mit einem Erfolgserlebnis platzt. “Wichtig ist, dass sich die Mannschaft endlich wieder einmal belohnt, denn die Leistung war – wie auch schon gegen den WAC (1:2, Anm.) – gut”, sagte der ehemalige Erfolgstrainer des SCR Altach, der gegen Salzburg vor allem mit der Balance zwischen Defensive und Offensive zufrieden war.

“Das ist jetzt eine harte Zeit für alle im Verein”, verzichtete Schwab angesichts der andauernden Negativserie auf beschönigende Worte. “Aber es werden wieder andere kommen. Jammern hilft nichts. Wir müssen daran glauben und uns zurückkämpfen. Und genau mit dieser Leidenschaft von heute können wir das schaffen.”

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