Im November 2009 wurde eine Krankenschwester in der Tiefgarage des Hanusch-Krankenhauses erschossen. - © APA
An sich hätte der Mordprozess schon im vergangenen Dezember stattfinden sollen. Doch der Angeklagte war nicht verhandlungsfähig: Der Mann leidet an Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Vor einigen Monaten wurde ihm ein mit Metastasen durchsetzter Lungenflügel entfernt. Mittlerweile soll sogar eine teilweise Lähmung der Stimmbänder eingetreten sein.
Einem aktuellen medizinischen Gutachten zufolge ist der Angeklagte dessen ungeachtet derzeit eingeschränkt verhandlungsfähig, da die Strahlentherapie, zu der er täglich von der Justizanstalt ins AKH ausgeführt wird, wirkt. Laut Anklage hatte der Mann der Krankenschwester ihr geparktes Auto rauben wollen. Weil die von ihren Arbeitskollegen als resolut beschriebene 49-Jährige die Autoschlüssel partout nicht hergeben wollte, soll er eine Glock-Pistole gezückt und der Frau aus kurzer Distanz in den Bauch und in den Kopf geschossen haben.