Prozess gegen mutmaßlichen Drogenkurier in Korneuburg vertagt

Der Prozess wurde vertagt.
Der Prozess wurde vertagt. - © APA (Symbolbild)
Der 47-jährige Nigerianer wurde am Flughafen Wien mit als Zuckerl getarntem Kokain erwischt. Er ist teilweise geständig, beteuert jedoch, gedacht zu haben, es handle sich um Marihuana.

Ein 47-Jähriger hat sich am Donnerstag wegen Drogenschmuggels vor einem Schöffensenat in Korneuburg verantworten müssen. Der Nigerianer hatte im Mai auf einem Flug von Dubai nach Wien Kokain als Zuckerl getarnt im Handgepäck transportiert. Er wurde nach der Landung festgenommen. Der Angeklagte war teilweise geständig. Der Prozess wurde für Zeugenbefragungen auf 9. September vertagt.

“Das Suchtgift war professionell getarnt”, betonte Staatsanwalt Josef Mechtler. Das Kokain befand sich in Kapseln, die in Zuckerlpapier eingepackt waren. “Die Bodypacks wurden nicht im Körper, sondern im Handgepäck transportiert”, sagte Richterin Monika Zbiral. Der Beschuldigte hatte am 19. Mai mehr als 1.200 Gramm Kokain mit einer Reinsubstanz von rund 530 Gramm bei sich.

Angeklagter: “Habe nicht gewusst, dass es sich um Kokain handelt”

Bei der Kontrolle am Flughafen wurden 84 Stück Zuckerln entdeckt, die verpacktes Kokain enthielten. Der Verkaufswert des Suchtgiftes wurde von der Polizei mit einem sechsstelligen Eurobetrag angegeben. Der Angeklagte hätte 1.500 Euro von seinem Kontaktmann bekommen sollen, er wurde aber noch am Flughafen von Kriminalbeamten als möglicher Suchtmittelkurier eingestuft und auf frischer Tat ertappt. Seitdem sitzt der 47-Jährige in Korneuburg in U-Haft.

“Ich habe nicht gewusst, dass es sich um Kokain handelt. Mir wurde gesagt, es ist Marihuana”, übersetzte die Dolmetscherin die Angaben des Angeklagten. Sein Kontaktmann habe ihn beauftragt, die ihm übergebene Tasche nicht zu öffnen, und daran habe er sich gehalten. Bei der ersten Vernehmung hatte der Beschuldigte allerdings nur von Kokain und nicht von Marihuana gesprochen, wie aus dem Protokoll hervorgeht. Der Angeklagte meinte dazu, dass das offenbar falsch übersetzt beziehungsweise schriftlich festgehalten worden sei. Die Richterin vertagte die Schöffenverhandlung daher auf 9. September, um den Polizeibeamten und den Dolmetscher als Zeugen zu befragen.

Angelastet wurde dem 47-Jährigen zudem, bereits am 4. April auf einem Flug von Dubai nach Wien Suchtgift geschmuggelt zu haben. Dabei sei der Beschuldigte aber nicht ertappt worden, führte der Staatsanwalt aus. Nach Angaben des Nigerianers, der zuvor jahrelang in Griechenland gelebt hatte, hätte er bereits im April Marihuana transportieren sollen, aber sein Kontaktmann in Dubai sei nicht aufgetaucht.

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