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Problemfall Pilz

Die Zustände in der Liste Pilz bleiben weiterhin chaotisch.
Die Zustände in der Liste Pilz bleiben weiterhin chaotisch. ©APA
Gastkommentar von Johannes Huber. Unfassbar, was der ehemalige Grünen-Politiker alles anrichtet. Zum Schaden Hunderttausender einerseits und zur Freude der Regierung andererseits.
Liste Pilz weiter chaotisch

Man könnte es nachvollziehen, würden sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) einmal so richtig gehen lassen und immer wieder aufs Neue auf ihr Glück anstoßen, das sie als Regierungsvertreter haben: Die Grünen? Weg! Die Neos? Demnächst ohne Matthias Strolz! Die Sozialdemokraten? Irgendwo noch immer auf der Suche nach einer Oppositionsrolle! Die Liste Pilz? Aus türkis-blauer Perspektive nur noch zum Brüllen; da könnte man fast schon auf die Idee kommen, aus Sorge um die demokratiepolitischen Verhältnisse vorgezogene Nationalratswahlen zu beschließen – weil sich Peter Pilz und seine Liste in den vergangenen Wochen und Monaten de facto selbst aus dem Spiel genommen haben und weil es ja wirklich nicht angehen kann, dass man jetzt ohne lästige Kontrollbewegung auf parlamentarischer Ebene dasteht. Und überhaupt: Nach 192.638 Grünen-Wählern und Zehntausenden, die nur wegen Strolz pink gewählt haben, stehen nun auch noch 223.543 Liste-Pilz-Wähler ohne (wirkungsvolle) Vertretung im Hohen Haus da. Das ist doch kein Zustand!

Oder doch? Es ist leider die Realität. Und das meiste davon hat allein Peter Pilz zu verantworten. Diese „Ich AG“, die zu 100 Prozent von ihm allein gebildet wird, ist den Grünen vor einem Jahr unerträglich geworden. Also hat er es bei der Kandidatenbestellung für die Nationalratswahl 2017 eskalieren lassen und sich verabschiedet. Damit waren die Grünen erledigt. Was folgte, ist bekannt: Er gründete eine eigene Partei und schafft es mit dieser anstelle der Grünen in den Nationalrat. Nach Belästigungsvorwürfen trat er zurück. Begründung: Wesentlicher als das, was er sich bei den möglichen Vorfällen gedacht hat, ist das, was die betroffenen Frauen empfunden haben. Und damit basta. Zumindest für kurze Zeit. Irgendwann wollte Pilz nichts mehr davon wissen und fing an, zurückzudrängen.

Die Geschichte dazu ist bekannt und derart jämmerlich, dass man jetzt nicht weiter darauf eingehen muss: Ein alternder Mann besteht darauf, dass eine Mandatarin oder ein Mandatar ihm zuliebe zurücktritt. Hut ab vor jeder Person, die sich diesem Druck widersetzt. Einerseits. Andererseits hätten die Damen und Herren von allem Anfang an wissen müssen, worauf sie sich bei der Liste Pilz einlassen: Auf eine eher sektenähnliche Bewegung, die einzig und allein auf Peter Pilz ausgerichtet ist; und in der sämtliche Mitglieder zu tun haben, was er befiehlt.

Es soll ja noch immer Leute geben, die trotz allem finden, dass der 64-Jährige unverzichtbar ist. Das ist bedauerlicherweise nicht ganz falsch: Wenn man an die unsägliche Verfassungsschutzaffäre mit den Bestrebungen von Innenminister Hebert Kickl denkt, den Geheimdienst im Sinne der Freiheitlichen umzubauen, dann könnte einer wie Pilz mit seinem Insiderwissen ganz nützlich sein, um das Ärgste aufzudecken. Man sollte Pilz aber auch nicht überschätzen: In der Vergangenheit hat er bei diversen Affären immer nur rauchende Pistolen und zahllose Leichen in diversen Kellern geortet. Übrig geblieben ist allenfalls nur ein Bruchteil davon. Womit der Verdacht bleibt, dass es ihm auch in diesem Zusammenhang eher um sich und seine Inszenierungskünste gegangen ist als um die Sache.

Johannes Huber betreibt den Blog dieSubstanz.at – Analysen und Hintergründe zur Politik

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