Postenbesetzung im Wiener König-Abdullah-Zentrum umstritten

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Im neuen Wiener König-Abdullah-Zentrum sind noch nicht alle Posten besetzt.
Im neuen Wiener König-Abdullah-Zentrum sind noch nicht alle Posten besetzt. - © APA/HOPI/MEDIA/Bernhard J. Holzner
Am 26. November soll in Wien das König-Abdullah-Zentrum für Interreligiösen Dialog eröffnet werden. Noch sind rund 30 Posten zu besetzen, das Gehalt orientiert sich an UN-Vorgaben und entsprechend können bis zu 10.000 Euro monatlich verdient werden. Jetzt wurde erstmals die Sorge um partiepolitische Besetzungen laut geäußert.

Rund um die Besetzung der Spitzenposten im neuen Wiener König-Abdullah-Zentrum für Interreligiösen Dialog gibt es Besorgnis über eine parteipolitisch motivierte Auswahl von Österreichern. Der Generalsekretär der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen (GÖAB), Fritz Edlinger, sagte der “Wiener Zeitung”, er traue sich trotz jahrzehntelanger Erfahrung keinen Job im Zentrums-Direktorium zu. “Da gibt es andere internationale Top-Experten.” Edlinger fürchte um die Glaubwürdigkeit des Projektes, schrieb das Blatt. Edlinger: “Das Zentrum ist eine international große Sache. Man muss ihm eine Chance geben, durch Taten zu überzeugen, dass es weder ein Wahhabiten-Zentrum noch ein parteipolitisches Job-Karussell ist.”

Parteipolitische Postenbesetzung?

Zu unbestätigten Gerüchten, der Wiener ÖVP-Bezirksrat Markus Figl, ein Kabinettsmitarbeiter von Außenminister, Vizekanzler und ÖVP-Chef Michael Spindelegger, bewerbe sich für einen Spitzenposten, sagte Edlinger: “Das wäre der Beweis, dass es bestimmten Akteuren in erster Linie um parteipolitische Protektion geht.” Der aus dem Irak stammende Wiener SPÖ-Gemeinderat und Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Omar Al-Rawi, meinte: “Die Posten sollten nicht parteipolitisch besetzt werden, das können andere besser.”

Alev Korun, Nationalratsabgeordnete der Grünen, die dem Zentrum generell kritisch gegenüberstehen, wurde zitiert: “Man kann das Zentrum nicht als wichtige internationale Organisation preisen und dann als Versorgungsstelle missbrauchen.” Schon Ex-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (V), die stellvertretenden Zentrumsleiterin, habe “kaum etwas mit dem Thema zu tun”. Außenamts-Sprecher Martin Weiss wollte eine Bewerbung Figls weder bestätigen noch dementieren. Es wäre aber “nur logisch”, wenn sich Österreicher um Führungsposten bewürben, meinte er.

König-Abdullah-Zentrum ist umstritten

Das umstrittene, vor allem von Saudi-Arabien finanzierte Zentrum wird am 26. November feierlich eröffnet. Zu den Gründern gehören neben Österreich und Saudi-Arabien auch Spanien und – als Beobachter – der Vatikan. Leiten wird es der saudische Ex-Bildungsminister Faisal bin Abdulrahman bin Muaammar, ein Vertrauter von König Abdullah II.

Laut “Wiener Zeitung” sind neben den beiden Chefsesseln bis zu 30 weitere Positionen zu vergeben. Die Gehälter für vier Direktorenposten orientierten sich an der höchsten Stufe der UNO-Gehaltspyramide. Dies wären “bis zu 10.000 Euro monatlich”.

Das Zentrum soll den Dialog zwischen den Glaubensgemeinschaften fördern und umfasst Vertreter des Christentums, der Muslime, der Juden sowie weiterer Glaubensrichtungen. Kritiker, darunter Grüne und FPÖ, die im Nationalrat gegen das Projekt stimmten, werfen dem Zentrum vor, als Feigenblatt für die religiöse Intoleranz in Saudi-Arabien zu dienen. In dem Königreich ist der Wahhabismus, eine besonders strenge Auslegung des sunnitischen Islams Staatsreligion; die Ausübung anderer Religionen als dem Islam ist verboten. Auch der Wiener muslimische Religionspädagoge Ednan Aslan, die Initiative Liberaler Muslime Österreich (ILMÖ) oder die Österreich-Sektion der Hilfsorganisation Christian Solidarity International (CSI) meldeten rund um die Menschenrechtslage in Saudi-Arabien Bedenken gegen das Zentrum an. (APA)

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