Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes: Kritik und Trailer zum Film

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Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes: Kritik und Trailer zum Film
Wenn ein wichtiger Filmschaffender wie Wim Wenders ein solches Thema aufgreift, ist Aufmerksamkeit garantiert: Es geht um den Papst in Wenders’ neuem Dokumentarfilm. Der Regisseur hat anhand von Archivmaterial aus dem Vatikan und anderen Quellen sowie mehreren Interviewsitzungen einen Film destilliert, in dem es um die Visionen und Vorstellungen des Papstes geht.

Ein eineinhalbstündiger Film, in dem ein Papst fast ununterbrochen spricht? Das klingt zunächst eher dröge. Doch Regisseur Wim Wenders schafft es mit “Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes” eindrucksvoll, ein berührendes und auch kurzweiliges Porträt des Denkens von Jorge Mario Bergoglio zu zeichnen. Der Film feierte Mitte Mai beim Festival in Cannes seine Weltpremiere. Ab Donnerstag im Kino.

Dokumentation über Papst Franziskus

Wie schon der Titel sagt, steht im Mittelpunkt das Wort: Die kurze, prägnante Formulierung, die für Papst Franziskus so typisch ist. Im Streifen des renommierten deutschen Filmemachers (“Paris, Texas”, “Pina”) wechseln eigens für den Film gedrehte Interviewszenen mit dem Pontifex mit eindrucksvollen Aufnahmen von zahlreichen Pastoralreisen an alle Ecken der Welt – vom Flüchtlingslager auf Lampedusa bis zum Kongress in Washington, vom Slum in Brasilien bis zum Kinderkrankenhaus in Zentralafrika. Mit dieser Kombination gelingt Wenders auf unaufdringliche Weise eine Verbindung des Wortes mit Handlungen: Bewegenden Blicken und Gesten, die die Gedanken des Papstes und seine Verbindung mit den Menschen gleichsam sichtbar machen.

Papst Franziskus – Die Kritik

Der Film ordnet sein Material thematisch, von der Armut über Naturkatastrophen oder dem Flüchtlingsthema bis zum Interreligiösen Dialog. Es geht also nicht um eine Biografie Bergoglios, sondern um ein intellektuelles Porträt dieses Mannes, der zur Stunde an der Spitze der katholischen Kirche steht.

Eine gewisse Schwäche stellt indes die von Wenders selbst gesprochene Narration dar, die allerdings sparsam eingesetzt wird. Hier wirkt es manchmal, als würde dem starken Material nicht genug vertraut und versucht, dieses in ein eigenes interpretatives Schema zu zwängen, das der Tiefe und Vielfalt der Gedanken des Papstes zu den Nöten der heutigen Zeit nicht immer gerecht wird.

Ein weiterer Schwachpunkt ist die Gestaltung der Szenen, in denen Wenders auf Franziskus’ Namensgeber, den heiligen Franz von Assisi hinweist, und Parallelen zwischen dem Papst aus dem 21. Jahrhundert und dem Heiligen aus dem 13. Jahrhundert zieht. Diese Idee wäre an sich nicht schlecht, doch leider bleibt das Franziskus-Bild des Regisseurs bei der anachronistischen Darstellung eines verklärten Natur-Hippies stehen und wird dem historischen Heiligen begrenzt gerecht. Zudem wirken die zur Illustration des Lebens des heiligen Franziskus gedrehten schwarz-weißen Spielszenen verkrampft und oft unfreiwillig komisch. Da wäre weniger wohl mehr gewesen.

Glücklicherweise bleiben die schwächeren Momente dieses zum Nachdenken anregenden Filmes in der klaren Minderzahl. Die angenehm zurückhaltende Montage sowie die vielfältige Musik von Laurent Petitgrand umschiffen gekonnt die Gefahren des propagandistischen Tons wie auch des kitschigen Pathos.

Inhaltlich bleibt der christliche Glaube eher im Hintergrund, wird aber an manchen Stellen doch als Grundlage des Sprechens und Handelns des Papstes deutlich. Der Film wendet sich damit auch an Zuschauer, die mit Religion vielleicht nicht viel am Hut haben, sich aber – wie Wenders – Gedanken über den Zustand der Welt machen und nach Antworten suchen.

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(APA/Red)

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