Olga Peretyatko im Interview: Von Karate, Lampenfieber und Eröffnungen

Olga Peretyatko im Gesprächn rund um den Opernball.
Olga Peretyatko im Gesprächn rund um den Opernball. - © APA
Eine Sopranistin, die sogar Karate beherrscht: Olga Peretyatko ist gerne für eine Überraschung gut – und zählt zu den aufstrebenden Sopranistinnen der Gegenwart. Am Donnerstag wird die charismatische Russin bei der Eröffnung des Opernballs singen.

“Das ist natürlich sehr aufregend”, sagte sie. Auch wenn Peretyatko mittlerweile auf den großen Opernbühnen der Welt wie auch der Met in New York gesungen hat, ist sie vor Lampenfieber nicht gefeit. “Das kann man leider nicht steuern. Aber beim Karate habe ich gelernt, mich ganz auf eine Sache zu konzentrieren. Ich versuche einfach, keine negativen Gedanken aufkommen zu lassen. Mein Problem ist nämlich, dass ich zuviel denke”, meinte die Sängerin.

Immerhin sollte der Sängerin ihr Solostück “Chi il bel sogno di Doretta” aus “La Rondine” von Giacomo Puccini keine großen Probleme bereiten. “Ich habe es schon zwei Mal für CD-Aufnahmen eingesungen. Aber heute klingt es natürlich anders, weil die Stimme sich verändert”, sagte Peretyatko.

Olga Peretyatko im Duett mit Placido Domingo

Peretyatko wird noch ein zweites Mal in einem Duett mit Star-Sänger Placido Domingo “Lippen schweigen” aus “Die lustige Witwe” zu sehen sein. “Das ist natürlich großartig, ich habe noch nie mit Domingo gemeinsam gesungen. Er ist eines meiner großen Vorbilder: Immer, wenn es mir schlecht geht, denke ich an ihn und daran, wie lange seine Karriere andauert und wieviel Energie er hat”, freute sich die 35-Jährige.

Der Auftritt in der Staatsoper hat für sie auch ein bisschen einen nostalgischen Charakter. War es doch Direktor Dominique Meyer, der, als er noch das Theatre des Champs-Elysees geleitet hat, das Talent von Peretyatko entdeckt und ihr so zu einem ersten Engagement als freischaffende Sängerin verholfen hat.

Eine Sopranistin am Opernball

Und wie sieht der Opernball-Tag der Sopranistin aus? “Ich hoffe, dass ich davor schlafen kann. Dann mache ich Yoga”, verriet die Sängerin. Um 14.30 Uhr muss sie bereits in der Oper sein. Nach ihrem Auftritt will sie auf jeden Fall noch tanzen. Ihr Mann, der italienische Dirigent Michele Mariotti, ist wegen eines Engagements zwar verhindert, doch kommt Trauzeuge Maxim Mironov auf den Ball. “Er ist sehr groß und kann sehr gut tanzen, das wird sicherlich sehr schön.”

Aufsehenerregend dürfte auch das Kleid sein, das Peretyatko bei ihrem Auftritt tragen wird. “Die Farbe ist sehr ungewöhnlich, es ist beinahe punkig”, meinte sie. Bei der Auswahl ist Peretryatko sehr wählerisch: “Ich finde ja, dass ich noch fünf Kilos zu viel habe, aber das ist wenigstens gut für mein Stimmvolumen”.

Der Auftritt am Opernball ist auch der Endpunkt ihres heurigen Engagements in der Wiener Staatsoper. Nach ihrer hochgelobten Performance in ihrer Paraderolle als Gilda in “Rigoletto” geht es nun wieder weiter quer über den Globus. Nach Wien wird sie aber zurückkehren, verspricht sie.

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(APA)

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