Nidetzky: Fest der Pferde 2009 oder 2010 in Wien vorbei

Fest der Pferde: Nur noch ein Jahr?
Fest der Pferde: Nur noch ein Jahr? - © festderpferde-wien.at
Wenn ab Donnerstag beim “Kinderfest” die 24. Auflage des “Fest der Pferde” in der Wiener Stadthalle eingeläutet wird, dann könnte dies schon die letzte Austragung des Traditions-Events am Vogelweidplatz bedeuten. Gegenüber der APA macht sich Langzeit-Organisator Peter Nidetzky keine großen Illusionen: Sollte das 25. Jubiläum 2010 noch finanziert werden können, dann macht er das noch. Danach ist aber Schluss.

“Wir hätten es heuer sicher nicht gemacht, wenn nicht die Stadt Wien mitgezogen hätte. Die Stadt Wien will das Turnier und hat uns auch dabei geholfen”, sagte Nidetzky, der von Sponsorenseite her sein 1,5-Millionen-Euro-Budget für heuer ausfinanziert hat. Jetzt hänge es nur noch an einem dementsprechenden Publikumsbesuch. Und 2010? “Wir wissen nicht, ob es ein 25. Turnier geben wird. Wenn wir es finanzieren können, werden wir es probieren, und dann höre ich erst bei 25 auf. Wenn nicht, dann heuer. Das ist Faktum.”

Nidetzky – seit Jahren mit großem Herzen bei der Sache – wird nächstes Jahr 70 Jahre jung, dann will er seine Tätigkeit als Organisator auch beenden. Nachfolger ist trotz mehrjähriger Suche keiner in Sicht.

Es könnte also schon heuer das letzte Mal sein, dass strahlende Kinderaugen beim Kinderfest und begeisterte Pferdesportfreunde sowohl Sport als auch Show erleben können. “Ich werde mich heuer am Schluss sicher nicht verabschieden, weil das wäre auch in die andere Richtung unfair. Ich werde mich für 24 Jahre treue Zuschauerschaft bedanken und dann sofort probieren, im Dezember zu schauen, wie schaut es auf der Finanzierungsseite aus.”

Sollte das 25-Jahr-Jubiläum zustande kommen, dann hat Nidetzky aber auch noch eine Bedingung: “Wenn es ein 25. Turnier gibt, dann hat es einen fünften Stern. Da brauche ich aber noch einmal um 200.000 Euro mehr.” Nidetzky ist sich jetzt schon sicher, dass zu einem Grande Finale in Wien der “absolute Topsport” noch einmal nach Wien kommen würde. “Aber der Bär läuft noch weit im Wald!”

Zuvor gilt es freilich, das diesjährige Fest im CSI-4*-Status mit all der üblichen Professionalität über die Bühne zu bringen. Seit Montagfrüh wird wieder der Sand in der Stadthalle aufgelegt. Der Vorverkauf läuft im Prinzip kaum schlechter, auch alle Logen sind ausverkauft, lediglich bei den VIP-Tischen ist ein zehnprozentiger Rückgang registriert worden.

Der neue Termin – später im November – hat zwar die Weltcup-Konkurrenz Verona vertrieben, allerdings gibt es an diesem Wochenende in Doha ein hoch dotiertes Turnier, bei dem der Sieger eine Million US-Dollar erhält. Da müssen so manche Reiter schon alleine wegen ihrer Sponsoren nach Katar reisen. Darunter auch Europameister Kevin Staut, der auch für Wien genannt hat, aber für Fixstarter Pius Schwizer, dessen Vater verstorben ist, nun dank Wildcard nach Doha eingeladen wurde.

Der Franzose, der zwei gute Pferde im Stall hat, tut sich aber einen ordentlichen Trip an: Er reitet am Samstag den lukrativen Großen Preis in Doha und fliegt Sonntag, um 02:00 Uhr Früh Ortszeit nach Wien. “Unser Shuttle holt ihn um 06.00 Uhr Früh am Sonntag vom Flughafen ab”, erzählte Nidetzky. Staut ist als Europameister für den Mercedes-Grand-Prix am Montagabend zwar qualifiziert, muss aber einen Bewerb vorher in Wien reiten und dies wird am Sonntagabend sein.

Ein Langzeit-Reiter in Wien wird heuer fehlen: John Whitaker hat sich vergangene Woche einen offenen Knöchelbruch zugezogen, statt ihm kommt sein Neffe William Whitaker. Auch sein britischer Landsmann Geoff Billington ist wieder besser beritten und kehrt in die österreichische Bundeshauptstadt zurück.

Aus österreichischer Sicht sollen die Routiniers Thomas Frühmann, der mit dem Ausnahmepferd The Sixth Sense als frisch gebackener Linz-Sieger neuerlich versuchen wird, seinen vierten Wien-GP zu gewinnen und Hugo Simon auf seiner wieder erstarkten Ukinda für sportliche Lorbeeren sorgen. Aber auch der Vorjahres-Vierte Christian Fries, der auf Lanco zuletzt in Salzburg vor Frühmann triumphiert hatte, und auch Stefan Eder könnten ganz vorne mitmischen.

Eder tritt ja heuer kurioserweise wieder mit Opus PSG an. Der Salzburger hatte das Spitzenpferd schon einmal geritten, musste es im Vorjahr aber an Beat Mändli abgeben, der dann in Wien den Großen Preis gewonnen hat. Seinen Titel kann der Schweizer aber nicht mehr auf Opus verteidigen, weil dessen Schweizer Besitzer das Pferd nun wieder an Eder weitergereicht hat.

Insgesamt drei verschiedene Shows – die Kinder-Show am Donnerstag, das neue Familienfest am Sonntag sowie jene Shows, die sonst täglich gezeigt werden, werden geboten. Dazu auch erstmals eine K.o.-Dressur. Reiter aus 25 Nationen (so viele wie noch nie) werden dem Wiener Fest der Pferde die Ehre erweisen

Vogelweidpl. 5, 1150 Wien

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