NEOS: Alles oder nichts

NEOS: Alles oder nichts
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Von Johannes Huber: Um die NEOS ist es zuletzt ruhig geworden. Ganz Wien hat sich im Wahlkampf mit der Flüchtlingskrise beschäftigt. Da sind ihre Themen („Abspeckplan für die Politik“, „Beste Bildung für unsere Kinder“ etc.) nicht mehr wahrgenommen worden.

Dass sie Umfragen zufolge trotzdem noch sechs bis acht Prozent halten, brachte ihnen nicht viel: Verfehlen sie an diesem Sonntag in Oberösterreich den Einzug in den Landtag, wird es schwerer für sie, zwei Wochen später wenigstens in Wien erfolgreich zu sein.Viele Möglichkeiten, Wähler zu mobilisieren, haben die NEOS nicht. Doch eine haben sie nun genützt: Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger hat ihr Nationalratsmandat aufgegeben. Alle Medien haben darüber berichtet, so außergewöhnlich ist so etwas hierzulande. Nicht nur, dass die 37-Jährige damit zum Ausdruck gebracht hat, dass sie es wirklich ernst meint mit ihrer Bewerbung (entweder wird sie gewählt oder sie scheidet aus der Politik aus). Sie hebt sich mit diesem Schritt auch von ihren Mitbewerbern ab: Um sich abzusichern, wechseln die einen die Fraktion (wie die Ex-Stronach-Leute, die zur ÖVP gingen) oder geben ihre Funktion erst dann auf, wenn sie fix eine neue haben (wie FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der auf sein Nationalratsmandat nur dann verzichtet, wenn er Bürgermeister wird).

Wie auch immer: Auch Meinl-Reisinger hat ihr Mandat zunächst behalten wollen. Dass sie es sich nun anders überlegt hat, ist löblich, zeigt aber auch, dass es für die NEOS in Wien um alles oder nichts geht. Denn mit ihr würden Bundesparteichef Matthias Strolz und Co. ihre beste Mitstreiterin verlieren, wenn’s am 11. Oktober, dem Wahltag, nicht klappen sollte.

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