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Missbrauchsvorwürfe: Ex-Judoka Peter Seisenbacher vorerst auf freiem Fuß

Der zweifache Judo-Olympiasieger Peter Seisenbacher, der mit Vorwürfen des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen konfrontiert wurde, ist am Freitag in Kiew aus der Auslieferungshaft entlassen worden. Seisenbacher darf die Ukraine jedoch nicht verlassen.
Auslieferung möglich
Ukraine: Gericht muss handeln
Seisenbacher in Kiew verhaftet
Prozess geplatzt
Bilder vom Prozess
Anklage gegen Judoka
Verdacht von Missbrauch

Sein Grazer Verteidiger Bernhard Lehofer bestätigte in der Nacht auf Samstag einen dahingehenden Bericht in der Online-Ausgabe der “Kronen Zeitung”. “Das Auslieferungsverfahren wird auf freiem Fuß fortgesetzt”, bezog sich Lehofer auf die wenige Stunden zuvor in der Ukraine getroffene Entscheidung.

Seisenbacher war für 40 Tage inhaftiert

Überraschend kam die Enthaftung insofern nicht, als das Bezirksgericht von Kiew-Podil den 57-jährigen Ex-Judoka auf die Dauer von 40 Tagen inhaftiert hatte, nachdem Seisenbacher am 1. August auf Ersuchen der Wiener Justiz in einer Wohnung in Kiew festgenommen worden war. Nach Seisenbacher war international gefahndet worden, nachdem er sich seinem Prozess, der am 19. Dezember 2016 am Wiener Landesgericht starten hätte sollen, per Flucht entzogen hatte, die ihn über Georgien in die Ukraine führte.

Weil sich die 40-Tage-Frist nun dem Ende zuneigte, wird Seisenbacher die bevorstehende Nacht in einem Hotel statt in einer Gefängniszelle verbringen, wie sein Verteidiger berichtete. “Er ist in guter Verfassung. Er ist auch von den ukrainischen Behörden gut behandelt worden”, sagte Lehofer. Sein Mandant dürfe die Ukraine bis zur Entscheidung, ob dem Auslieferungsersuchen stattgegeben wird, nicht verlassen. “Er muss sich dem laufenden Auslieferungsverfahren weiterhin zur Verfügung stellen”, erklärte der Anwalt. Wann feststeht, ob Seisenbacher der Wiener Justiz übergeben wird, sei nicht absehbar.

Ex-Judoka soll in Wien zwei Mädchen missbraucht haben

Der zweifache Olympiasieger war nach dem Ende seiner aktiven Karriere als Trainer dem Judo-Sport treu geblieben. In seinem Wiener Judo-Verein soll er – so die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Wien – zwischen 1997 und 2004 zwei im Tatzeitraum jeweils unmündige Mädchen missbraucht haben. Seisenbacher hat sich zu den wider ihn erhobenen Anschuldigungen nicht öffentlich geäußert. Für ihn gilt die Unschuldvermutung.

(apa/red)

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