Mein erstes Mal auf der Matte: Shiatsu bei Urban Health Concept im VIENNA.at-Test

Von Daniela Herger
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Susanne Siokola-Tomandl praktiziert bei "Urban Health Concept" unter anderem Shiatsu - wir haben die Behandlung getestet
Susanne Siokola-Tomandl praktiziert bei "Urban Health Concept" unter anderem Shiatsu - wir haben die Behandlung getestet - © Urban Health Concept
Shiatsu ist in aller Munde. Man hört viel Gutes über die zahlreichen positiven Wirkungen der traditionellen japanischen Körpertherapie. VIENNA.at wollte es genau wissen – und hat Shiatsu in der Wiener Innenstadt-Praxis Urban Health Concept getestet.

Meine erste Shiatsu-Behandlung – was da wohl auf mich zukommt? In den hellen und freundlichen Räumlichkeiten der ganzheitlichen Gemeinschaftspraxis Urban Health Concept empfängt mich Susanne Siokola-Tomandl, ihres Zeichens Shiatsu-Therapeutin. In einem umfassenden Interview hat sie mir vorab schon vieles über das höchst umfassende Angebot der Praxis erzählt. Heute soll ich am eigenen Körper erleben, wie gut eine Shiatsu-Behandlung tut – was übrigens auf Deutsch “Fingerdruck” bedeutet.

Viele persönliche Fragen vor meiner ersten Shiatsu-Behandlung

Beim Shiatsu ist bequeme Kleidung erforderlich – ich ziehe mich um und setze mich gemeinsam mit Siokola-Tomandl auf eine dünne Matratze am Boden, bei der es sich, wie sie mir erklärt, um eine Shiatsu-Matte handelt. Zunächst gehen wir im Zuge einer Anamnese alles durch, was bei meiner Behandlung relevant sein könnte – von körperlichen Erkrankungen und Beschwerden über etwaige Frauenleiden und meine Essgewohnheiten bis hin zu meinem aktuellen Privatleben.

Wie gut schlafe ich? Habe ich starke Regelschmerzen? Gibt es körperliche Leiden, die mir zu schaffen machen? Wie so oft muss ich an dieser Stelle meinen Rücken und Nacken nennen, doch gerade dabei soll Shiatsu ja wunderbar helfen. Siokola-Tomandl rät mir, nicht am Rücken zu schlafen, auch wenn das meine bevorzugte Schlafposition ist, da dies die Wirbel im Nacken in eine Position zwinge, bei der die Muskeln nicht entspannen können und Schmerzen vorprogrammiert sind. Das Schlafen in Bauchlage komme aus einem Schutzbedürfnis, die Körpervorderseite sei verletzlich, weshalb viele Menschen dazu neigen würden, sich darauf zu legen, erläutert Siokola-Tomandl. Alternativ rät sie zu einem großen Seitenschläferkissen, über das man bequem Knie und Arm legen kann. Wie praktisch, dass ich so eines zuhause habe – nun sollte ich es wohl auch verwenden.

Verspannungen lösen – mit “fachfraulichem” Fingerdruck

Dann ist es soweit: Ich werde angewiesen, mich auf die Matte legen. Auch bäuchlings, doch ohne Polster ist das für den Nacken ja weniger ein Problem. Mit geschickten, gezielten Handgriffen beginnt Siokola-Tomandl mit der Shiatsu-Behandlung. Mit einer Art Massage, wie ich als Shiatsu-Newbie mir das vorgestellt hatte, hat das wenig zu tun. Eher wird mit Fingern und Handballen Druck an bestimmten Punkten des Körpers ausgeübt, die mit den Körpermeridianen zu tun haben, so Siokola-Tomandl. Entlang der Wirbelsäule zieht sie die Haut an einigen Stellen hoch und lässt sie wieder los, was sich ein wenig merkwürdig, aber nicht schmerzhaft anfühlt, und ein heftiges Knacken hervorruft. Ich erschrecke kurz, doch dann fühlt es sich an, als hätte sich etwas “eingerenkt”.

Andere Punkte sind erstaunlich schmerzempfindlich, etwa meine Waden – da dürfte viel Spannung sitzen. “Mitarbeiten” in irgendeiner Form muss man bei einer Shiatsu-Behandlung im Übrigen nicht. Die primäre Aufgabe dessen, der da auf der Matte liegt, ist entspannen und atmen. Auch heftige Emotionen können dabei hochkommen, weil man etwa Dinge verdrängt hat, was sich dann im Körper als “Energieblockade” festsetzt. Tatsächlich muss ich unwillkürlich ein paar Tränen zerdrücken – und das nicht, weil es körperlich wehtut. Doch Siokola-Tomandl meint, das sei ganz normal und ich solle diese nicht zurückhalten. Dies komme beim Shiatsu öfter vor.

Großartige Tipps – Ryan Gosling als “Tool” inklusive

Generell schaffe ich es aber, unter ihren professionellen Händen richtig loszulassen, und nach Ende der Behandlung fühle ich mich absolut tiefenentspannt. Dass Siokola-Tomandl ihr Wissen aus verschiedensten Bereichen bezieht, zeigt sich, als wir im Zuge der Behandlung ein sehr persönliches Gespräch über persönliche Ängste und den Umgang mit Alltagsärgernissen führen.

Sie empfiehlt mir Übungen, die in Taoismus und Yoga wurzeln, sowie Strategien, die dazu beitragen sollen, unliebsame Gedanken zu stoppen, die einem im Kopf herumschwirren und einen belasten. Über bewusste Wahrnehmung dessen, was gerade da ist, sprechen wir, über tiefe, beruhigende Bauchatmung, über das Verwurzeln beider Füße im Boden. Eines der Entspannungstools, die wir für mich erarbeiten, beinhaltet sogar die Vorstellung, mit Ryan Gosling an einem Strand zu sitzen – aber das ist eine andere Geschichte …

Shiatsu bei Urban Health Concept: Wärmste Empfehlung

Fazit: Shiatsu kann einiges, und ich bin definitiv auf den Geschmack gekommen, öfter eine solche Behandlung in Anspruch zu nehmen. Nicht zuletzt wegen Siokola-Tomandl, die mich mit ihrer höchst kompetenten, einfühlsamen und verständnisvollen Art fachlich wie menschlich absolut begeistert hat. Die Zeit auf der Matte war für mich eine herrliche, vollkommen entspannende Auszeit vom Alltag und hat mir dank ihrer Tipps auch über die eigentliche Einheit hinaus dazu verholfen, mit Stress besser umgehen zu können. Ich fühle mich den täglichen Anfordernissen besser gewachsen und gut dafür gewappnet, wenn es wieder einmal hart auf hart kommt. Etwas, das wohl keinem Menschen, der im “Großstadtalltag” lebt, gänzlich unbekannt sein dürfte – wie man bei Urban Health Concept sehr genau weiß.

(DHE)

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