Urban Health Concept: Ein Besuch in der ganzheitlichen Praxis im Herzen Wiens

Von Daniela Herger
v.l.: Georg Platzer, Interview-Partnerin Susanne Siokola-Tomandl und Axel Dinse
v.l.: Georg Platzer, Interview-Partnerin Susanne Siokola-Tomandl und Axel Dinse - © Urban Health Concept
Wienerinnen und Wiener schmerz- und beschwerdefrei durch den Großstadtalltag zu bringen – das hat sich das Team der ganzheitlichen Gemeinschaftspraxis Urban Health Concept im Herzen der Stadt auf die Fahnen geschrieben. VIENNA.at traf Susanne Siokola-Tomandl zum Interview und hat das Angebot getestet.

Ansprechend und einladend sind die Räumlichkeiten des ganzheitlichen Gesundheitszentrums Urban Health Concept, das in Wiens ältestem Hochhaus in der Herrengasse 6-8 in bester Innenstadtlage zu finden ist. Auf den Besucher wirkt alles hell, freundlich und unkompliziert. Hier treffe ich Susanne Siokola-Tomandl zum Gespräch, die in der Praxis nicht nur als Shiatsu-Therapeutin tätig ist, sondern auch bei zahlreichen weiteren Schwerpunkten von Kinderwunsch über Burnout bis hin zu Verspannungen und Verdauungsbeschwerden weiterhelfen kann.

Urban Health Concept: Vielseitiges Angebot für alle Fälle

VIENNA.at: Erzählen Sie mir ein bisschen zur Entstehung von Urban Health Concept.

Susanne Siokola-Tomandl: Zustande gekommen ist Urban Health Concept vor drei Jahren. Ein Teil der Leute, die es gegründet haben, wovon ich eine bin, hatte eine Praxis im 19., einer hatte eine Praxis im 13. Bezirk. Wir kennen uns alle aus der Ausbildung, haben immer wieder zusammen gearbeitet und uns ausgetauscht. Dann gab es erst die Idee, zusammen Publicity zu machen und daraus dann den Gedanken, das in der Innenstadt zusammenzulegen. Groß war auch der Wunsch, etwas “Kompletteres” zu machen. Begonnen hat das als Shiatsu-Praxis, dann haben wir mit Psychotherapeuten und Ernährungsberatern kooperiert. Aber es gab immer die Sehnsucht, das so zusammenzulegen, dass man etwas Ganzheitlicheres anbieten kann. Das hat sich hier verwirklicht und ist immer noch ein “Work in Progress”.

Wenn man sich Ihre Website anschaut, ist man fast überwältigt von dem umfassenden Angebot: Schmerztherapie, Körpertherapien, Psychotherapie, Ernährungsberatung, Yoga und vieles mehr. Was ist – in wenigen Worten auf den Punkt gebracht – das Konzept Ihrer Gemeinschaftspraxis?

Es geht uns darum, einem aktiven Großstadtmenschen, der mitten im Leben steht, die Möglichkeit zu geben, sich einerseits zu entspannen und andererseits seine Gesundheit gut zu erhalten oder wieder zu ihr zurückzufinden. Und das mit möglichst wenig invasiven Eingriffen, so dass er es dann auch selbst bewerkstelligen kann – eine Art “Hilfe zur Selbsthilfe”. Auch unter dem Aspekt, Gesundheit und Krankheit ganzheitlich zu sehen. Es gibt diesen Einstieg über den Körper, die Ernährung, die die Biochemie des Körpers darstellt, und über die Psyche. Das beeinflusst sich gegenseitig, und wenn ein Mensch mit einem Problem kommt, schaut man, in welchem Bereich er am ehesten aufnahmefähig ist, um den Einstieg zu schaffen.

Von seelischen und körperlichen Leiden – und allem, was hilft

Ist es so, dass Menschen mit körperlichen Beschwerden kommen, und man dann merkt, eigentlich müsste man da “seelisch” was tun?

Genau, manche Leute kommen und haben Rückenschmerzen oder wollen eine Detox-Kur machen und dann redet man mit ihnen und es kommt schnell heraus, dass es eigentlich noch um etwas Anderes geht: “Eigentlich hab ich ein Burn-out”, “Eigentlich geht’s mir schlecht, weil ich ein Kind will”, usw. Es kommt halt immer darauf an, ob der Mensch in dem Moment bereit ist, da was zu tun. Oft ist der Körper eine ganz gute Einstiegsvariante, weil man da nicht so viel drüber nachdenken muss, das passiert eher unbewusst, da kann man entspannen. Und die körperliche Ebene hat ja wieder einen Einfluss auf die Psyche. Manche kommen auch zur Psychotherapie, haben aber sehr viel psychosomatische Zustände, dann ist es umgekehrt. Das eine ist der kognitive, das andere der vegetative Teil, und wenn die beiden Teile das Gleiche wollen, ist das großartig. (lacht)

Was zeichnet Ihr Team im Urban Health Concept aus?

Ganz ehrlich, ich glaube, dass hier lauter Therapeuten sitzen, denen es wirklich am Herzen liegt, dass es den Menschen besser geht. Traurig ist es für uns immer dann, wenn man weiß, was zur Besserung von Beschwerden geschehen müsste, und die Leute wollen das aber nicht hören bzw. nicht machen.

Toll ist, wenn Leute akut was haben und öfter kommen, dann aber über uns einen Weg finden, mit dem sie das selber weiter behandeln können – beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall mit 10 Minuten täglichen Übungen, die man daheim auf dem Boden machen kann, die Mitte stabilisieren. Wir haben hier auch Einzelyoga und den Joey, der “Strength and Conditioning” anbietet, mit Stablisierungs- und Mobilitätsübungen, da werden individuelle Programme erstellt.

Der Weg in die ganzheitliche Gemeinschaftspraxis

Wie kommen die Leute üblicherweise zu Ihnen?

Über den Arzt, inzwischen aber auch ganz viele über Weiterempfehlung. Wir sind auch auf Facebook vertreten und aktiv, oder werden über Google gefunden, wenn Leuten zum Beispiel empfohlen wird, dass sie zum Shiatsu, zur Faszienbehandlung oder zum Ostheopathen gehen sollen.

Was ist das Besondere an Ihrem Angebot – was findet man anderswo nicht in dieser Form?

Ah, der berühmte USP! (lacht) Viele Leute spricht an, dass es im Urban Health Concept sehr sauber, schick und in der Stadt ist. Viele wollen nicht wo hingehen, wo es nach Räucherstäbchen riecht und ganz alternativ ist. Umgekehrt ist das hier aber auch kein Marmorpalast mit 17 Angestellten. Viele finden diese Mischung sehr sympathisch. Dass man ganzheitlich Leute behandelt, ist auch Thema, aber vielleicht nicht so “unique”. Ich glaube es ist diese Mischung, man ist in der Stadt, aber kann kurz heraustreten und in der Mittagspause zur Behandlung gehen.

Mitten in der Innenstadt: Urban Health Concept

Apropos: Gibt es Ihrer Meinung nach eine Besonderheit an Ihrem Standort in der Wiener Innenstadt, wodurch Sie sich von anderen Praxen unterscheiden?

Mit der Innenstadt habe ich mehr Menschen, die einem enormen Stress ausgesetzt sind, und die auch eine gewisse finanzielle Möglichkeit haben – denn die Krankenkasse zahlt nur mit Zusatzversicherung dafür, man muss privat zahlen. Aber wenn jemand weiß, dass ihm bei uns geholfen werden kann, weiß er auch meist, dass sich das auszahlt, das bei uns zu machen. In der Stadt hat man durch die Büros mehr das Publikum dafür – wenn man in der Stadt ist, ist es angenehm, in der Mittagspause herzukommen, sich hier umzuziehen und wegzugehen, ohne dass das ein Riesenloch in den Tag reißt. Durch die U-Bahn-Station vor der Tür sind wir aber für alle gut erreichbar, man kann das verbinden mit Kaffeetrinken gehen oder shoppen gehen … es ist kein unangenehmer Standort. (lacht)

Wie würden Sie Ihr Klientel beschreiben?

Von – bis, aber generell so zwischen 30 und 50, wo man zwar sehr aktiv im Leben steht, aber trotzdem das alles nicht mehr so ganz funktioniert wie mit 20. Es ist auch vom Therapeuten abhängig, der Georg hat mehr Sportler, ich mehr Frauen mit Kinderwunsch und Schwangerschaft, gynäkologischen Themen, Abnehmwunsch, etc.

Wenn man einmal nicht helfen kann

Kommen die Menschen immer schon mit Beschwerden zu Ihnen, oder auch präventiv?

Oft landen Leute durch einen Schmerz bei uns, dann kommt man auf andere Leiden und kann Weiteres machen. Man macht eine Anamnese und kommt dabei oft auf Dinge drauf, die auch schon lange ein Thema sind und kann da weiterhelfen.

Kommt es jemals vor, dass Sie Menschen trotz Ihres umfassenden Angebots nicht helfen können bzw. sich keine Besserung einstellt?

Ganz ehrlich: Ich schicke lieber jemanden woanders hin, wenn ich weiß, es wird ihm dort geholfen, als wenn ich ihn hier therapiere und merke, das bringt nicht das gewünschte Ergebnis. Das kann daran liegen, dass ich die falsche Therapie anbiete oder die falsche Person bin. Und wenn ich auch im Team hier niemanden finde, dann empfehle ich jemand anderen. Davon haben alle langfristig mehr als wenn ich sie hier versuche zu behalten. Wenn jemand eher zum Orthopäden, Chirurgen oder einem besonders  spezialisierten Therapeuten gehen sollte, sage ich ihm das. Und ich mache das, was ich mache, sehr sehr gerne, aber wenn ich merke, jemand ist woanders günstiger und besser aufgehoben oder würde besser selber das und das machen, sage ich das.

Urban Health Concept: Ein Blick nach vorn

Was sind Ihre weiteren Pläne und Ziele für Urban Health Concept? Was wünschen Sie sich für die Praxis?

Wir sind derzeit auf der Suche nach einem guten Allgemeinmediziner oder Allgmeinmedizinerin, jemandem, der alternativ-komplementärmedizinischen Ansatz verfolgt, aber trotzdem Mediziner ist. Und ich hätte gern noch ein paar Angebote, die unseres ergänzen, z.B. einen Kinesiologen, Biofeedback-Therapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden … Sonst sind wir ganz gut aufgestellt. Oder was für die Schönheit? Oft sind Leute motivierter, was für die Schönheit als für die Gesundheit zu tun.

Abschließend eine persönliche Frage: Wann ist es für Sie ein gelungener Tag hier in der Praxis? Wann gehen Sie hier raus und sagen: “Das war heute wirklich großartig, ich liebe meinen Job”?

Am Schönsten ist es für mich, wenn eine Frau zum Beispiel immer schwanger werden wollte und dann kommt sie freudestrahlend rein und sagt: “Es hat geklappt!” Oder wenn ich Frauen die ganze Schwangerschaft lang behandelt hab und sie kommen mit ihrem Baby. Oder Menschen, die sagen: “Hach, das war super, jetzt sind meine Schmerzen endlich weg!” Also wenn man das Gefühl hat, das was man tut, hat einen großen, positiven Effekt.

(DHE)

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