Mattersburg fügt Rapid erste Liga-Niederlage zu

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Mattersburg gewann überraschend im Happel-Stadion.
Mattersburg gewann überraschend im Happel-Stadion. - © APA/Hans Punz
In der siebten Bundesligarunde setzt es für Tabellenführer Rapid die erste Pleite. Mattersburg gewinnt im Happel-Stadion verdient mit 4:2.

Die Serie von Bundesliga-Spitzenreiter Rapid Wien ist in der siebten Runde gerissen. Nach 18 Spielen ohne Niederlage mussten sich die Hütteldorfer am Samstag im Ernst-Happel-Stadion Mattersburg 2:4 (0:1) geschlagen geben. Vorentscheidend für das Ergebnis war die rote Karte für Goalie Richard Strebinger nach vier Minuten. Rapid führt die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf die Austria an.

Nach dem Ausschluss hatten die Gäste klare Vorteile und spielten sich einige Chancen heraus. In Führung ging das Team von Trainer Ivica Vastić mit einem sehenswerten Heber von Michael Perlak (39. Minute). Nach dem Seitenwechsel trafen noch Thorsten Röcher (60.), Markus Pink (62.) und Thorsten Mahrer (78.) gegen eine zunehmend löchrig werdende Rapid-Abwehr. Tore von Deni Alar (51.) und Steffen Hofmann (81.) waren für die Wiener zu wenig.

Rotationen bei Rapid

Überlagert war das Spiel im Vorfeld von dem Transfertheater um Noch-Stürmer Robert Berič. Der Slowene, der vor dem Absprung zum Ligue-1-Klub AS Saint-Étienne steht, war nicht mehr im Aufgebot für das Match. Gerüchte, wonach er sich bereits am Weg nach Frankreich befand, wo er am Sonntag oder spätestens Montag präsentieren werden solle, wurden offiziell nicht bestätigt. Mit dem Wechsel schienen sich im Happel-Stadion aber alle Protagonisten in Grün-Weiß abgefunden zu haben.

Rapid-Coach Zoran Barišić veränderte die Startformation im Vergleich zum Champions-League-Playoff-Rückspiel gegen Schachtar Donezk am Dienstag an vier Positionen. Neben dem großen Abwesenden Berič, für den Alar im Angriffszentrum begann, rückten auch Stefan Schwab, Philipp Schobesberger und Strebinger in die Mannschaft. Für Schwab bekam Srđan Grahovac eine Pause verordnet, Schobesberger ersetzte Kapitän Hofmann, Strebinger nahm anstelle von Ján Novota im Tor Platz.

Strebinger fliegt früh vom Platz

Und der junge Keeper, der im Sommer von Werder Bremen gekommen war, stand gleich nach drei Minuten ungewollt im Mittelpunkt. Strebinger wollte bei einem Ausflug eigentlich vor Karim Onisiwo klären, spielte den Ball aber genau in die Füße von SVM-Goalgetter Markus Pink. Dessen Schuss wehrte er dann mit der Hand ab. Was folgte, war die logische rote Karte in seinem dritten Bundesligaspiel. Da Novota nur auf der Tribüne saß, kam Dreier-Goalie Tobias Knoflach zu seinem Bundesligadebüt.

Mit zehn Mann musste Rapid erstmals in dieser Saison Abstriche von der gewohnten Spielweise machen. Statt Powerfußball mit klarem Ballbesitz-Vorteil war zunächst eine kompakte Defensive angesagt. Die Burgenländer waren klar im Vorteil, drangen immer wieder durch die Flügelspieler Onisiwo und Röcher in den Strafraum. Pink (19.), Manuel Prietl vor dem leeren Tor (22.) und Onisiwo (23.), der Knoflach zu seiner ersten Parade zwang, ließen gute Chancen aus.

Mattersburg lässt sich nicht beirren

Rapid war in der Offensive jedoch nicht untätig – zumal auch die Gäste in der Abwehr nicht unbedingt sattelfest waren. So blockte Nedeljko Malić einen Alar-Schuss (34.), und Schobesberger scheiterte alleine vor Markus Kuster (38.). Praktisch im Gegenzug ging dann Mattersburg nach einer Kombination über Malić und Pink durch einen Bilderbuch-Heber von Perlak, der die Kugel in weitem Bogen über Knoflach hob, in Führung (39.).

Es dauerte nicht lange bis zur Reaktion der Hütteldorfer. Nachdem Schobesberger nach Kainz-Flanke direkt in die Mitte spielte, ließ Alar dort nichts anbrennen (51.). Für den Berič-Ersatz war es das zweite Saisontor. Mattersburg ließ sich dadurch aber nicht beirren und lag nach dem Billard-Treffer von Röcher wieder in Front (60.). Pink stellte nach einem fulminanten Onisiwo-Solo, bei dem er die halbe Rapid-Abwehr austanzte, auf 3:1 (62.).

Mattersburg hatte Chancen auf Kantersieg

Rapid versuchte, noch einmal zurückzukommen, musste mit Fortdauer des Spiels aber der numerischen Unterlegenheit Tribut zollen. Hinten ließen die Wiener viele Räume, die der SVM mit gefährlichen Kontern bespielte. Einen dieser Vorstöße schloss Verteidiger Mahrer in der 78. Minute relativ cool ab (78.). Zuvor hatte Pink nur die Stange getroffen (70.). Der eingewechselte Hofmann betrieb mit seinem Aufsitzer aus der zweiten Reihe nur noch Ergebniskosmetik (81.).

Für Rapid war es die erste Heimniederlage seit einer 2:3-Niederlage im Wiener Derby gegen die Austria am 9. November 2014. Gegen einen Klub außerhalb Wiens hatten die Grün-Weißen seit dem 28. September 2014 nicht mehr verloren gehabt. Damals war man Salzburg 1:2 unterlegen. Mattersburg, das sich auf den vierten Platz verbesserte, gewann in der Bundesliga das erste Mal auswärts seit dem 18. August 2012 (1:0 gegen den WAC).

(APA, Red)

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