Lkw-Unfall auf A23: Rund 30 km Stau legen Wiener Stadtgebiet lahm

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Hilfskräfte an der Unfallstelle auf der A23
Hilfskräfte an der Unfallstelle auf der A23 - © APA/BERUFSRETTUNG WIEN / MA 70
Ein schweres Lkw-Unglück auf der Südosttangente (A23) beim Knoten Prater hat Montagfrüh den Verkehr in Teilen des Stadtgebiets praktisch lahmgelegt. “Insgesamt gab es als Folge des Unfalls um die 30 Kilometer Stau in Wien”, sagte ein ÖAMTC-Experte.

Betroffen waren neben der Tangente u.a. die Ostautobahn (A4), die Zufahrt zur A22 (Donauuferautobahn) und die Triester Straße.

Lkw mit Torferde verunfallte

Der Sattelschlepper, der laut ersten Informationen Säcke mit Torferde geladen hatte, durchbrach kurz nach 5.00 Uhr im Baustellenbereich beim Knoten Prater in Fahrtrichtung Süden die Mittelleitschiene und legte sich quer. Richtung Süden reichte der Rückstau zwischenzeitlich bis Hirschstetten, so der ÖAMTC.

Schwierige Lage auf der A23

Auf der A23 entspannte sich die Lage auch in den Vormittagsstunden vorerst nicht. Auf den Ausweichstrecken, auf der A22 beim Knoten Kaisermühlen und auf der Triester Straße, beruhigte sich die Situation hingegen langsam.

Die Unfallursache war am Vormittag noch unklar. Die Bergungsarbeiten dürften bis gegen Mittag dauern. Der Lenker wurde laut Berufsrettung Wien schwer verletzt.

Zusätzlich Pkw-Brand auf der A22

Auf der A22 bei Strebersdorf sorgte zusätzlich ein in Brand geratener Pkw für Probleme. Dort staute es sich laut ÖAMTC zwischenzeitlich über fünf Kilometer.

Auf Betonleitwand in Baustelle aufgefahren

Der verunglückte Sattelschlepper gehörte laut Wolfgang Schererbauer von der Wiener Verkehrsabteilung zu mehreren im Konvoi fahrenden Lastern aus Litauen. Der Lkw an der Spitze fuhr auf die Betonleitwand auf, die im Baustellenbereich die Sparspuren voneinander trennt.

Den Auslöser des Unglücks kannte die Polizei noch nicht. “Ein Zeuge hat ausgesagt, der Lkw-Lenker habe das Fahrzeug verrissen. Ein anderer Zeuge hat angegeben, der Laster sei von einem dritten Lkw geschnitten worden. Die Ermittlungen laufen”, sagte Schererbauer der APA.

Das Schwerfahrzeug durchbrach die Mittelleitschiene und kippte nach dem Aufprall um, auch ein Lichtmasten wurde geknickt. “Die Fahrerkabine war dermaßen demoliert, dass die Feuerwehr Probleme bei der Rettung hatte”, berichtete Schererbauer. Die Ladung – Torferde – landete teilweise auf der Straße.

30 Kilometer Stau in Wien

Der Oberst der Verkehrsabteilung ging sogar von mehr als 30 Kilometer Stau im Stadtgebiet aus. Auf der Südautobahn (A2) Richtung Wien reichte die Kolonne bis Guntramsdorf oder Wiener Neustadt, im Bereich der A23/S2 bis zur Hermann-Gebauer-Straße, auf der Ostautobahn (A4) bis zum Knoten Schwechat und auf der A22 bis zur Floridsdorfer Brücke, so Schererbauer. Es gab noch mehrere kleinere Unfälle sowie Pannen, zum Beispiel Fahrzeuge, die sich im Stau überhitzten.

Zehn Meter neue Leitschienen nötig

Der Lkw hat laut Asfinag im Baustellenbereich schwere Sachschäden verursacht: Auf einer Strecke von rund zehn Metern mussten neue Leitschienen angebracht werden. Das dürfte bis etwa 12.30 Uhr dauern, meinte Sprecherin Alexandra Vucsina-Valla. Erst danach können die Fahrspuren auf der Erdberger Brücke wieder freigegeben werden.Der Lkw hat zudem Diesel verloren. Der Treibstoff wurde im Rahmen der Aufräumarbeiten gebunden, ehe die Fahrbahn gesäubert werden konnte.

(apa/red)

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