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Kurt Rosenkranz - Vorreiter der jüdischen Erwachsenenbildung in Wien wird 90

Kurt Rosenkranz etablierte die jüdische Erwachsenenbildung in Wien.
Kurt Rosenkranz etablierte die jüdische Erwachsenenbildung in Wien. ©Vancura
Kurt Rosenkranz feiert am Mittwoch seinen 90. Geburtstag. Der Gründer des Jüdischen Instituts für Erwachsenenbildung in Wien wurde durch sein Engagement in der jüdischen Gemeinde bekannt.

Erwachsenenbildner Kurt Rosenkranz blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Geboren am 2. August 1927 in Wien, wuchs er als Sohn eines polnischen Vaters und einer galizischen Mutter gemeinsam mit seinem älteren Bruder in streng orthodoxen Verhältnissen auf. 1938 floh die Familie noch vor der sogenannten “Reichskristallnacht” nach Riga, wo sie von der sowjetischen Besatzung als vermeintliche deutsche Spione in ein Lager nahe Nowosibirsk deportiert wurde. Ein Jahr später folgte die Verlegung in ein Arbeitslager in Kasachstan, wo Rosenkranz einen Großteil seiner Schuljahre absolvierte.

Großes Engagement im jüdischen Kulturleben in Wien

1947 kehrte die Familie nach Wien zurück. Rosenkranz absolvierte eine Schuhmacherlehre und arbeitete mit seinem Vater in dessen Schuhfabrik. Schon bald zeigte er großes Engagement im jüdischen Kulturleben und gründete nach seiner Frühpension im Alter von 60 Jahren eine Art jüdische Volkshochschule. Er sei der Überzeugung gewesen, dass “Gott mich am Leben ließ, weil es meine Aufgabe sei, das Judentum den Nichtjuden zu offenbaren und zu erzählen”, erinnerte er sich einmal.

1989 gründete er schließlich das Jüdische Institut für Erwachsenenbildung, “das einzige Institut der Welt, das in erster Linie für Nichtjuden da ist”, wie er betonte. Der Grundgedanke dieser “jüdischen Volkshochschule”, seit 2008 eine Einrichtung der Volkshochschule Wien, ist: “Nur durch Wissen kann Vorurteilen entgegengewirkt werden.” Rosenkranz war langjähriges Mitglied des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG). Er etablierte auch die “Woche des jiddischen Theaters” und einen “Jiddischen Kulturherbst”.

Für seine Verdienste wurden ihm der Titel Professor verliehen. Im Jahr 2000 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kultur. 2010 folgte das Goldene Ehrenzeichen des Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs.

APA/Red.

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