Kohlenmonoxid-Gefahr bei großer Hitze: So gehen Sie auf Nummer sicher

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Gefahr durch Kohlenmonoxid: Gasthermen müssen regelmäßig gewartet werden
Gefahr durch Kohlenmonoxid: Gasthermen müssen regelmäßig gewartet werden - © APA
Bei sommerlicher Hitze häufen sich alle Jahre wieder auch die Fälle von Kohlenmonoxid-Vergiftungen – etwa durch defekte Gasthermen. Wie man sich vor der tödlichen Gefahr durch das geruchlose Atemgift schützt und was Rettung, Feuerwehr und Co. raten, lesen Sie hier.

Was ist eigentlich Kohlenmonoxid? Es handelt sich um ein farb- und geruchloses, brennbares, schlecht wasserlösliches Gas, das  hauptsächlich bei der unvollständigen Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht.

Die Gefahr durch das giftige CO

Die Giftigkeit beruht darauf, dass über die Lunge aufgenommenes CO an das Hämoglobin des Blutes angelagert wird und dadurch den Mechanismus des Sauerstofftransports stört. Im schlimmsten Fall ist eine Vergiftung tödlich.

Gefährdet seien nicht nur Kinder, ältere oder kranke Menschen, sondern “CO ist ein Atemgift, das man nicht erkennt, weil man es nicht riechen kann. Außerdem werden erste Symptome einer
CO-Vergiftung wie Schwindel gerade bei Hitze oft nicht gleich ernst genommen”, beschreibt ein Sprecher der Feuerwehr die große Gefahr, die von Kohlenmonoxid ausgeht.

Kohlenmonoxid: Wiener Rettung warnt

Auch die Wiener Rettung  warnt vor der oft unterschätzten Gefahr. Viele Menschen wissen nicht, dass auch im Sommer eine Kohlenmonoxid-Vergiftung durch eingeschaltete Gasgeräte in Wohnungen entstehen kann – unabhängig davon, ob die Gastherme alt oder neu, schlecht oder gut gewartet ist.

Achtung bei diesen Symptomen

Für die Mitarbeiter der Wiener Rettung ist es wichtig, bei Rettungseinsätzen die Gefahr durch das farb- und geruchlose Gas rasch zu erkennen, denn die Zeichen einer Vergiftung mit Kohlenmonoxid sind insbesondere im Anfangsstadium völlig unspezifisch. Neben Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwächegefühl, Schwindel und Benommenheit können Brechreiz, Brustschmerzen oder auch Verwirrtheit zu den Krankheitsbildern zählen.

Die Mitarbeiter der Rettung sind mit kleinen CO-Alarmgeräten ausgerüstet, die die Umgebungsluft nach Kohlenmonoxid scannen und schon bei geringen Mengen einen akustischen und optischen Alarm abgeben. “Die Investition in die Alarmgeräte zur Soforterkennung einer Kohlenmonoxidvergiftung haben sich mehr als bezahlt gemacht – nicht nur für die Patienten, auch für den Selbstschutz unserer MitarbeiterInnen”, so Rainer Gottwald, Abteilungsleiter der Wiener Rettung.

 “Thermischer Stoppel” kann sich bilden

Bei großer Hitze wird viel geduscht – dass die Gastherme gut gewartet wurde, ist jetzt daher doppelt wichtig: Durch starke Sonneneinstrahlung kann sich im Rauchfang ein “thermischer Stoppel” bilden, der die Emission der Abluft behindert, berichtete Andreas Feiler von der Wiener Berufsfeuerwehr (MA 68).

Durch hohe Außentemperaturen kann ein Niederdruck entstehen, wodurch die Abgase durch die Rauchfänge nicht ausreichend abziehen. Sie strömen dann retour. Ist die Therme wegen mangelnder Wartung verschmutzt, funktionieren womöglich die Sicherheitseinrichtungen nicht, die sonst zur Abschaltung des Geräts führen. Das Kohlenmonoxid bleibt in der Raumluft. Sind die Räume noch dazu schlecht belüftet, kann eine Vergiftung die Folge sein.

“Deshalb sollte man Gasgeräte grundsätzlich einmal im Jahr vom Fachmann warten lassen und außerdem für ausreichend Lüftung sorgen”, rät Feiler.

Gastherme warten und überprüfen lassen

“Jeder Kunde ist verpflichtet, seine Anlage ordnungsgemäß zu betreiben”, sagt Martin Weichselberger von “Wien Energie Gasnetz”. Er empfiehlt, ein mal im Jahr, spätestens aber alle zwei Jahre die Gastherme zu warten. Die Kosten für eine professionelle Wartung liegen bei etwa 100 Euro. “Wien Energie” hofft dabei auf die Eigenverantwortung der Besitzer und setzt auf bewusstseinsbildende Maßnahmen.

Aufgrund einer Novelle des Feuerpolizeigesetzes führen die Wiener Rauchfangkehrer im Rahmen der jährlichen Hauptkehrung auch eine Überprüfung der Verbrennungsluftzufuhr durch. “Dadurch können wir verschmutze Geräte schneller erkennen und die Sicherheit erhöhen”, meint Innungsmeister Josef Rejmar. Defekte Geräte werden vom Netz genommen.

Im Notfall diese Nummern wählen

Bei Unbehagen oder dem geringsten Verdacht einer Störung der Gastherme, durch die eine Kohlenmonoxid-Vergiftung drohen könnte, soll deshalb sofort gelüftet und die Feuerwehr (122) oder der 24-Stunden-Störungsdienst von “Wien Energie” (128) kontaktiert werden.

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