Kirgistan stimmt einer internationalen Polizeimission zu

Kirgistan stimmt einer internationalen Polizeimission zu
Kirgistan stimmt einer internatio­na­len Polizeimission zur Befriedung der ethnischen Konflikte im Land zu. Interimspräsidentin Rosa Otunbajewa sagte am Freitag, die kirgisische Seite sei einverstanden, eine Polizeimission zur Konsultation und zur Ausbildung zu empfangen.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Außenminister Guido Westerwelle und seinem französischen Kollegen Bernard Kouchner sagte Otunbajewa, es müsse nur noch geklärt werden, “welches Mandat es sein wird, und dann wollen wir relativ schnell beginnen”.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kündigte am Freitag an, 52 Polizisten in den Süden Kirgistans zu entsenden, um die Einhaltung des Friedens zu überwachen. Otunbajewa hofft auf eine Aufklärung der Ursachen für die Auseinandersetzungen zwischen Usbeken und Kirgisen mit etwa 2.000 Toten vom Juni. “Wir werden alles daran setzen, hier zu einer Aussöhnung zwischen beiden Völkern zu kommen.”

Am morgigen Samstag findet in der kasachischen Stadt Almaty eine Außenministerkonferenz der OSZE statt, bei der sich die Außenminister Europas und der zentralasiatischen Staaten auf eine solche Mission einigen könnten. Kouchner hatte zuvor bei der Besichtigung der von den Unruhen teilweise zerstörten südkirgisischen Stadt Osch erklärt: “Wir werden morgen eine Entscheidung treffen.”

Westerwelle hatte ergänzt, er erwarte eine internationale, unabhängige Untersuchung der Unruhen, bei denen Anfang Juni in Südkirgistan bis zu 2.000 Menschen ums Leben kamen und 400.000 weitere verletzt, obdachlos oder anderweitig geschädigt wurden. Die genauen Ursachen für den Konflikt zwischen der usbekischen Minderheit und der kirgisischen Mehrheit in der Region sind nach wie vor ungeklärt. Westerwelle (FDP) sagte weiters: “Wir wollen, dass Kirgistan mit dieser Präsidentin Erfolg hat und stabil ist.” Dies sei im Interesse Europas und der ganzen Welt.

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