Kellerleichen: Esti darf zur Geburt aus dem Knast

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Eissalon-Esti bei ihrer Verhaftung in Italien
Eissalon-Esti bei ihrer Verhaftung in Italien - © APA
Kellerleichen und kein Ende: Estebaliz “Esti” C. sitzt seit Juni in der Justizanstalt Josefstadt. Die mutmaßliche Doppelmörderin ist jedoch schwanger und wird ihr Kind in (zeitweiser) Freiheit zur Welt bringen.  

“Wir haben zwar ein Spital, aber keine Geburtenstation”, erklärte Anstaltsleiterin Helene Pigl am Dienstag im Gespräch. Sobald die Wehen einsetzen, wird Estibaliz C. daher in ein Krankenhaus gebracht werden, wo sie ihr Kind zur Welt bringen soll. 

Genauer Geburtstermin bleibt geheim

Der genaue Geburtstermin bleibt allerdings geheim. Wie lange die Frau, die verdächtigt wird, ihren Ex-Mann Holger H. und ihren Ex-Freund Manfred H. ermordet, zerstückelt und im Keller ihres Eissalons in Wien-Meidling eingemauert zu haben, auf der Geburtenstation bleibt, entscheiden die Ärzte. Erst wenn es medizinisch vertretbar ist, wird sie wieder in ihre Zelle zurückkehren – vermutlich mit ihrem Kind, das sie dem Vernehmen nach behalten will. Wie lange das Baby bei der Mutter verbleibt, entscheidet das Jugendamt. Ihr momentaner Lebensgefährte hat sich jedoch schon angeboten, das Kind aufzuziehen. 

Angeblich will die Frau auch den Vater ihres Kindes, ihren aktuellen Lebensgefährten Roland R. (47), heiraten. Eine standesamtliche Trauung wäre von der Gefängnisleitung zu genehmigen, “aber sie hat mir noch keinen schriftlichen Antrag abgegeben, und die Initiative dazu muss von ihr ausgehen”, sagte Pigl.

Trauungen im Gefängnis sind selten

Grundsätzlich kommen standesamtliche Trauungen im größten Gefängnis des Landes selten vor. Ein bis zweimal im Jahr finden in der Gefängniskapelle, in einem Sozialraum oder im Festsaal entsprechende Zeremonien statt, “wobei wir natürlich darauf achten, dass es ein würdiger Akt wird und nett abläuft”, wie Pigl betonte. An sich können Heiratswillige auch eine Trauung außerhalb der Gefängnismauern beantragen, doch Estibaliz C. hätte in diesem Fall kaum Chancen auf eine Genehmigung, wie die Gefängnisleiterin zu bedenken gibt: “Bei ihr ist die Strafandrohung doch sehr hoch.”

Kellerleichen-Prozess ist noch offen

Wann die Schwurgerichtsverhandlung gegen die 32-Jährige stattfinden wird, ist völlig offen. Die  Staatsanwaltschaft Wien hat noch keine Anklage wegen der Kellerleichen eingebracht.

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