Kamerafrau stellte Flüchtling ein Bein: Syrer könnte Fußballtrainer in Spanien werden

Von David Mayr
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Petra László trat auf Flüchtlinge an der ungarisch-serbischen Grenze ein.
Petra László trat auf Flüchtlinge an der ungarisch-serbischen Grenze ein. - © AP
Für den syrischen Flüchtling Osama Abdul Mohsen, dem eine ungarische Kamerafrau das Bein stellte, als er mit seinem Sohn auf dem Arm davonlief, könnte es ein Happy End in Spanien geben.

Die Bilder gingen um die Welt und brachten der ungarischen Kamerafrau Petra László beschämende Berühmtheit ein. Vor einer Woche berichtete sie von der Grenze zu Serbien von der Flüchtlingskrise. Als ein Mann mit seinem kleinen Sohn auf dem Arm an ihr vorbeilief, stellte sie dem Vater ein Bein, dieser fiel mit seinem Kind zu Boden.

Das Video verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Internet, auch gibt es Fotos, auf denen die Kamerafrau andere Flüchtlinge mit dem Fuß tritt. Die Bilder riefen bei vielen Fassungslosigkeit und wütende Kritik, bei einigen Rechtspopulisten aber auch Befall hevor. Ihren Job beim Sender N1TV ist László inzwischen los, daran änderte auch eine spätere, halbherzige Entschuldigung vìa Medien nichts mehr.

“Spanien ist ein Traum”

Der Leidtragende ihrer unverständlichen Aktion auf Video heißt Osama Abdul Mohsen, stammt aus der ostsyrischen Stadt Deir ez-Zor und wollte nur eines: Dem Schrecken und Leid des Krieges in seinem Heimatland entfliehen und in der Fremde Zuflucht finden. Dies könnte ihm nun in Spanien gelingen. Laut Medienberichten war Osama Abdul Mohsen in seiner Heimat Fußballtrainer und werde noch am Mittwoch versuchen, von München nach Madrid zu gelangen – auf Initiative von Miguel Ángel Galán, Direktor der spanischen Schule für Fußballtrainer.

Osama könne sein Glück gar nicht fassen. “Ich möchte sofort gehen, Spanien ist ein Traum”, wird er zitiert. Sein Ziel dürfte Madrids südliche Vorstadt Getafe sein, wo laut Galán sogar schon eine Bleibe für die Familie bereitstehe. Der Fußball-Funktionär wolle für die Verpflegung aufkommen, im Ort herrsche große Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen.

Für Osama Abdul Mohsen wären es dann plötzlich nur noch ein paar Kilometer zum Stadion seines Lieblingsklubs. Er ist Real-Fan, sein siebenjähriger Sohn möchte später einmal Fußballprofi werden. Das Happy End für eine der vielen syrischen Familien auf der Flucht ist nahe. Tausende weitere haben noch einen beschwerlichen Weg vor sich.

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