Internationaler Frauentag mit Fokus auf Gewalt gegen Frauen

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Protest in Indien gegen Gewalt gegen Frauen
Protest in Indien gegen Gewalt gegen Frauen
Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März die Staatengemeinschaft dazu ermahnt, Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. Weltweit kam es zu Kundgebungen, Aktionen und sogar neuen Gesetzen im Rahmen des Frauentages.


Sexuelle Gewalt gegen Frauen werde in Konflikten weltweit häufig als Waffe eingesetzt, erklärte das IStGH zum Weltfrauentag in Den Haag. “Es erfordert unsere kollektiven Bemühungen, die Kultur von Diskriminierung zu durchbrechen, die sexuelle und geschlechtsspezifische Verbrechen instand hält.” In 70 Prozent der Prozesse vor dem Gericht werden die Angeklagten sexueller Verbrechen wie Vergewaltigung und sexuelle Sklaverei beschuldigt. Das Weltstrafgericht verfolgt die schlimmsten Verbrechen wie Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

In Berlin haben Tausende Menschen für Gleichberechtigung demonstriert. “Die Bandbreite der Demo war größer als erwartet”, sagte eine Sprecherin der Veranstaltung. Sie schätzte die Zahl der Teilnehmer auf mehr als 5.000. In Berlin wurden auch neue Kampagnen der Anti-Armut-Lobbyorganisation ONE von U2-Sänger Bono und der Organisation Terre des Femmes vorgestellt. Sie werben mit Prominenten für die Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen.

In einem an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel adressierten Brief von ONE zum Weltfrauentag forderten prominente Aktivisten einen stärkeren Fokus auf die Frauen bei der Armutsbekämpfung weltweit. Frauen und Mädchen müssten ins Zentrum der neuen weltweiten Entwicklungsziele gerückt werden, die heuer die von der UNO im Jahr 2000 festgelegten Millenniumsziele ablösen sollen, heißt es darin. Zu den Unterzeichnern des Offenen Briefs gehören 36 Frauen, darunter die Schauspielerinnen Charlize Theron und Meryl Streep, die Sängerinnen Beyonce und Lady Gaga sowie zahlreiche Frauenrechtsaktivistinnen. Der Brief wurde auch an die südafrikanische Gesundheitsministerin Nkosazana Dlamini-Zuma gesendet, die zugleich Kommissionspräsidentin der Afrikanischen Union (AU) ist. Merkel und Dlamini-Zuma halten heuer Gipfel zum Thema Frauenrechte ab. Merkel ist zudem im Juni Gastgeberin des G-7-Gipfels.

Wenn bei den Gipfeln die richtigen Festlegungen getroffen würden, könne die Förderung von Mädchen und Frauen ins Zentrum der neuen globalen Ziele gestellt werden, heißt es in dem Brief. “Armut ist sexistisch.” Dies werde sich nicht ändern, solange politische Führer und Bürger in aller Welt nicht zusammenarbeiteten. In Entwicklungsländern gebe es für Frauen eine “doppelte Strafe”: Die, als Frau geboren zu werden und dann noch in einem armen Land, heißt es in dem Brief von ONE.

Mit einer Verschärfung der Gesetze gegen Kinderheirat will Pakistans einwohnerstärkste Provinz Punjab sich für mehr Frauenrechte einsetzen. Anlässlich des Internationalen Frauentags seien die neuen Bestimmungen erlassen worden, teilte der regionale Justizminister Mujtaba Shujaur Rehman am Samstag mit. “Die Rechte der Frauen sind uns wichtig”, betonte Rehman.

Demnach wolle die Regierung von Punjab ein Zeichen setzen und die Ausbeutung von Frauen bei der Verheiratung Minderjähriger stoppen. Das Mindestheiratsalter für Mädchen wurde von 16 auf 18 Jahre angehoben und dem der Buben angeglichen. Unterstützern von Kinderhochzeiten drohen nun verschärfte Strafen von bis zu sechs Monaten Haft und einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Pakistanischen Rupien (440 Euro).

Auch das mit Pakistan verfeindete Nachbarland Indien hat mit einer Botschaft zum Internationalen Frauentag aufhorchen lassen. Premierminister Narendra Modi verurteilte die Gewalt gegen Frauen in seinem Land: “Wir senken beschämt die Köpfe, wenn wir von Verbrechen an Frauen hören”, erklärte er am Sonntag. Die Regierung wolle Maßnahmen zum Schutz der Inderinnen ergreifen.

So sollten Hilfszentren errichtet werden, in denen sich weibliche Gewalt- oder Missbrauchsopfer rechtlich und psychologisch beraten lassen können. “Seite an Seite müssen wir gehen, um alle Formen der Diskriminierung oder Ungerechtigkeit gegen Frauen zu beenden”, sagte der Ministerpräsident. Modi würdigte auch den “unerschütterlichen Mut und die grandiosen Leistungen von Frauen”. Die Gruppenvergewaltigung einer Studentin in Neu-Delhi im Dezember 2012 hatte eine breite Debatte über Gewalt gegen Frauen in Indien ausgelöst.

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