Internationaler Drogenring: Festnahme in Wien nach Fund von 150 Kilo Drogen

Von der Polizei sichergestelltes Material und Geld.
Von der Polizei sichergestelltes Material und Geld. - © LPD Wien
Im Oktober wurde ein 58-jähriger Mann und sein Zwillingsbruder in Wien-Neubau als Haupttäter eines internationalen Drogenrings festgenommen. Dabei wurden zehn Kilogramm Haschisch und Kokain, sowie 57.000 Euro in bar gefunden. Ebenfalls gefasst wurde ein enger Vertrauter der Haupttäter und eine bettlägerige Dealerin.

“In den vergangenen drei Jahren wurden bei 31 Hausdurchsuchungen 150 Kilogramm Drogen sichergestellt”, sagte Gerhard Winkler vom Landeskriminalamt Wien Außenstelle Süd bei einem Pressegespräch. 27 Täter wurden ausgeforscht, davon sind zehn in Strafhaft und drei in U-Haft. Der 2013 festgenommene Zwillingsbruder des 58-Jährigen wurde bereits zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Versteck des internationalen Drogenrings in Wien-Margareten

Im Zuge der Festnahme des 58-Jährigen am 23. Oktober im Zimmer einer Pension in der Burggasse wurde auch ein Drogenversteck in Wien-Margareten ausgehoben. Das sichergestellte Haschisch hat einen Straßenverkaufswert von rund 50.000 Euro, das Kokain, ist etwa 10.000 Euro wert, berichteten die Ermittler.

Der Festgenommene sitzt in Untersuchungshaft. Er war in den 1990er-Jahren aus Österreich in die spanische Provinz Cadiz ausgewandert. Die jüngsten Drogenlieferungen wurden von dort auf dem Luftweg nach Österreich gebracht. Genauere Details dazu wollten die Ermittler nicht nennen, die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.

Die Drogen selbst stammten jedenfalls aus Marokko. Das Cannabisharz wurde mit rotem Wachs umhüllt und in Zellophan verpackt, weshalb die Ermittlungen der spanischen und dann auch der österreichischen Behörden unter dem Namen “Operation Plastico” geführt wurden. In Wien wurde das Haschisch an Großhändler weiterverkauft.

Plegebedürftige Frau als Dealerin von ihrem Bett aus

Bei einem großen Schlag gegen die Drogenbande waren im Vorjahr bei elf Hausdurchsuchungen 93 Kilogramm Cannabisprodukte sichergestellt worden. Diese wurden im Zwischenboden eines Pkw-Anhängers aus den Niederlanden über Deutschland nach Österreich gebracht. Auch eine Pumpgun und eine Maschinenpistole wurden beschlagnahmt und unter anderen einer der “Österreich-Geschäftsführer” gefasst. Eine pflegebedürftige Frau hatte als Teil der Bande Drogen von ihrem Bett aus verkauft.

“Der Tätergruppe wurde in den vergangenen neun Jahren der Handel mit einer halben Tonne Cannabisharz zugeordnet”, sagte Holzer. Der Ermittler ging aber von weit mehr aus. Die Geschäfte dürften seit mindestens zehn Jahren gelaufen sein. “Ich denke, dass mehrere Millionen Euro umgesetzt wurden”, betonte Holzer.

(apa/red)

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