Immobilienpreise: Wohnungen in Wien seit 2010 um 70 Prozent teurer

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Die Wohnungspreise in Wien sind seit 2010 drastisch angestiegen.
Die Wohnungspreise in Wien sind seit 2010 drastisch angestiegen. - © APA/Georg Hochmuth
Im langjährigen Vergleich der Wohnungspreise zeigt sich in Wien ein extremer Anstieg seit 2010. Geschuldet sei dies einem “starken Aufholeffekt”, da Österreichs Hauptstadt in der Vergangenheit “eher im moderaten Preisbereich” gewesen sei.

Beim Preisschub für Immobilien gab es im langjährigen Vergleich auch extreme Ausreißer nach oben: Die stärkste Teuerung bei Wohnungen gab es zwischen 2010 und 2016 in Wien mit einem Anstieg von 71,8 Prozent, wie aus den aktuellen Daten der Statistik Austria vom Dienstag hervorgeht. Allein im Jahr 2016 erhöhten sich die Preise gegenüber dem Jahr davor um 10,9 Prozent.

“Bei der Preisdynamik unterliegen wir hier sicher einem starken Aufholeffekt”, sagte Statistik-Austria-Chef Konrad Pesendorfer in einer Pressekonferenz unter Verweis auf die besonders teuren europäischen Metropolen London und München. Wien sei in der Vergangenheit “eher im moderaten Preisbereich” angesiedelt gewesen.

Wohnungspreise: Auch andere Landeshauptstädte mit drastischen Anstiegen

Drastisch nach oben geschnellt sind die Wohnungspreise 2016 aber nicht nur in der Bundeshauptstadt, sondern auch in der Stadt Salzburg (plus 58,2 Prozent seit 2010 und plus 8,2 Prozent allein im Vorjahr), in Bregenz und Innsbruck (plus 50,6 Prozent bzw. 12,1 Prozent), in Graz (plus 41,6 Prozent bzw. 14 Prozent) und in Linz (plus 36,1 Prozent bzw. 5,4 Prozent).

In den ländlichen Gebieten verteuert sich Wohnraum ebenfalls zusehends. Den stärksten Anstieg bei den Häuserpreisen seit 2010 wies das Bundesland Salzburg (ohne Salzburg-Stadt) mit einem Plus von 35,3 Prozent aus. Und das obwohl Häuser dort 2016 gegenüber dem Jahr davor sogar um 3,2 Prozent billiger wurden. Doch auch in allen anderen Bundesländern zogen die Häuserpreise seit 2010 zwischen 25 Prozent (westliches Niederösterreich) und 32,9 Prozent (Kärnten) an. Allein gegenüber dem Jahr davor kam es dort 2016 zu einer Teuerung von 4,9 (ebenfalls im westlichen NÖ) bis 10,6 Prozent (ebenfalls in Kärnten).

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Deutlich mehr für Häuser zu bezahlen war 2016 weiters in der Steiermark (plus 32,8 Prozent gegenüber 2010 und plus 12 Prozent gegenüber dem Jahr davor), in Tirol und Vorarlberg (plus 31,1 Prozent bzw. 11,1 Prozent), Oberösterreich (plus 30,7 Prozent bzw. 10,4 Prozent), im Burgenland (plus 28,7 Prozent bzw. 13,8 Prozent) sowie im östlichen Niederösterreich (plus 25,7 bzw. 5,2 Prozent).

Immobilien: Hochpreisige Regionen in Österreich

Zu den generell hochpreisigen Regionen in Österreich gehören bei Häusern und Wohnungen die Zentralregion Wien sowie Salzburg, Tirol und Vorarlberg – sie alle lagen auch 2016 bei den Durchschnittspreisen “wieder an der Spitze”, berichtete Statistik-Austria-Experte Josef Auer am Dienstag in einer Pressekonferenz. Ein niedriges Preisniveau ist bei Wohnungen vor allem noch im Burgenland, im Waldviertel und in der Obersteiermark vorzufinden.

Für das laufende Jahr rechnet Pesendorfer mit einer etwas weniger dynamischen Aufwärtsentwicklung der Immobilienpreise: “Wir haben 2016 einen Spitzenwert verzeichnet, von dem wir nicht ausgehen, dass der sich wiederholt – plus 8,5 Prozent war ein Anstieg, den Sie in der Zukunft nicht so schnell wieder finden werden.” Wenn sich das Zinsniveau ändere, werde sich auch das Anlageverhalten der Investoren ändern, so der Statistik-Austria-Experte. Er erwartet etwas höhere Zinsen und damit auch teurere Immobilienkredite. Das dämpft dann die Nachfrage nach Immobilien und in weiterer Folge den Preisanstieg. Auch die Flüchtlingsströme nach Österreich sollten nicht mehr so stark ausfallen wie in den Jahren 2015 und 2016.

Überhitzt sei der heimische Immobilienmarkt trotz der bisher starken Teuerung noch nicht – Pesendorfer ortet jedenfalls keine Immobilienblase, die bald platzen könnte wie etwa in Spanien. “Ich sehe diese Entwicklung in Österreich so noch nicht, wenngleich das Jahr 2016 sehr starke Preissteigerungen ausgewiesen hat.”

(APA, Red.)

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