Hundemäntel-Trend: Vor- und Nachteile der umstrittenen Vierbeiner-Outfits

Wenn es stürmt und schneit, machen Hundemantel unter Umständen durchaus Sinn
Wenn es stürmt und schneit, machen Hundemantel unter Umständen durchaus Sinn - © M. Großmann / pixelio.de (Sujet)
Bei Hundehaltern werden Accessoires wie Mäntel, Pullover, T-Shirts und Halstücher für ihren Vierbeiner immer beliebter. Diese sind definitv eine Modeerscheinung und voll im Trend – aber sind sie auch notwendig?

Erhältlich sind die trendigen Bekleidungsstücke in so gut wie allen Farben und Formen und werden vor allem den kleineren Hunden in der kalten Jahreszeit gerne angezogen. Auch wenn die Vierbeiner darin ganz entzückend aussehen und diese Mäntelchen für manche Hunde auch Vorteile bringen, werden sie von Vierbeinern oft mit wenig Begeisterung angenommen.

Hundemäntel: Sinnvoll in bestimmten Fällen

Vergewissert man sich, dass das Mäntelchen auch passt, die Bewegungsfreiheit des Hundes nicht eingeschränkt wird und gibt man dem Tier Zeit, dann wird sich der Vierbeiner schnell an das Kleidungsstück gewöhnen. Zum Einsatz kommen sollten Hundemäntel jedoch nur bei Hunden mit zu wenig Unterwolle, bei älteren oder kranken Tieren, sowie bei Vierbeinern mit Problemen des Bewegungsapparates.

Hunde verbringen heutzutage die meiste Zeit gemeinsam mit uns Menschen in beheizten Räumen. Dadurch bilden sie deutlich weniger Unterwolle, als Hunde die im Freien gehalten werden. Viele Rassen, die ursprünglich aus Gegenden stammen, wo es im Winter weit weniger abkühlt als in unseren Breiten, können sich normalerweise durch Bewegung warmhalten.

Nässe und Kälte: Wenn Vierbeiner frieren

“Wenn der Hund jedoch von uns im Schritttempo an der Leine geführt wird, er sehr jung oder bereits einige Jährchen am Rücken hat und beim Spaziergang auch noch Pausen eingelegt werden, kann es durchaus vorkommen, dass der Vierbeiner zu frieren beginnt.” erklärt Sascha Sautner, Sprecher der Pfotenhilfe. In solchen Fällen ist ein Hundemantel durchaus nützlich und kann Abhilfe schaffen. Auch bei Hunden mit Problemen am Bewegungsapparat oder im Krankheitsfall hält die Pfotenhilfe Hundemäntel für durchaus sinnvoll. “Bei Kälte und Nässe verspannen sich die Muskeln und das kann dann zu Schmerzen führen. Daher sollte man kranke oder ältere Hunde mit der richtigen Bekleidung schützen.” fügt Sautner hinzu.

Hunde-Kleidung: Eine Frage der Gewohnheit

Zu Beginn ist das Anziehen und Tragen eines Kleidungsstückes für die meisten Hunde sehr ungewohnt und sie mögen es nicht. Daher sollten sie nicht einfach in den Mantel gezwungen werden, sondern behutsam daran gewöhnt werden. Ein kleiner Leckerbissen zur Belohnung ist dabei hilfreich. “Den meisten Hunden ist es angenehmer, wenn sie nicht mit den Pfoten hineinsteigen müssen. Verwenden Sie Hundemäntel, die am Bauchteil Verschlüsse haben und wie ein Geschirr, links und rechts zugemacht werden können.” so Sautner.

Hunden ist es egal, wie das Kleidungsstück aussieht, ihnen ist nur wichtig, dass sie dadurch nicht in ihrem Bewegungsablauf eingeschränkt werden. Daher sollten die Vorderpfoten weit genug ausgeschnitten sein und der Mantel muss so angepasst werden, dass er auch beim Gehen und Laufen nicht zu sehr verrutscht. Das Material sollte atmungsaktiv, unbedingt wasserabweisend und innen mit Stoff oder Fleece gefüttert sein. Es gibt auch spezielle Mäntel, die die körpereigene Wärme reflektieren und damit zu einer schnelleren Muskelerwärmung führen. Während auf rein modische Accessoires, wie bedruckte T-Shirts oder Pullover laut der Pfotenhilfe verzichtet werden kann, können funktionale Mäntel somit im Einzelfall durchaus ein Gewinn für Hunde sein.

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