Hinter den Kulissen in der Wiener Stadthalle: “Never forget to enjoy”

Von Sarah van den Berg
Akt.:
Hemma-Marlene Prainsack bei der Arbeit in der Stadthalle.
Hemma-Marlene Prainsack bei der Arbeit in der Stadthalle. - © Dietmar Arndorfer
Hemma Marlene Prainsack arbeitet als Assistant to Head of Production/ Line Producer Stefan Wöber hinter den Kulissen des vermutlich größten Musik-Events, das es in Wien je gegeben hat: dem 60. Eurovision Song Contest.

Als sie mit 1. August vergangenen Jahres ihre Arbeit für dieses Projekt begonnen hat, war das ESC Team noch sehr klein. Zu Beginn war es sehr wichtig, überhaupt einmal die Dimension des ESC und des gesamten Events zu erfassen. Der rege Austausch mit den Kollegen vom DR aus Dänemark, die den ESC 2014 in Kopenhagen gestaltet haben, war dabei sehr hilfreich. Der ESC ist ein internationales Fernsehereignis, also sind englische Bezeichnungen der Positionen üblich. Als Assistant to Head of Produktion unterstützt sie seit nun neun Monaten gemeinsam mit den Kollegen Sabine Heintz und Production Manager Mathias Grissemann den Head of Production/ Line Producer Stefan Wöber.

„Wir stehen zu 100% hinter dem Projekt, es wird sehr konzentriert daran gearbeitet und wir sind mit ganzem Herzen dabei, um eine zeitgemäße und zukunftsgewandte Show vorzubereiten, die das diesjährige Leitbild widerspiegelt und dem Motto Building Bridges gerecht wird”. Das Team ist mit den vielfältigen Herausforderungen, die der ESC mit sich bringt, stetig angewachsen. Bei jedem neuen Mitarbeiter war spürbar, welche Tragweite und Faszination der ESC ausübt und wie dadurch das Team trotz langen Arbeitstagen motiviert bleibt.

Den Genuss bei all der Arbeit nicht vergessen

Das Motto hat sich Hemma-Marlene Prainsack groß in ihrem Büro aufgehängt. VIENNA.at ©

Die Vorbereitungsphase ist nun vollends vorbei. “Die aufwendigen Aufbauarbeiten sind fast abgeschlossen und wir haben soeben mit den Bühnenproben begonnen und die Show, die wir über die vergangenen Monate visualisiert haben, nimmt konkrete Formen an. Bei einer Show von dieser Größe muss man bestens vorbereitet sein. „Technische Probleme kann man nie ausschließen, deshalb schreibt die EBU vor, dass es für jeden Fall ein Back-Up gibt. The Show must go on – und das wird sie auch.”

Bei einem ersten Treffen mit Vertretern von der European Broadcasting Union (EBU) hat Sietse Bakker, Event Supervisor, einen Satz geprägt, der mittlerweile oft im Team rezipiert wurde: „Never forget to enjoy“.

In den beiden letzten Wochen, den sogenannten „Showwochen“ sind alle Delegationen, Journalisten und das gesamte TV und Event Team da und das Produktionsteam wird quasi rund um die Uhr gefordert. Dabei ist nach der monatelangen Arbeit sehr wichtig, sich zu vergegenwärtigen, woran man mitarbeitet und dabei nicht zu vergessen, diese einmalige Arbeit zu genießen.

Song Contest zeigt ein modernes Österreich

Privat war sie eigentlich nie ein großer Song Contest Fan: “Jetzt habe ich von sehr früh an miterlebt, wie die Sendung entsteht, wie viele Menschen daran mit derartigem Engagement beteiligt sind und wie viel Kreativität, Innovation und Know-how hier eingebracht wird, da hat schnell die Identifikation mit dem ESC stattgefunden.“ Die Zusammenarbeit mit den vielen internationalen Kollegen und Firmen, unter anderem aus Deutschland, Belgien, Großbritannien oder Holland bereitet große Freude.

„Die Heads der technischen Gewerke haben wir bereits bei unserem Kick-Off Meeting, zu dem Stefan Wöber als Head of Production/ Line Producer im Februar nach Wien gebeten hat, ein erstes Mal kennengelernt. Danach haben wir sehr positive Rückmeldungen bekommen. So zum Beispiel meinten Kollegen, die bereits an mehreren ESCs gearbeitet haben, dass es so eine Kick-Off Veranstaltung für die Gewerke im Vorfeld noch nie gegeben hat.“ Besonders wird ihr die Rückmeldung von den Projektleitern aus Holland in Erinnerung bleiben: „Als wir nach Wien gekommen sind und das erlebt haben war uns klar, dass das hier etwas ganz besonderes wird.“

Auf die Frage, worauf sie sich beim diesjährigen Song Contest besonders freue, antwortete Hemma-Marlene Prainsack: „Wenn wir die Postcards – die Vorstellungsfilme vor jedem Act – und den Interval Act mit Martin Grubinger übertragen. Ich bin überzeugt, dass das Millionenpublikum weltweit gleichsam beglückt und fasziniert sein wird, wenn diese Bilder live aus der Stadthalle ausgestrahlt werden. Wir dürfen uns glücklich schätzen, uns auf so einem hohen Niveau zu repräsentieren. Und ich werde es einfach genießen, gemeinsam mit meinen Kollegen, mit denen ich zehn Monate intensiv zusammen gearbeitet habe, sehen zu können, dass wir mit unserer Arbeit dazu beitragen, ein einmaliges, spektakuläres Fernsehereignis zu schaffen, in dem ein modernes Österreich gezeigt wird.” (SVA)

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