Herzinfarkt und Schlaganfall: Die Killer der Österreicher

Herzinfarkt und Schlaganfall: Die Killer der Österreicher
Herzinfarkt, Schlaganfall und die übrigen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind die Haupttodesursachen in Österreich. Das stellten die Fachleute der Statistik Austria fest.

2006 wurden 43,7 Prozent (bzw. 32.489 Personen) der Sterbefälle durch Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems verursacht. Vor einem Jahrzehnt waren es 54,2 Prozent der Verstorbenen bzw. 43.751 Personen. Noch deutlicher wird das im Abstand von 1970 bis 2006: Bei 90.819 Todesfällen in Österreich im Jahr 1970 waren 46.692 auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Im Jahr 2006 waren es 32.489 Herz-Kreislauf-Tote bei insgesamt 74.295 Sterbefällen.

Ein akuter Herzinfarkt bedeutete noch vor einigen Jahren eine lebensgefährliche Akuterkrankung, die mit einer hohen Sterblichkeit der Betroffenen einher ging. Doch kommen die Patienten sofort ins Spital und wird dort binnen weniger Stunden nach Auftritt der Symptome durch eine Katheterbehandlung die verstopfte Koronararterie für das Blut wieder durchgängig gemacht, bringt das eine deutliche Reduktion der Sterblichkeit.

Doch es kommt ganz darauf an, ob der Betroffene bzw. seine Angehörigen bei Symptomen sofort den Notarzt alarmieren und ob der Patient in eine kardiologische Abteilung mit Akut-Herzkatheter-Labor zu einer Ballondilatation und Implantierung einer Gefäßstütze (“Stent”) kommt. “Hier wurde in den vergangenen Jahren in Österreich ein ganzes Netzwerk solcher Katheterlabors aufgebaut. Wenn im Durchschnitt also die Infarktsterblichkeit im Spital bei 16 Prozent liegt, liegt sie überall dort, wo es einen Herzkatheter gibt, bei zwölf Prozent. In Wien bei durchschnittlich acht Prozent und zum Beispiel an unserer Abteilung am Wilhelminenspital derzeit zwischen vier und fünf Prozent“, so der Präsident der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft, der Wiener Spezialist Kurt Huber.

Hypertonie, Cholesterin, Diabetes und Rauchen gelten als die schwerwiegendsten Herz-Risikofaktoren. “Sie wurden als modifizierbare Faktoren identifiziert”, sagte die französische Expertin Vanina Bongard (Universität Toulouse) beim europäischen Kardiologenkongress in Wien im vergangenen. Die genaue Abschätzung des Gewichts der einzelnen Faktoren ist aber seit langem eine Streitfrage.

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