Herzerlbaum und Christkindlwerkstatt: Wiener wollen “alten” Christkindlmarkt zurück

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Unter dem Herzerlbaum fanden bereits Hochzeiten statt - damit ist es ebenso wie mit der Christkindlwerkstatt vorbei
Unter dem Herzerlbaum fanden bereits Hochzeiten statt - damit ist es ebenso wie mit der Christkindlwerkstatt vorbei - © APA / BilderBox.com (Sujet)
Alle Jahre wieder gab es beim Wiener Adventzauber – im Volksmund: Christkindlmarkt – am Rathausplatz bestimmte besonders beliebte Highlights zu erleben. Zwei der absoluten Klassiker in der Besuchergunst: der Herzerlbaum und die Christkindlwerkstatt. Dass diese mit dem heurigen neuen Konzept weggefallen sind, wollen viele Wienerinnen und Wiener nicht akzeptieren – auf Facebook formte sich Protest.

Verliebte Paare, die sich unter dem Herzerlbaum küssen, Kinder mit roten Wangen, die in der Christkindlwerkstatt mit Feuereifer basteln und backen – diese Bilder gehören seit der heurigen Weihnachtssaison der Vergangenheit an. Wie berichtet, erfuhr der wohl populärste Weihnachtsmarkt Wiens, der Christkindlmarkt am Rathausplatz, eine Generalüberholung – und im Zuge dieser musste so manches weichen, was für die Besucher untrennbar mit dem vorweihnachtlichen Erlebnis vor Ort verbunden war.

Alles neu beim Wiener “Weihnachtstraum”

Der offizielle Name “Wiener Adventzauber am Rathausplatz” wurde geändert auf “Weihnachtstraum” – neues Rundum-Konzept inklusive. So lässt es sich nun bereits im Zuge des Weihnachtsmarkts vor dem Wiener Rathaus auf einer 4.500 Quadratmeter großen Fläche eislaufen, was sonst erst nach dem Jahreswechsel beim “Eistraum” üblich war.

Hinter dem Relaunch, der “nach 30 erfolgreichen Jahren” erfolgte, steckt die Wirtschaftsagentur, welche bislang für die Christkindlmarkt-Umrahmung verantwortlich zeichnete und nun der Stadt Wien Marketing den Auftrag zur Veränderung erteilte. Ebenfalls neu sind eine Märchenwelt namens “Blauer Wald”, die besonders die kleinen Christkindlmarktbesucher erfreuen soll, ein historisches Ringelspiel, ein Rentierzug auf Schienen zum Mitfahren sowie eine Krippe mit lebensgroßen Figuren.

Wiener wollen Herzerlbaum und Christkindlwerkstatt zurück

Des Einen Freud’, des Andern Leid: Für zahlreiche Wienerinnen und Wiener scheint der “Weihnachtstraum” eher zum Alptraum geraten zu sein. Im Zentrum der Nostalgie stehen der nicht mehr vorhandene “Herzerlbaum” und die “Christkindlwerkstatt” im Rathaus. Dass die kleinen Besucher in letzterer nicht mehr backen, sondern lediglich fertige Lebkuchen der dort eingezogenen Felber-Filiale verzieren können, sorgt für Unmut – auch auf Facebook, wo sich die Gruppe Wir wollen die Christkindlwerkstatt im Rathaus zurück formierte.

Dem abgeschafften Herzerlbaum widmet sich seit Kurzem ebenfalls eine Facebook-Gruppe, Wir wollen den Herzerlbaum wieder zurück, die aktuell (Stand: 22. November 2016, 10:45 Uhr) nahezu 1.500 Unterstützer verzeichnet. “Seit 30 Jahren gehört der Herzerlbaum zum Wiener Christkindlmarkt am Rathausplatz und jetzt ist er nicht mehr da. Wir finden, der muss einfach wieder her,” heißt es da. “Es sollte so bleiben wie es war warum ändern wenns gefällt” so eine der zahlreichen dort geäußerten User-Meinungen. Der Rathauspark ohne Herzerlbaum – sowie ohne sämtliche anderen geschmückten Bäume, die es zudem gab – wird vielfach als “öde und leer” empfunden. “Warum macht ihr alles schöne kaputt und das ohne uns zu fragen” und “so gehts ned” heißt es in der Gruppe im O-Ton.

NEOS sehen Schuld für Christkindlmarkt-Relaunch bei Rot-Grün

Aus für Baum und Werkstatt wurden jüngst sogar zum Politikum – Wiener NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger sieht die Rot-Grüne Stadtregierung dafür verantwortlich, dass Herzerlbaum und Christkindlwerkstatt nicht mehr sind, wie sie in einem Facebook-Posting ausführt.

Ob eine Chance besteht, dass Herzerlbaum und Christkindlwerkstatt beim Weihnachtstraum am Wiener Rathausplatz ein Comeback feiern? Es sieht nicht danach aus – andererseits sollen schon größere Weihnachtswunder geschehen sein …

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