Gartenpflanzen mit bienenschädlichen Pestiziden belastet

Greenpeace: Gartenpflanzen mit bienenschädlichen Pestiziden belastet
Greenpeace: Gartenpflanzen mit bienenschädlichen Pestiziden belastet - © DPA
Fast 80 Prozent der Gartenpflanzen auf dem europäischen Markt sind mit Pestiziden belastet, die schädlich für Bienen sind. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Umweltorganisation Greenpeace, bei der 35 verschiedene Pflanzen in zehn Ländern analysiert worden sind.

“Gartenfreunde werden ungewollt zu Mittätern gemacht”, kritisierte Huem Otero, Landwirtschaftssprecherin von Greenpeace. Der Greenpeace-Report “Giftiger Garten Eden – Eine Analyse der bienenschädlichen Pestizide in Gartenpflanzen auf dem europäischen Markt” hat verschiedene bienenattraktive Pflanzenarten wie Veilchen, Lavendel und Primeln aus Gartenzentren, Baumärkten und Supermärkten untersucht.

Bienenschädlichen Pestizide im Garten

Nur zwei der 86 Proben waren frei von Chemikalien, der Rest wies einen regelrechten Cocktail an Pestiziden auf. 14 Prozent der europäischen Proben enthielten Pestizide ohne Zulassung in der EU. Unter den am stärksten belasteten Proben fand sich eine Probe aus Österreich aus der Gärtnerei Starkl mit 15 verschiedenen Pestiziden, davon sechs, die im österreichischen Zierpflanzenbau nicht zugelassen sind.

Mehr als die Hälfte der Proben wiesen Neonicotinoide auf, die EU-weit teilweise verboten wurden und laut der Umweltorganisation als “inakzeptables Risiko für Bienen und andere Bestäuber gelten”. Die Produktion in Glashäusern ist vom Verbot allerdings ausgenommen. “Es ist absurd, Pestizide im landwirtschaftlichen Bereich für bienenattraktive Pflanzen zu verbieten und sie im eigenen Blumenbeet wieder zu finden.

Gartenpflanzen geschädigt

Der Einsatz der Neonicotinoide bei Blumen, die zwar in Glashäusern gezogen, aber in Garten oder Balkon ausgesetzt werden, ist nicht im Sinne des EU-Teilverbots oder vermutlich illegal”, betonte Otero. Greenpeace forderte von den Gartenzentren, auf bienengefährdende Pestizide zu verzichten.

Wer Bienen schützen will, müsse zu biologisch produzierten Blumen greifen. “Nur ein Wandel weg von massiv eingesetzten Chemiekeulen, hin zu biologischen und ökologischen Alternativen kann auf lange Sicht ein Ausweg aus der Bestäuberkrise sein. Zudem braucht es mehr Transparenz im Gartensektor und die Lücken im EU-Teilverbot der bienengefährlichen Pestizide müssen dringend geschlossen werden”, so Otero.

(APA)

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