Frau von Regimekritiker Raif Badawi demonstriert in Wien für Freilassung

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Ensaf Haidar demonstriert heute für ihren Mann Raif Badawi.
Ensaf Haidar demonstriert heute für ihren Mann Raif Badawi. - © AP
Ensaf Haidar will am Freitagvormittag bei der allwöchentlichen Mahnwache der Grünen vor dem Riad finanzierten und umstrittenen König Abdullah Dialogzentrum für die Freilassung ihres Mannes, den inhaftierten regimekritischen saudi-arabischen Blogger Raif Badawi, demonstrieren.

“Raif ist kein Verbrecher. Er hat nur dafür plädiert, dass jeder ein Recht auf Meinungs- und Religionsfreiheit hat”, sagt Haidar. Zudem forderte sie vom saudischen König Salman die sofortige Freilassung ihres Mannes und die Erlaubnis der Ausreise nach Kanada. “Unsere Kinder vermissen ihn. Sie brauchen ihren Vater dringend”, unterstrich sie.

Demo von Ehefrau gegen Haft von Raif Badawi

Die 35-jährige Haidar hatte in dieser Woche im Europäischen Parlament in Straßburg den mit 50.000 Euro dotierten Sacharow-Preis für Menschenrechte stellvertretend für ihren Mann in Empfang genommen.

Der saudi-arabische Blogger und Menschenrechtsaktivist Raif Badawi wurde 2012 wegen angeblicher “Beleidigung des Islam” auf seiner Website “Free Saudi Liberals” zu zehn Jahren Haft, 1.000 Peitschenhieben, einem Ausreise- und Arbeitsverbot und einer hohen Geldstrafe verurteilt.

Nach der Mahnwache vor dem Palais Sturany findet im Haus der Europäischen Union eine Diskussionsveranstaltung über Badawi statt, an der neben Haidar unter anderem auch die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Ulrike Lunacek (Grüne), Rubina Möhring von Reporter ohne Grenzen sowie der Politikwissenschafter Thomas Schmidinger teilnehmen sollen.

Mahnwachen für Badawi werden bis zur Freilassung fortgesetzt

Ensaf Haidar, die Ehefrau des inhaftierten regimekritischen saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi, hat am Freitagvormittag gemeinsam mit rund 60 Menschen vor dem von Saudi-Arabien finanzierten Abdullah-Zentrum in Wien bei der 50. Mahnwache der Grünen für die Freilassung ihres Mannes demonstriert. Die Grünen kündigten an, ihre freitägliche Mahnwache solange fortzusetzen, bis Badawi freigelassen wird. Die Führungsspitze der Grünen, darunter Parteichefin Eva Glawischnig und Menschenrechtssprecherin Alev Korun sowie die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Ulrike Lunacek, forderten von allen EU-Staaten massiven Druck auf den saudischen König Salman. Dieser solle Badawi und andere politische Gefangene sofort und bedingungslos freilassen, so der Tenor.

Haidar forderte in ihrer Ansprache, dass der Kampf für die Freilassung ihres Mannes auch nach der Verleihung des Sacharow-Menschenrechtspreises an ihn weitergehen müsse. Korun verwies auf die Stärke Haidars und nannte sie eine “Powerfrau” und “Kämpferin für die Meinungsfreiheit”. Der Sacharow-Preis sei deswegen so immens wichtig, weil er dazu beigetragen habe, dass die arabischen Länder durch die Berichterstattung darüber in den sozialen Medien aufmerksam und informiert wurden, erklärte Korun.

(apa/red)

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