Fotogalerie WestLicht in Wien steht vor Schließung – Lösung wird gesucht

Auch Ex-Präsident Heinz Fischer hatte im WestLicht bereits eine Ausstellung
Auch Ex-Präsident Heinz Fischer hatte im WestLicht bereits eine Ausstellung - © APA
Am Donnerstag wurde im Rahmen der Eröffnung der Schau “World Press Photo” in der Wiener Galerie WestLicht die mögliche Schließung der Institution mit Jahresende angekündigt.

Peter Coeln, Gründer und Leiter der Wiener Galerie WestLicht, erwähnte dies gegenüber dem ORF. Als Grund nannte er am Freitag im Gespräch mit der APA, dass “die Finanzierung nicht geregelt ist”.

Unterstützung durch Leica nicht gesichert

Die Firma Leica, die den laufenden Betrieb von WestLicht bisher mit 400.000 Euro pro Jahr unterstützt hat, habe bis dato “kein Commitment abgegeben, dass sie uns weiter unterstützen wird”, so Coeln. Eine Zusage habe er bis zum gestrigen Tag erwartet, diese sei jedoch ausgeblieben. “Auch die öffentliche Hand hat bisher nicht reagiert”, so Coeln über die bisherigen Gespräche mit dem Kulturministerium und der Stadt Wien, die die als Verein geführte Institution bisher nicht förderten. Er habe gestern Abend jedoch ein längeres Gespräch mit Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) geführt, der die Ausstellung eröffnet hat. “Vielleicht passiert da was, aber wir müssen längerfristig planen können”, so Coeln zur APA.

Kern will für das Westlicht “nach Lösungen suchen”

Gegenüber der “ZIB 24” sagte Kern am Donnerstag, dass man nun “Varianten analysieren” müsse und verwies auf entsprechende “Vorarbeiten” von Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ). Im Rahmen dieser müsse man “nach Lösungen suchen”. Drozda verwies – von der APA darauf angesprochen – auf laufende Überlegungen im Hinblick auf die Fotokunst in Österreich. “Wir hatten dazu eine Enquete. Nun gibt es Reformüberlegungen, wie wir mit dem Medium Fotografie besser umgehen wollen und die verschiedenen Sammlungen besser vernetzen können”, sagte der Ressortchef am Rande eines Medientermins am Freitag.

“Sektionschef Jürgen Meindl ist derzeit mit einer Konzeptausarbeitung betreut, das auch eine Grundlage für Regierungsverhandlungen sein soll”, sagte Drozda. “In den nächsten Monaten wird es eine Entscheidung geben.” Was die Frage eines möglichen Fotografiemuseums angeht, wollte sich der Minister nicht konkret festlegen. Es gebe aber durchaus auch die Variante, lediglich geeignete Präsentationsräumlichkeiten zu finden, ohne die Bestände bzw. Archive der verschiedenen Player in einer Institution zusammenzuführen.

Die Firma Leica ließ auf APA-Anfrage wissen, dass man zum jetzigen Zeitpunkt noch “keine finale Aussage” machen könne.

(apa/red)

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