Flüchtlingsdrama auf der A4: Nun Anklage wegen Mordes und Schlepperei

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Auf der A4 wurde dieser Lkw gestoppt, in dem sich tote Flüchtlinge befanden
Auf der A4 wurde dieser Lkw gestoppt, in dem sich tote Flüchtlinge befanden - © APA / Roland Schlager
Das Flüchtlingsdrama mit 71 Toten, das sich auf der Ostautobahn (A4) im Burgenland ereignete, liegt fast zwei Jahre zurück. Nun wird gegen die elf Schlepper Anklage wegen Mordes und Schlepperei im Rahmen einer kriminellen Vereinigung erhoben.

Das gab der Chefankläger der Oberstaatsanwaltschaft des ungarischen Komitats Bacs-Kiskun, Laszlo Nanasi, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Kecskemet bekannt.

Flüchtlingsdrama auf der A4: Anklage gegen elf Männer

Elf Männer aus Afghanistan, Bulgarien und dem Libanon werden angeklagt. Neun davon befinden sich in Untersuchungshaft. Gegen zwei Männer wurde Anklage in Abwesenheit erhoben. Die Tragödie hatte sich am 27. August 2015 ereignet, die 71 Flüchtlinge sind in einem Kühllaster erstickt. Anfang April hat die ungarische Polizei die Ermittlungen abgeschlossen, die Ergebnisse an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet und die Anklage empfohlen.

Gericht: Prozessbeginn für Juni angesetzt

Der Prozess gegen die elf Schlepper im A4-Flüchtlingsdrama wegen qualifizierten Mordes und Schlepperei im Rahmen einer kriminellen Vereinigung im A4-Flüchtlingsdrama wird im Juni beginnen. Das gab die Sprecherin des Gerichts von Kecskemet, Anett Petroczy, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekannt. Die Verhandlung wird rund 30 Tage dauern. Mit einem Urteil wird Ende des Jahres gerechnet.Die Medienkonferenz des Gerichts fand im Anschluss an die Veröffentlichung der Anklage der Oberstaatsanwaltschaft des ungarischen Komitats Bacs-Kiskun statt. Neun Männer befanden sich deswegen bereits in Untersuchungshaft. Der letzte Verdächtige – ein Bulgare – wurde kürzlich in seiner Heimat festgenommen und werde noch in dieser Woche den ungarischen Behörden übergeben. Anfang kommender Woche entscheidet das Gericht, ob der Verdächtigte auf freien Fuß gesetzt oder in Untersuchungshaft genommen wird.

Sechs Verhandlungstage sind geplant

Im Juni sind zunächst sechs Verhandlungstage geplant. Im Juli und August werden an drei weiteren Verhandlungstagen Zeugen aussagen. Im September kommen beim Prozess die Sachverständigen zu Wort. Ein genauer Prozesstermin wurde bei der Pressekonferenz nicht genannt.

(apa/red)

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