Erste Eindrücke nach der verheerenden Explosion

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Eine abbruchreife Ruine blieb nach der Gasexplosion am Samstag, 31. Dezember, zurück.
Eine abbruchreife Ruine blieb nach der Gasexplosion am Samstag, 31. Dezember, zurück. - © vienna.at/Alex Blach
Nach der Gasexplosion in einem Reihenhaus in der Wulzendorfstraße in Wien-Donaustadt hat am Montag die Begehung der Behörden mit der Feuerwehr am Unglücksort stattgefunden. Auch ein Reporter von vienna.at war mit dabei.

Bei der Begehung soll sollte geklärt werden, was mit den beiden benachbarten, arg in Mitleidenschaft gezogenen Gebäuden passieren soll. Die bisher gefundenen Leichenteile – die Polizei geht davon aus, dass es sich um den Hausbesitzer Peter K. handelt – wurden zur Identifizierung in die Gerichtsmedizin gebracht, so Sprecher Mario Hejl.Der Tote ist so stark verkohlt, dass eine Klärung der Identität bisher nicht möglich war. Bisherige Ermittlungen ergaben, dass der 44-jährige Hausbesitzer die Gasleitung manipuliert hat, so die Polizei. Der Haupthahn im Keller war aufgedreht, die Manschette entfernt.

Das Haus, das sich in einer Reihe mit drei weiteren befand, war am Silvestertag gegen 17.00 Uhr durch eine Explosion und einem anschließenden Brand völlig zerstört worden. Die Polizei ging davon aus, dass der 44-Jährige durch Aufdrehen des Gashahnes Selbstmord begangen hat. Laut Anrainern äußerte der Mann einige Tage vor dem Unglück Suizidabsichten. 

Eindrücke vom Ort der Explosion

“Ziemlich viele Schaulustige sind noch vor Ort”, so vienna-at-Reporter Alex Blach. Vor allem eine Anrainerin ist darüber sehr empört: “Das macht mich krank, dass die leute aufgrund des leids eines anderen zum Glotzen kommen! Wir sind ja keine Prater-Attraktion!” 

Während die Aufräumarbeiten bereits begonnen haben, flüchten auch andere Anrainer vor der Aufmerksamkeit. Doch vergessen werden sie den Silvestertag 2011 nicht so schnell: Der Schutt türmt sich auf der anderen Straßenseite, und auch der Geruch nach verbranntem Holz wird noch lange in der Luft liegen. Und nicht nur die Kinder in der Wulzendorfstraße fragen sich: Warum tut ein Mensch sowas? 

Nachbarhäuser sind unbewohnbar

Alle drei Nachbarhäuser des am Silvesterabend explodierten Gebäudes in der Wulzendorfstraße in Wien-Donaustadt sind nicht mehr bewohnbar. Wie Hanno Csisinko, der Sprecher von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (S), der APA gegenüber berichtete, sind alle Häuser für die Mieter gesperrt. Nun obliegt es dem Eigentümer, der Genossenschaft Siedlungsunion, ob und wie die Gebäude abgetragen bzw. wieder aufgebaut werden.Das explodierte Haus befand sich in der Mitte einer Zeile mit drei weiteren Reihenhäusern. Die beiden unmittelbaren Nachbargebäude wurden durch das Unglück arg in Mitleidenschaft gezogen und sind einsturzgefährdet, sagte ein Sprecher der Baupolizei, Hannes Kirschner. Das dritte Haus rechts außen könnte zwar betreten werden, ist aber durch das Fehlen der Infrastruktur – Strom, Gas und Wasser sind abgeschaltet – unbewohnbar. Unter Aufsicht konnten sich die Mieter der drei Häuser ihre Habseligkeiten holen.

“Gott sei Dank, dass da nicht mehr passiert ist”, sagte Andreas Krajsek, Leiter der Instandhaltung bei der Siedlungsunion. Laut Baupolizei hatten die Mieter der Häuser, die zum Zeitpunkt des Unglücks zu Hause waren, Riesenglück, weil es zwischen den Häusern eine einfache Feuermauer gegeben hat. “Dadurch ist der Kollateralschaden sehr gering geblieben”, sagte Kirschner.

Krajsek rechnet damit, dass die unmittelbaren Nachbarhäuser wie das explodierte Haus neu errichtet werden müssen. Nur das vierte, ganz äußere Gebäude in der Zeile aus den 1930er Jahren wird man retten können, sagte er im Gespräch. Der Schaden sei von der Versicherung gedeckt. In den kommenden Tagen warte man die Einschätzungen von Gutachtern und Sachverständigern ab. Alle anderen Bewohner der Wulzendorfstraße sind durch die Explosion nicht beeinträchtigt.

Auch die Sozialunion bietet den Mietern Ersatzquartiere an. “Sie müssen schon rechnen, dass der Aufbau bis in den Herbst dauern wird. Frühestens”, sagte Krajsek.

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