Die zehn besten Filme 2017 abseits der großen Blockbuster

Von Christoph Stachowetz
Die besten Filme abseits des Mainstreams
Die besten Filme abseits des Mainstreams - © A24 / Annapurna Pictures, Neon / Focus Features
Es müssen nicht immer Transformers, Piraten der Karibik oder Marvel- bzw. DC-Superhelden sein: Auch in diesem Jahr finden sich einige Schmankerl in der Kinolandschaft, die ohne unvorstellbar hohe Budgets, ausufernden Marketingmaßnahmen oder enormem Staraufgebot für Begeisterung sorgen dürften.

Natürlich soll hier nicht automatisch vorausgesetzt werden, dass mehr oder hochqualitativere Unterhaltung geboten wird als bei etablierten Franchises, ist doch zumeist nur ein (immerhin vielversprechender) Trailer verfügbar. Weiters kann auch nicht garantiert werden, das die Filme überhaupt in Österreich starten. Cineasten und Filmfans sollten sich aber die nachfolgenden Produktionen dennoch schon mal vormerken, jeder einzelne Titel scheint überaus vielversprechend und über kurz oder lang auch hierzulande zu sichten sein.

It Comes at Night

Ein vielsagender Titel samt mysteriösem Trailer und unheimlicher Stimmung, die sich garantiert sofort beim Zuseher verbreitet: “It comes at Night” wird vermutlich jenen Erfolg erfahren, den grandiosen Werke wie “It Follows”, “The Babadook” oder “The Witch” in den Jahren zuvor für sich gewinnen konnten. Das unerklärbare Böse lauert in einem desolaten Haus auf dessen Bewohner, Joel Edgerton kämpft aber zudem gegen Paranoia und Misstrauen, welches sich im Inneren der Behausung verbreitet.

Baby Driver

Weder der Titel noch Hauptdarsteller Ansel Elgort dürften wirklichen Anreiz geben, sich überhaupt den Trailer zum Film anzusehen. Fällt jedoch der Name des Regisseur Edgar Wright, seines Zeichen verantwortlich für Meisterwerke wie “Shaun of the Dead” oder “Scott Pilgrim”, sieht die Sache schon ganz anders aus. In “Baby Driver” darf ein junger Fluchtwagenfahrer mit Musik-Fetisch eine Glaubenkrise hinsichtlich seiner beruflichen Laufbahn erfahren, Gangsterboss Kevin Spacey stellt sich dem in den Weg.

Atomic Blonde

“John Wick” hat vor drei Jahren Actionfans das Herz geöffnet und Keanu Reeves ein kleines Comeback (sofern benötigt) beschert. Dessen Co-Regisseur David Leitch, der im nächsten Jahr übrigens “Deadpool 2” auf Fans loslassen wird, versucht sich nun mit mit “Atomic Blonde” und Charlize Theron in der titelgebenden Hauptrolle an einer (scheinbar) kleinen Wiederholung des Überraschungserfolges: Raffiniert gestaltete Actionszenen in einem düsteren und zugleich glamourösen Spionagethriller, oben drauf noch James McAvoy als schlagkräftiger Partner.

Detroit

Der Sommer von 1967 war von ausufernden Aufständen der Zivilbevölkerung im US-amerikanischen Detroit gezeichnet. Im Zuge einer Polizeirazzia kam es zum gewaltsamen Widerstand, dem sich nun Regisseurin Kathryn Bigelow (“Zero Dark Thirty”, “The Hurt Locker”) angenommen hat. “Detroit” wird 50 Jahre nach dem Vorfall in den Kinos erscheinen, großartige Charakterdarsteller wie Will Poulter und John Boyega werden darin zu sehen sein.

The Hitman’s Bodyguard

Natürlich: Das Gespann aus Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson allein macht schon Lust auf mehr, “The Hitman’s Bodyguard” verspricht aber darüber hinaus noch einiges. Vom Titel über das Plakat bis hin zum Trailer sollte schnell klar werden, dass hier eine ziemlich brutal-satirische Annäherung zu einem Blockbuster der frühen 90er Jahren vollzogen wird. Ebenfalls große Vorfreude: Gary Oldman darf einen osteuropäischen Diktator spielen.

I Am Heath Ledger

Ein weniger bekanntes Faktum zum tragisch verstorbenen Schauspieler Heath Ledger: Der Mann hatte ein Faible für persönliche Videodokumentationen, die in “I Am Heath Ledger” nun einen intimen Blick in die Arbeit und das Leben des Darstellers offenbaren. Wegbegleiter Ledgers kommen dabei ebenfalls zu Wort, um das Bild des sympathischen Australiers zu vervollständigen.

Wakefield

Howard Wakefield, darstellt vom immer wieder umwerfend charismatischen Bryan Cranston, hat eines Tages die Idee, sich aus seinem Leben zurückzuziehen und den weiteren Verlauf der Dinge aus der Ferne zu beobachten. Job, Familie, ein herzeigbares Heim in der Vorstadt lässt er damit zurück und beobachtet aus dem Dachbodenfenster der eigenen Garage fortan sein einstiges Leben. Ein interessantes Psychogramm mit feiner Besetzung.

The Little Hours

Ein Frauenkloster in der Toskana als letzte Fluchtmöglichkeit: Der gedemütigte und zur Hinrichtung verurteilte Dave Franco findet als vermeintlich Taubstummer eine letzte Möglichkeit, dem Tod zu entrinnen. Doch statt Sicherheit erwarten den Schönling drei gelangweilte, auf Verführung ausgerichtete Nonnen (Alison Brie, Aubrey Plaza und Kate Micucci) sowie ein ständig betrunkener Priester (John C. Reilly). Unnötig zu erwähnen: Von der Komödie darf man sich einiges erwarten.

A Ghost Story

Schräge Kost, die naturgemäß am Sundance Filmfestival Premiere feierte und vom Publikum geliebt wurde: “A Ghost Story” erzählt von einem frisch verheirateten Pärchen (Casey Affleck und Rooney Mara), welches in einem alten Haus wohnt und in eine Stadtwohnung ziehen will. Just in dem Moment, als der Umzug ansteht, kommt Afflecks Charakter bei einem Autounfall ums Leben und kehrt als Geist im weißen Betttuch zurück. Vor seinem Tod wollte er sich nur widerwillig von seiner lieb gewonnenen Umgebung trennen, nun ist er an diese gebunden. Klingt merkwürdig, vermochte aber bisher jeden noch so skeptischen US-Kritiker zu überzeugen.

The Bad Batch

Ein romantischer Horror-Thriller rund um Kannibalismus mit Endzeit-Setting, bei dem neben Jason Momoa auch Jim Carrey und Keanu Reeves zum Einsatz kommen? All das und vieles mehr bringt “The Bad Batch” von Regisseurin Ana Lily Amirpour mit sich, die schon bei ihrem hervorragenden Debüt “A Girl Walks Home Alone at Night” gezeigt hat, das auch ein iranischer Vampir-Spaghetti-Western mit feministischen Unterton ohne weiteres machbar ist.

(Red.)

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