Die Verlegerin – Trailer und Kritik zum Film

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Die Verlegerin – Trailer und Kritik zum Film
In einer Zeit in der US-Medien zunehmend beschuldigt werden, “Fake News” zu liefern, ist Steven Spielbergs klassischer Hollywoodfilm “Die Verlegerin” eine Feier der freien Presse, ein sanfter Seitenhieb gegen Donald Trump, und mit Meryl Streep, eine Erkundung dessen, was es damals und vielleicht auch jetzt bedeutet, eine Frau in einer Männerwelt zu sein.

In einer großartigen Szene in Spielbergs Zeitungsdrama ist die Inhaberin der “Washington Post”, Katharine Graham (Meryl Streep), am Telefon mit mehreren mächtigen Männern, die ihr sagen, was sie tun soll. Sie ist es gewohnt, nicht ernst genommen zu werden, also überrascht es nicht, dass ihr Gesicht während des Gesprächs eine Reihe verunsicherter Verrenkungen durchmacht. “Ja…ähm…Große Entscheidung…”, stammelt sie. Sie könnte im Gefängnis landen und die brandneuen Aktien könnten wertlos werden. Ihre Freunde in Washington würden ihr Gesicht verlieren. Aber plötzlich löst sich ihre Spannung. Und schließlich trifft sie die Entscheidung: “Lasst uns veröffentlichen, lasst uns veröffentlichen!”

Die Verlegerin – Die Handlung

Die Rede ist von den Pentagon Papers, einer geheimen Studie der US-Regierung, die ein riesiges Netz von jahrzehntelangen Lügen von vier Präsidenten über den Krieg im Vietnam aufzeigte. Der ehemalige Militäranalytiker Daniel Ellsberg (Matthew Rhys) hatte die Unterlagen heimlich kopiert und im Jahr 1971 dem Reporter Neil Sheehan von der “New York Times” zugespielt. Als aber das Weiße Haus von Nixon gegen die “Times” eine einstweilige Verfügung gegen weitere Veröffentlichungen erwirkte, witterte Chefredakteur Ben Bradley (Tom Hanks) von der “Washington Post” seine Chance, zu einem wichtigen Player auf dem Gebiet des investigativen Journalismus zu werden und im Zuge der Watergate-Affäre ein Jahr später zum Rücktritt Nixons beizutragen.

Mit dem Aufstieg des Autoritarismus in den USA, der die freie Presse zum Staatsfeind erklärt hat, finden die Ereignisse von Steven Spielbergs Film auch heute ihre Relevanz – und das ganz bewusst. Spielberg hat in Interviews betont, dass er das Drama, geschrieben von Liz Hannah und Josh Singer (“Spotlight”), in nur neun Monaten “wegen Trump” fertigstellen wollte. “The Amazon Washington Post” nennt der amtierende Präsident die US-Tageszeitung gerne und spielt damit auf ihren heutigen Inhaber, den Multimilliardär Jeff Bezos, an. Den hat Trump im Verdacht, Teil einer Fake-News-Verschwörung zu sein.

Die Verlegerin – Die Kritik

Spielberg und Janusz Kaminski, sein Kameramann seit “Schindlers Liste”, bekommen die visuellen Details der Ära gut hin: Ein Hauch von Zigarettenqualm hängt in der Luft. Die Männer tragen Koteletten und senffarbene Hemden – so wie schon Robert Redford und Dustin Hoffman in Alan J. Pakulas Zeitungsfilm “Die Unbestechlichen”. Spielbergs Drama funktioniert gut als Vorgeschichte, und es schenkt uns auch eine Anspielung auf den Klassiker aus dem Jahr 1976, aber er ist um vieles selbstgefälliger und rührseliger. “Die Verlegerin” ist so poliert, wie man es von Hollywoods Darling erwarten würde. Aber es ist auch ein Film, der ein bisschen zu oft seine eigene großartige Bedeutung betont.

“Die Verlegerin” passt dennoch zu einem Jahr, das von Frauen definiert wurde, die von einer schiefen Machtdynamik genug haben. Obwohl Graham später als die “Eiserne Dame” bekannt wurde, ist die Frau, die Streep darstellt, weit davon entfernt. Sie war die erste weibliche Zeitungsverlegerin des Landes und musste sich durchsetzen gegen Männer, die sie gerne zurück auf die nächste Dinner Party geschickt hätten.

Es ist natürlich kein Zufall, dass ausgerechnet Streep, “die am meisten überbewertete Schauspielerin Hollywoods” (Zitat: Donald Trump) in diesem Film mitspielt. Vor zwei Jahren hielt die dreifache Oscar-Preisträgerin, die auch in diesem Jahr nominiert ist, eine bewegende Rede in der sie vor Trump warnte und ein Plädoyer für kritischen Journalismus hielt. Das gesamte Ensemble ist fabelhaft, aber der Film gehört ihr und einer bemerkenswerten Frau.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Die Verlegerin”

(APA)

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