Die österreichischen Filme auf der 54. Viennale

Nikolaus Geyrhalter ist mit der dialogfreien Dokumentation "Homo Sapiens" auf der Viennale 2016 vertreten
Nikolaus Geyrhalter ist mit der dialogfreien Dokumentation "Homo Sapiens" auf der Viennale 2016 vertreten - © Stadtkino Filmverleih
Auch die diesjährige Viennale bietet heimischen Produktionen Platz im Programm, bei der kommenden Ausgabe wurden diese nun auch prominenter platziert. Sechs Langfilme aus Österreich finden sich so abends auf der großen Leinwand des Gartenbaukinos wieder.

Darunter sind zudem Weltpremieren der Dokumentarfilme “Auf Ediths Spuren” von Peter Stephan Jungk und “Sühnhaus” von Maya McKechneay.

Heimische Produktionen im Viennale-Programm

Mit “Sühnhaus” (Kinostart: 8. Dezember) gibt die in Wien lebende Filmkritikerin und -vermittlerin McKechneay ihr Regiedebüt und geht der Geschichte des Grundstücks an jener schicksalhaften Adresse nach, an der 1881 beim Brand des Wiener Ringtheaters 400 Menschen starben. Der österreichisch-US-amerikanische Autor und Filmemacher Jungk wiederum adaptiert mit “Auf Ediths Spuren” sein 2015 erschienenes Buch über seine Großtante, die österreichische Fotografin und KGB-Agentin Edith Tudor-Hart (1908-1973).

Nikolaus Geyrhalters neue Dokumentation “Homo Sapiens”

Ergänzt werden die Filme von vier heimischen Produktionen, die bereits international bei Festivals reüssieren konnten und noch im Herbst regulär in die Kinos kommen. So wurde Valentin Hitz’ düstere Zukunftsvision “Stille Reserven” kürzlich beim Zurich Film Festival mit dem “Goldenen Auge” ausgezeichnet, weil er die Jury “formal fasziniert und inhaltlich beunruhigt hat”, während Händl Klaus mit seinem homosexuellen Liebesdrama “Kater” u.a. den “Teddy Award” bei der Berlinale und den Jurypreis beim Hong Kong Film Festival abräumte. Rainer Frimmels und Tizza Covis Film über die Sinnsuche eines Zirkusartisten, “Mister Universo”, lief zuvor im Wettbewerb von Locarno, Nikolaus Geyrhalters dialogfreie Doku “Homo Sapiens” über die Rückeroberung menschlicher Hinterlassenschaften durch die Natur im Berlinale-Forum.

 Michael Palms “Cinema Futures” zum Thema Film und Kino

Michael Palm zeigt nach der Uraufführung in Cannes “Cinema Futures”, einen Dokumentarfilm über Gegenwart und Zukunft von Film und Kino in der Ära des Digitalen. Das Filmarchiv Austria würdigt mit dem österreichisch-tschechischen Regisseur Robert Land heuer einen “verschollenen Filmemigranten”, während Manfred Schwaba zwei großen, im Jahr 1924 geborenen Kreativen mit seiner nur einminütigen “Vorausschau” ein filmisches Denkmal setzt: Viennale-Präsident Eric Pleskow und Schriftstellerin Friederike Mayröcker. Und mit u.a. den Langdokus “Accelerando” von Georg Wasner und “Moghen paris – und sie ziehen mit” von Katharina Copony sowie neuen Kurzfilmen von Sasha Pirker, Siegfried A. Fruhauf und Josef Darbernig ist auch die heimische Avantgarde gewohnt stark vertreten.

“Müllers Büro” zum 30-jährigen Jubiläum

Zu guter Letzt kramt die Viennale einen Publikumserfolg der 80er-Jahre hervor, der bis heute auf Platz 3 der bestbesuchten österreichischen Filme rangiert: “Müllers Büro” ist zum 30-jährigen Jubiläum als Matinee am Nationalfeiertag zu sehen; der Reinerlös der Vorführung im Gartenbaukino dient der “Bewahrung des Andenkens an Niki List”. Der Regisseur und Drehbuchautor des Detektivmusicals war 2009 im Alter von nur 52 Jahren verstorben.

Viennale-Logo-2016

54. Viennale Filmfestival
20. Oktober bis 2. November 2016
Ticketvorverkauf ab 15. Oktober
Programm auf www.viennale.at

>> Alle Informationen zur Viennale 2016

 

Viennale-2016-Sujet

(APA/Red.)

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