Die 10 Filmtipps der Redaktion für die Viennale 2016

Von Christoph Stachowetz
Akt.:
John Carpenters "They Live" sollte man sich auf der Viennale 2016 nicht entgehen lassen
John Carpenters "They Live" sollte man sich auf der Viennale 2016 nicht entgehen lassen - © Viennale
Die 54. Viennale beginnt, Stress und Hektik angesichts der eigenen Programmplanung sowie dem (Rest-)Ticketkauf macht sich langsam breit. Die Vienna.at-Redaktion hat das Programm durchgesiebt und zehn Tipps zu Spielfilmen sowie Dokumentationen, die man nicht übersehen sollte, zusammengestellt.

Zwar finden sich darunter auch Werke, die vermutlich in nächster Zeit in den heimischen Kinos vorzufinden sind, doch hinsichtlich der tollen Atmosphäre am Festival sollte man sich diese keinesfalls entgehen lassen.

Personal Shopper (Olivier Assayas)

Der Filmemacher von Werken wie “Après mai” oder unlängst “Clouds of Sils Maria” und langjähriger Autor der renommierten Filmzeitschrift Cahiers du cinéma bringt sein neues Werk “Personal Shopper” auf die Viennale, sogar persönlich. Darin stand erneut Kristen Stewart für den Franzosen vor der Kamera, als titelgebende Einkäuferin für eine Prominente. Wie das Ganze mit einer Geistergeschichte zusammenpasst, kann man im Gartenbaukino miterleben.

They Live (John Carpenter)

Ein absoluter Klassiker, leider angesichts des erfolgreichen Schaffens von Filmlegende John Carpenter (“Halloween”, “The Thing”) etwas in Vergessenheit geraten: In “They Live” geht es um eine Alien-Unterwanderung, die von Wrestler Roddy Piper aufgedeckt wird. Dieser findet nämlich eine Brille, welche die Manipulation der Aliens bloßlegt. Ein großartiges Werk rund um Gesellschafts- und Konsumkritik.

Arrival (Denis Villeneuve)

Frankokanadier Denis Villeneuve hat mit seinen letzten Filmen eine große Anhängerschaft gewonnen – und das nicht aus purem Zufall: Werke wie “Prisoners”, “Enemy” und zuletzt “Sicario” beeindruckten hinsichtlich Regie und Besetzung.  Noch vor den Arbeiten zur Fortsetzung von Ridley Scotts legendärem Sci-Fi-Noir “Blade Runner” hat der Filmemacher “Arrival” abgedreht, bei dem Amy Adams, Jeremy Renner und Forest Whitaker den ersten Kontakt mit Außerirdischen aufnehmen. Klingt vielleicht banal, wer Villeneuve kennt oder schon erste Kritiken aus dem Ausland gelesen hat, darf sich mit Garantie sehr auf einen außergewöhnlichen Film freuen.

Certain Women (Kelly Reichardt)

Regisseurin Kelly Reichardt hat mit großartigen Werken wie “Wendy und Lucy”, “Meek’s Cutoff” und “Night Moves” bereits ihr Talent für eigenwillige und zutiefst mitreißende Indie-Filme bewiesen. Nun folgt “Certain Women“, bei dem die US-Filmemacherin in mehreren Episoden die Schicksale von vier Frauen miteinander verstrickt. Abermals findet sich auch hier eine tolle Besetzung rund um Laura Dern, Michelle Williams und die oftmals unterschätzte Kristen Stewart.

Operation Avalanche (Matt Johnson)

Alles nur Fake: In “Operation Avalanche” wird eine Mischung aus Verschwörungsthriller und schräger Komödie präsentiert, bei der es um die vermeintlich inszenierte Mondlandung von 1969 geht. Found Footage, Archivmaterial und Super 8-Home-Movie-ähnliche Szene werden hier vermischt – mit gekonnt absurdem Endergebnis.

Austerlitz (Sergei Loznitsa)

Sergei Loznitsa nimmt sich in “Austerlitz” der Thematik von Konzentrationslagern an: Wie lässt sich die Balance zwischen historischer Gedenkstätte und kontemporärer Kultur herstellen, wie passen Kinderwägen-schiebende Besuchermassen mit den Grausamkeiten der Vergangenheit zusammen?

Le Complexe de Frankenstein (Alexandre Poncet, Gilles Penso)

Nicht nur menschliche Darsteller zeigen oftmals vor der Kamera ihr Können, auch so manches Filmmonster oder ähnliche Kreaturen zeigen mit effektiver Darstellung ihre Unverzichtbarkeit. Wer steckt aber hinter Schöpfungen wie Hellboy, den Gremlins oder dem Alien? Die Dokumentation “Le Complexe de Frankenstein” stellt die Designer jener Kreaturen in den Vordergrund.

Listen to me Marlon (Stevan Riley)

Brando über Brando: In der Doku “Listen to me Marlon” montiert der nordirische Filmemacher Stevan Riley aus Archivbildern, TV-Interviews und 300 Stunden Tonbandmonologen eine biographische “Studie” zum legendären Hollywoodstar, die ungewöhnlicher und interessanter kaum sein könnte.

Weiner (Josh Kriegman, Elyse Steinberg)

Aufstieg und Fall eines US-Politikers: Nein, es geht definitiv nicht um Donald Trump, in Sachen Fettnäpfchen steht aber auch der titelgebende Ex-Abgeordnete und New Yorker-Bürgermeisterkandidat Anthony Wiener dem Immobilienmogul in nichts nach. Die von US-Kritikern gelobten Dokumentation “Weiner” zeigt ein intimes Porträt eines talentieren und engagierten Mannes, der über seine eigenes Social-Media-Engagement gestolpert ist – mehrfach.

V Luchakh Solnca (Vitaly Manksy)

V Luchakh Solnca” oder “Im Strahl der Sonne” beschäftigt sich mit der Propagandamaschinerie Nordkoreas: Der russische Filmemacher Vitaly Mansky erhielt für seinen Film eine selten vergebene Dreherlaubnis, um den Alltag einer typischen Familie in der spätstalinistischen Diktatur Kim Jong-uns zu dokumentieren. Sport-Drills, Ideologie-Unterricht und die Überwachung der im Film gezeigten Abläufe werden von Mansky offenbarend und dabei faszinierend-erschreckend dargestellt.


Viennale-Logo-2016

54. Viennale Filmfestival
20. Oktober bis 2. November 2016
Programm auf www.viennale.at

>> Alle Informationen zur Viennale 2016

Viennale-2016-Sujet

(Red.)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen