DDR unterstützte britischen Bergarbeiterstreik gegen Thatcher

Die DDR hat Mitte der 80er Jahre einen entscheidenden britischen Bergarbeiterstreik finanziell unterstützt. Das geht aus Dokumenten hervor, die der in Manchester lehrende Historiker Prof. Stefan Berger für sein Buch “Friendly Enemies: Britain and the GDR 1949 to 1990” ausgewertet hat.

Der britische Gewerkschaftschef Arthur Scargill – der große Gegenspieler der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher – habe selbst die Verhandlungen mit den DDR-Funktionären geführt, sagte Berger am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Insgesamt erhielt die britische Bergarbeitergewerkschaft von kommunistischen Gewerkschaften in Ost und West 1,4 Millionen Pfund.

Dreh- und Angelpunkt für die Hilfe sei Ostberlin gewesen, sagte Berger. “Es ist wahrscheinlich, dass ein Großteil des Geldes nicht aus der DDR kam, sondern aus anderen Ländern. Die kommunistischen Staaten wollten das weitgehend geheim halten.” Die DDR habe die britischen Bergarbeiter auch auf andere Weise unterstützt, so hätten Kinder der Streikenden Urlaub in Ostdeutschland machen können.

Paradox ist, dass die DDR aber auch eigene Braunkohle nach Großbritannien lieferte und damit Premierministerin Thatcher dabei half, den Streik durchzustehen und letztlich zu brechen. Das Scheitern des Streiks gilt als Wendepunkt der britischen Nachkriegsgeschichte. Die Macht der Gewerkschaften wurde dadurch nachhaltig geschwächt.

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