Das war der Freitag am Donauinselfest: 1,1 Mio. Inselbesucher zum Auftakt

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Das Wetter hielt, die Stimmung tobte am Freitag am DIF.
Das Wetter hielt, die Stimmung tobte am Freitag am DIF. - © Vienna.at/Raimund Appel
Der erste Tag des 32. Donauinselfestes macht sich nicht schlecht in der Statistik: Mit 1,1 Millionen Besuchern zählte der Freitag zu einem der stärksten Auftakte überhaupt, freute man sich seitens des Veranstalters, der Wiener SPÖ. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es “nur” 900.000. Vor allem die Headliner auf der Festbühne zogen die Besucher an. Für Samstag steht leider eine Gewitterwarnung an.

Bereits am Nachmittag strömten die Besucher auf die Insel, um das Sport- und Freizeitangebot des Festivals auszukosten, das sommerliche Wetter lud zum Verweilen ein.

Vor der Festbühne am Donauinselfest war am späteren Nachmittag noch viel Platz. Der Brite James Cottriall sorgte gegen 18.00 Uhr das erste Mal am Eröffnungstag für regen Zulauf. Nur 15 Minuten musste das Publikum ausharren, um mit “By your side” einen ersten Ohrwurm serviert zu bekommen. Neues Liedgut wie der Song “Stupid” wurde ebenso kredenzt.

Harmonischer Auftakt auf der Donauinsel

Im unaufgeregten Harmoniemodus ging es weiter. Mark Forster, u.a. erfolgsverwöhnt dank Zusammenarbeit mit Sido für die Single “Au revoir”, erfreute die Menge mit deutschsprachigen Soft-Pop.

Mehr in Richtung “Bildungsauftrag” ging es indes bei der FM4-Bühne, wie die Wiener Rapperin Yasmo selbst bekundete. Mit Unterstützung der “Klangkantine” bot sie eine gute halbe Stunde politisch ambitionierten Hip-Hop, wobei die Wortkünstlerin seit jeher auf den genreüblichen Chauvinismus verzichtet. Der Auftritt der Slampoetin erfreute gleichsam durch textliche wie musikalische Ausgeklügeltheit. Dank beherzt agierender Bläserbatterie groovten Songs wie “Fuck the Academy” oder “Wer hat Angst vorm weißen Mann” ordentlich und gaben der Sache einen intensiven Brass-Anstrich.

Das Wetter hielt – knapp, aber doch

Mit fortschreitender Stunde trübte sich der anfangs vorwiegend blaue Himmel zusehends ein. Zwischendurch fiel auch der eine oder andere Tropfen. Notwendigkeit für Regenschutz bestand dann aber doch nicht, die Besucher atmeten auf.

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Hauptacts am ersten DIF-Abend

Ebenfalls für gute Stimmung sorgte das Duo The Common Linnets. Song Contest-Fans hatten sich am Freitag besonders auf die beiden Musiker aus den Niederlanden gefreut.

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Zum großen Finale, das der britische R&B-Star Taio Cruz mit Songs wie “Hangover” und der deutsche Chartskönig Andreas Bourani bestritten, kamen teils bis zu 100.000 Menschen. Die Massen schienen auf der Wiese kaum noch Platz zu finden (Bild: APA).

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Hits wie “Auf uns” gegen Ende der Show wurden fleißig bejubelt, das Publikum erwies sich zudem als äußerst textsicher. Um Mitternacht war dann – wie auf allen anderen Bühnen – Schluss mit Feiern.

Hip-Hop-Fokus auf der FM4-Bühne

Dicht gedrängt ging es gegen Ende auch vor der FM4-Bühne zu. Rapper Nazar brachte dort seine nicht selten testosterongeschwängerten Lyrics unters Volk. Außerdem erzählte er von seinem neuen Plattenvertrag, den er eben unterschrieben habe. Teil des Deals: Das Label würde all seine Anwaltskosten übernehmen, freute er sich. Nazar wurde erst im Frühjahr zu einer Geldstrafe von knapp 2.500 Euro verurteilt, nachdem er FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bei einem Konzert als “Hurenkind” bezeichnet hatte (Bild: APA).

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Überhaupt stand der FM4-Bereich am Freitag gänzlich im Zeichen von Hip-Hop. Der Linzer Rapper Skero, ehemaliges Texta-Mitglied und seit geraumer Zeit mit diversen Projekten umtriebig, nutzte die Gelegenheit, um am Inselfest sein neues, zweites Soloalbum “Der Riese im Glashaus” vorzustellen. “Ich bin extrem zufrieden und ich schwör Euch: Es taugt Euch, wenn Ihr’s Euch durchhört”, lobpreiste der mit fetter Goldkette behängte Dialektrapper.

Abschluss mit Skero

So gänzlich dürfte die Menge allerdings noch nicht überzeugt worden sein. Trotz manch wippender hochgestreckter Arme, die zum kleinen Einmaleins der Genreposen gehören, konnte man in einigen Gesichtern doch eine Spur Langeweile ablesen. Das änderte sich nur zeitweilig – etwa als Skero nach einer halben Stunde die “Brasshoppers” samt Dirigent aufmarschieren ließ, um beispielsweise seinen Superhit “Kabinenparty” mit breitem Bläsersupport zu performen.

Ansonsten gab es fast ausschließlich neue Songs. In Reimform protestiert Skero dabei gegen Umweltverschmutzung (“Plastic Bottle Beach”), zu viel Stress (“Hudeln”) oder den Kapitalismus und “die Rechten” per se (“Stur”). “Um das Geld von der Hypo könnte man allein 20 Flüchtlingsheime bauen”, so seine Analyse.

Gewitter am Samstag möglich

Grund für den großen Andrang am Freitag dürfte auch das perfekte Wetter gewesen sein. Bei angenehmen Sommertemperaturen blieb es – bis auf vereinzelte Regentropfen – den ganzen Tag über trocken. Das könnte sich am Samstag ändern. Vor allem gegen Abend hin wurden einzelne Schauer oder Gewitter prognostiziert.

Am Samstag stehen Acts wie Wanda (doch nicht abgesagt!), Thees Uhlmann, Natalie Imbruglia und Anastacia weiter – alle Infos zum Line-Up am Samstag lesen Sie hier.

(APA/Red.)

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