CO-Austritt in Wien-Margareten: Haus evakuiert, Mutter und Tochter verletzt

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Beim Einsatz in Margareten
Beim Einsatz in Margareten - © Berufsrettung Wien
Rettung und Feuerwehr wurden Dienstagnacht gegen 20:30 Uhr zu einem Notfall nach Wien-Margareten gerufen. Als die Sanitäter der Berufsrettung am Notfallort ankamen waren, schlug ihr CO-Melder Alarm.

Eine 21-jährige Frau und deren Mutter (48) sind bei einem Austritt von Kohlenmonoxid in einer Wohnung in der Laurenzgasse in Wien-Margareten verletzt worden. Die Tochter hatte sich bei dem Vorfall am Dienstagabend sogar in Lebensgefahr befunden und musste reanimiert werden. “Sie wurde mit einer schweren CO-Vergiftung ins Spital gebracht”, sagte Corina Had, Sprecherin der Berufsrettung Wien.

Das giftige, aber geruchlose Gas war aus einer Gaskombitherme ausgetreten und hatte sich bereits weithin ausgebreitet: “Das CO-Meldegerät, das unsere Mitarbeiter seit einigen Jahren standardmäßig am Rucksack tragen, hat schon im Stiegenhaus angeschlagen”, berichtete die Sprecherin.

Gebäude in Margareten evakuiert

Bereits beim Betreten des Hauses schlugen die Warngeräte der Feuerwehr an, sodass es notwendig war, das gesamte Gebäude unter Atemschutz zu evakuieren. Zahlreiche Wohnungen im Haus wurden durch die Feuerwehr geöffnet und auf verunfallte Personen abgesucht. Die Sanitäter der Berufsrettung brachten zwei Frauen gemeinsam mit anwesenden Polizisten aus der Wohnung.

Zwei Frauen durch CO-Austritt verletzt

In der Wohnung in einem großen Mehrparteienhaus in der Laurenzgasse befanden sich demnach die beiden Frauen und eine weitere Person sowie Polizisten, die auf den Notruf der Familie hin als erste angerückt waren. Anders als Rettung und Feuerwehr ist die Polizei nicht routinemäßig mit CO-Meldern ausgestattet. Alle Anwesenden wurden dann schnellstmöglich von den Berufsrettern in Sicherheit gebracht.

Eine der beiden Frauen, eine 21-Jährige, war in lebensbedrohlichen Zustand. Sie musste notfallmedizinisch versorgt und kurzzeitig auch reanimiert werden.

Die 21-Jährige musste an Ort und Stelle notfallmedizinisch versorgt und kurzzeitig auch reanimiert werden. Ihre Mutter kam mit einer leichten CO-Intoxikation ins Krankenhaus. Weitere sieben Hausbewohner wurden im Katastrophenzug der Rettung behandelt.

Hintergrund des Kohlenmonoxid-Austritts unklar

Was genau zu der gefährlichen CO-Konzentration geführt hat, war am Mittwoch noch unklar, sagte Gerald Schimpf von der Berufsfeuerwehr gegenüber APA. Infrage kommen eine Behinderung beim Abzug oder eine Störung am Gerät. Die Feuerwehr evakuierte, ausgerüstet mit Atemschutz, das gesamte Gebäude und durchsuchte rund 20 Wohnungen rund um den Unfallort, um sicherzustellen, dass Nachbarn nicht in Gefahr gerieten. “Kohlenmonoxid kann durch die Wände durch diffundieren oder sich durch Lüftungskanäle verbreiten”, erläuterte der Sprecher.

Kurz vor 22.00 Uhr konnten die Hausbewohner in das Gebäude zurückkehren, nachdem die Feuerwehr Hochleistungslüfter eingesetzt hatte.

CO2: Feuerwehr und Rettung informieren

Wie die Wiener Berufsrettung anlässlich des Vorfalls in Margarten informierte, ist seit einigen Jahren jeder Rettungsrucksack der Berufsrettung Wien standardmäßig mit einem CO-Meldegerät ausgestattet. Dieses schlägt sofort Alarm, wenn sich eine gefährliche Konzentration an CO in der Luft befindet.

Sicherheitshinweise zu diesem Thema gab zu diesem Anlass auch die Berufsfeuerwehr Wien. Kohlenmonoxid ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, welches bei unvollständiger Verbrennung entsteht und bereits bei geringsten Konzentrationen zu lebensbedrohlichen Vergiftungen sowie zum Tod führen kann. Gaskombithermen und Gasdurchlauferhitzer müssen regelmäßig durch Fachkräfte gewartet werden und die Installation von Geräten, welche Luft aus einem Wohnraum ansaugen (dies können zum Beispiel Dunstabzüge, Abluftventilatoren oder Klimageräte sein), ist immer mit einem Rauchfangkehrer abzuklären. Bei Unklarheiten können Sie Informationen bei den Inspektionsrauchfangkehrern der Berufsfeuerwehr der Stadt Wien (MA 68) unter der Telefonnummer 01 597 03 00
einholen, so die Feuerwehr.

(apa/red)

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