Caritas eröffnet drittes Wiener Lerncafé in der Brotfabrik in Favoriten

Nicht jedes Kind hat die Möglichkeit, zuhause gut zu lernen - die Wiener Lerncafés schaffen Abhilfe
Nicht jedes Kind hat die Möglichkeit, zuhause gut zu lernen - die Wiener Lerncafés schaffen Abhilfe - © pixabay (Sujet)
Die erfolgreiche Initiative für mehr Bildung und Integration geht weiter: Im Beisein von Familienministerin Sophie Karmasin eröffnete die Caritas in Favoriten das dritte Lerncafé Wiens und damit den 43. Lerncafé-Standort in ganz Österreich.


„Jedes Kind hat ein Recht auf Wissen und Bildung und soll unabhängig von Elternhaus oder Herkunft die gleichen Chancen für eine erfolgreiche Zukunft haben“, sagte Caritas-Präsident Michael Landau bei der Eröffnung des neuen Caritas-Lerncafés in der Brotfabrik in Wien-Favoriten.

Eröffnung des dritten Wiener Lerncafés

Die Eröffnung am Dienstag fand im Beisein von Familienministerin Sophie Karmasin und mit jenen beiden Akteuren statt, die das 43. Lerncafé mit ihrer Unterstützung ganz maßgeblich ermöglicht haben: Kerstin Neumayer, der Vorstandsvorsitzenden von Merkur und Frank Hensel, dem Vorstandsvorsitzenden der REWE International AG und Schirmherr der Initiative „Lernen macht Schule“. „Für diese Unterstützung möchte ich mich sehr herzlich bedanken“, betonte Landau. „Unser aller Ziel ist klar: Gemeinsam mit vielen Freiwilligen und gemeinsam mit starken Partnern wollen wir möglichst viele Kinder auf ihrer Bildungsreise begleiten. Denn Bildung ist die beste Armutsprävention.“

20 Kinder und vier studentische Lernbuddys lernen zusammen

Die Initiative „Lernen macht Schule“ von Caritas, REWE International AG und Wirtschaftsuniversität Wien, bei der Studierende der WU Kinder als Lernbuddys unterstützen, konnte seit dem Startschuss vor sieben Jahren laufend ausgebaut werden. Die Eröffnung eines Lerncafés ist ein weiterer wichtiger Schritt. Hier startet „Lernen macht Schule“ nun mit vier freiwillig teilnehmenden Studierenden und 20 Kindern. Landau: „Die Erfahrung macht uns sicher: Gemeinsam können wir den Kindern jene Unterstützung geben, die sie benötigen. 97 Prozent der Kinder, die im Vorjahr ein Lerncafé der Caritas besucht haben, haben das Schuljahr positiv abgeschlossen.“

Auch Sophie Karmasin, Bundesministerin für Familien und Jugend zeigt sich von der jahrlangen Initiative begeistert: „Der erfolgreiche Schulabschluss ist für Kinder – ob mit oder ohne Migrationshintergrund – der Schlüssel für eine erfolgreiche Berufslaufbahn. Deswegen müssen wir alles tun, um unsere Kinder dabei zu unterstützen. Ich danke den Initiatoren und Unterstützern dieses neuen Lerncafés, die damit einen wichtigen Beitrag für die Förderung der Kinder und die Unterstützung von Eltern leisten“.

Chancengerechtigkeit unabhängig von Herkunft

Nicht alle Kinder – ob mit oder ohne Migrationshintergrund – können die Schule und die ihnen gestellten Hausaufgaben ohne Hilfe bewältigen. Vielen Eltern ist es jedoch kaum möglich, ihre Kinder zu unterstützen. Oft fehlt das Geld für Nachhilfestunden oder Nachmittagsbetreuung. Eine beengte Wohnsituation oder ein niedriges formales Bildungsniveau der Eltern, prekäre soziale Verhältnisse, sowie mangelnde Deutschkenntnisse oder Berufstätigkeit beider Eltern, die ein Lernen mit den Kindern verhindert – die Gründe für mangelnde Chancengerechtigkeit sind vielfältig.

„Bildung ist für Kinder und Jugendliche der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche Zukunft und die wichtigste Grundvoraussetzung für ein harmonisches Zusammenleben in unserer Gesellschaft“, unterstreicht Frank Hensel, Vorstandsvorsitzender der REWE International AG und Schirmherr der Initiative „Lernen macht Schule“. Zusätzlich unterstützt wird das Lerncafé von MERKUR, die unter anderem auch im Rahmen der Aktion „Aufrunder bewirken Wunder“ gemeinsam mit ihren Kunden den  Lerncafés der Caritas mittragen.

Lernen mit neuester Technologie

Unterstützt wird dieses neue Lerncafé durch Technologie von Ricoh Austria. Eine eigens dafür entwickelte Lernsoftware soll den Kindern und Jugendlichen das Lernen erleichtern und spielerisch Wissen vermitteln. Dazu hat Ricoh einen Interactive Learning Table, ein Multitouchscreen, sowie einen Projektor für eine digitale Tafel zur Verfügung gestellt.

„Seit 2012 befassen wir uns intensiv mit dem Thema kompetenzorientiertes Lernen und der zentralen Frage, wie digitale Technologien für Lehr- und Lernzwecke effizient eingesetzt werden können. Wir freuen uns sehr, die Initiative „Lernen macht Schule“ mit unserem Know-How in Learning Services zu unterstützen“, so Michael Raberger, CEO Ricoh Austria & Hungary.

„Lernen macht Schule“ – die Initiative

„Lernen macht Schule” ist eine Initiative der Caritas der Erzdiözese Wien und der Wirtschaftsuniversität Wien, unterstützt von der REWE International AG und ihren Partnern. „Lernen macht Schule“ tritt gegen die Tatsache an, dass Armut im Elternhaus massiv die Chancen auf Bildung einschränkt. Studierende der WU Wien und Kinder aus sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen lernen mit- und voneinander – so werden Bildung und Integration vorangetrieben. Rund 240 Kinder werden im Rahmen des Programms „Lernen macht Schule“ von rund 180 Studierenden, die sich freiwillig als Buddys engagieren, regelmäßig betreut. Mittlerweile wurde die Initiative auf die Pädagogische Hochschule Niederösterreich in Baden und die Universität Salzburg ausgeweitet.

Eckdaten zu den Caritas-Lerncafés

Österreichweit werden in mittlerweile 43 Lerncafés über 1000 Kinder und Jugendliche von 350 Freiwilligen beim Lernen unterstützt. 22 Lerncafés werden dabei mit Mitteln des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres gefördert. Im letzten Schuljahr haben 97 Prozent der teilnehmenden Kinder die jeweilige Schulstufe positiv abgeschlossen. Rund 500 Kinder und Jugendliche stehen auf der Warteliste für einen Platz in einem Lerncafé – der Bedarf ist deutlich größer als das Angebot.

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