Bunt und uneben: Das KunstHausWien feiert Jubiläum

Das Hundertwasser-Haus feiert Geburtstag.
Das Hundertwasser-Haus feiert Geburtstag. - © APA/Robert Jäger
Das Hundertwasser-Haus im 3. Bezirk feiert sein 25-jähriges Bestehen. Ein Blick auf eine bewegte Vergangenheit und finanziell vorerst abgesicherte Zukunft.

Es ist ein Museum ohne Ecken und Kanten – was in diesem Fall keine Kritik an mangelnden Inhalten darstellt. Vielmehr zeichnet sich das von Friedensreich Hundertwasser gestaltete KunstHausWien architektonisch durch Bunt- und Unebenheit aus. Gerade Linien sind verpönt. Rund ist auch der aktuelle Geburtstag: Das farbenprächtige Gebäude wurde vor 25 Jahren eröffnet.

Am 9. April 1991 schritten der damalige Bürgermeister Helmut Zilk und Bundeskanzler Franz Vranitzky (beide SPÖ) zur Tat und übergaben das Haus seiner Bestimmung. Zuvor hatte die Möbelfirma Thonet in dem Objekt produziert. Das in Kooperation mit der BAWAG realisierte, begehbare Kunstwerk war als Präsentationsort gedacht – und als Statement: “Hier soll der der Natur entfremdete Baum- und Höhlenbewohner Mensch sich wieder wohlfühlen dürfen, soll seine Sehnsucht nach Kunst als Brücke zwischen der Schöpfung, der Natur und der Kreativität des Menschen Erfüllung finden”, hieß es damals.

KunstHausWien: Bewegte 25 Jahre

90 Ausstellungen mit mehr als 3,5 Millionen Besuchern wurden seither an der Adresse Untere Weißgerberstraße 13 veranstaltet. Vor allem die Fotografie spielt im KunstHausWien inzwischen eine maßgebliche Rolle. Werke von Cecil Beaton, Rene Burri, David LaChapelle, Annie Leibovitz, Robert Maplethorpe, Man Ray und Henri Cartier-Bresson wurden dort gezeigt. Die erste Schau war 1991 Jean Tinguely gewidmet. Die wichtigste Rolle spielt natürlich der Meister selbst: Das Haus beherbergt die weltweit einzige umfassende permanente Hundertwasser-Ausstellung, wie betont wird. Der Künstler hat im obersten Stockwerk zeitweise übrigens auch gewohnt.

Auch in Sachen Eigentümer beziehungsweise Betreiber gestaltete sich die Geschichte wechselvoll. 2007 übernahm die Wien-Holding den Ausstellungsbetrieb zum symbolischen Preis von einem Euro. Die Immobilie verblieb zunächst in den Händen der BAWAG-Leasing und der Hundertwasser-Stiftung. Inzwischen gehört das Gebäude zum Portfolio von Investmentfonds-Gründer Christian Baha.

KunstHaus freut sich über hohe Eigendeckung

Wien-Holding-Geschäftsführer Peter Hanke zeigte sich am Montag bei der Geburtstagspressekonferenz zufrieden. Im Vorjahr wurden 148.000 Tickets verkauft – mit weiter steigender Tendenz, wie versichert wurde. Ein Drittel der Besucher kommt aus heimischen Gefilden. Bei den internationalen Gästen führt Deutschland vor Frankreich.

Der Eigendeckungsgrad des Unternehmens beträgt 55 Prozent. “Das ist ein absoluter Spitzenwert in der Wiener Museumslandschaft”, freute sich Hanke. Die Holding sponsert das Haus mit jährlich 800.000 Euro, die Förderung durch das Kulturamt beträgt 400.000 Euro. Thematisch orientierte man sich zuletzt neu: Direktorin Bettina Leidl verwies auf die nunmehrige Positionierung als “grünes Museum”, das sich verstärkt ökologischen Themen widmen will.

Angebote zum 25-Jahr-Jubiläum

Das Jubiläum wird natürlich auch gefeiert: Am 9. April, also dem Jahrestag, findet ein Familiensamstag mit kostenlosem Kinderprogramm statt, wie Leidl berichtete. Auch eine neue Familienjahreskarte um 39 Euro wird es künftig geben. Am 6. Mai findet ein “Tag der offenen Tür” mit Gratiseintritt statt. Speziell wird auch dem Gründer gedacht, etwa mittels eines “Hundertwasser-Walks” zwischen Hundertwasserhaus und KunstHausWien. Auf Dreiecksäulen wird im öffentlichen Raum Wissenswertes über die Hundertwasserwelt vermittelt.

Angeboten wird auch eine neue, im Metroverlag erschienene Publikation: Im Buch “100 x Hundertwasser” von Caro Wiesauer schildert nicht zuletzt den ungewöhnlichen Zugang des Nonkonformisten zum Alltagsleben.

(APA, Red.)

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