Bürgermeister Michael Häupl auf Visite in Teheran

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Wiens Bürgermeister Michael Häupl.
Wiens Bürgermeister Michael Häupl. - © APA/Robert Jäger
Wiens Bürgermeister Michael Häupl besuchte die iranische Hauptstadt Teheran. Die Visite zog auch Kritik nach sich.

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hat im Rahmen einer Delegationsreise den Iran besucht. Fast ein Jahr, nachdem in der Bundeshauptstadt die entscheidende Einigung zum Atomabkommen erzielt worden war, traf sich Häupl mit Vertretern der Hauptstadt Teheran sowie der dortigen Universität – um über Themen wie Stadtinfrastruktur, Tourismus oder Bildungskooperationen zu sprechen.

Auf dem Programm stand etwa eine Unterredung mit dem Gouverneur der Provinz Teheran, Hossein Hashemi, wie die iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtete. Dabei seien die Bereiche Energiesicherheit, Abfallmanagement oder die Erneuerung städtischer Transportsysteme diskutiert worden.

Häupl will Zusammenarbeit mit Teheran ankurbeln

Laut Hashemi ist die 14-Millionen-Metropole Teheran unter anderem für 80 Prozent der iranischen Exporte technischer Produkte verantwortlich. Die Erneuerung der Industriestruktur in der Region und die Schaffung von High-Tech-Clustern mit Beteiligung ausländischer Investoren würden derzeit zu den wichtigsten Schwerpunkten gehören, betonte der Gouverneur.

Bürgermeister Häupl nutzte den Besuch auch, um iranischen Touristen Wien als Reiseziel zu empfehlen. Bei seinem Besuch an der Universität Teheran wurde zudem, wie es hieß, das beiderseitige Interesse bekundet, künftig sich zu Themen wie Stadtplanung, Architektur oder Festivals auszutauschen. Im Büro des Bürgermeisters wurde der APA der Besuch Häupls in Teheran bestätigt. Die Delegationsreise endet demnach am Montag.

Kritik an Häupls Teheran-Besuch

Das irankritische Bündnis “Stop the Bomb” übte in einer Aussendung heftige Kritik an der Visite: Häupl sei “trotz der derzeit in Teheran stattfindenden Veranstaltung zur Holocaust-Leugnung und der Verfolgung von Gewerkschaftern” in den Iran gereist. Trotz Irans “Terrorfinanzierung und Gefahren der Geldwäsche” soll sich Häupl für vermehrte Bankenkooperation ausgesprochen haben, berichtete die Initiative – die von einer “Anbiederung an das iranische Regime” sprach.

“Während Häupl in antifaschistischen Sonntagsreden das ‘Nie Wieder!’ beschwört, will er offenbar mit den antisemitischen Ajatollahs ins Geschäft kommen. Wir fordern vom rot-grünen Wien, die Kollaboration mit dem iranischen Regime sofort einzustellen”, verlangte das Bündnis.

(APA, Red.)

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