Breite Front gegen WKR-Ball

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Proteste gegen WKR-Ball 2011
Proteste gegen WKR-Ball 2011 - © Hans Punz/dapd
Der WKR-Ball, der am Freitag Abend in der Hofburg stattfindet, ist nicht nur ein Feindbild der extremen Linken. In Österreich existiert eine breite Front gegen den als rechtsextrem eingestuften Ball.

So empört sich zum Beispiel Maria Clar vom Vorsitzteam der ÖH Wien nicht nur über den Event an sich, sondern auch die Medien-Berichterstattung darüber empört: “Legitime und verfassungsrechtlich geschützte Proteste werden als Sicherheitsproblem diffamiert und verfassungskonforme Demonstrationen als chaotische Gewaltaktionen abgeschrieben. Gleichzeitig wird auf die Tatsache, dass in der Hofburg antidemokratische und verfassungsfeindliche Gruppierungen unter dem Deckmantel eines Tanz-Events das Fortbestehen menschenverachtender Ideologien und sich selbst feiern, kaum eingegangen.”

Grüner Ellensohn findet das Datum geschmacklos

David Ellensohn, Klubobmann der Grünen Wien, mahnt am Holocaust-Gedenktag der UNO (27. Jänner) zum Nachdenken über den dramatischen Anstieg rechtsextremer Aktivitäten, nicht nur in Österreich: Vom Massaker in Norwegen über den rassistischen Motiven begangenen Mord in Traun mit einem Toten bis hin zum rechtsextremen Terrorismus in Deutschland. “Rechtsextreme Vereinigungen versuchen sich in der Mitte unserer Gesellschaft einzunisten. Dass der von rechtsextremen Organisationen getragene WKR-Ball ausgerechnet am Tag der Befreiung von Auschwitz stattfindet, ist unerträglich”, so Ellensohn.

SPÖ spricht WKR-Ball auch direkt an

Auch aus der SPÖ kommt Kritik, allerdings nicht so direkt. So empfindet auch Landtagsabgeordneter Christian Deutsch besonders das Datum “provokant”. Ansonsten konzentriert er sich auf den Holocause-Gedenktag: “Der heutige 67ste Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz ist eine Mahnung, dieses Menschheitsverbrechen und seine Opfer niemals zu vergessen. Dieser Verantwortung können, dürfen und werden wir uns niemals entziehen. Aus der Erinnerung ergibt sich aber auch ein klarer Auftrag, zu handeln: Nämlich gegen jede Form von Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Hetze jederzeit aktiv aufzutreten!”

Deutlicher äußert sich die SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr: “Dass dieser Ball ohne jeden Zweifel dem rechtsextremen Milieu zuzuordnen ist, zeigt sich einmal mehr daran, dass jetzt auch die Neonazi-Gruppe ‘Stolz und Frei’ auf ihrer Homepage den WKR-Ball bewirbt. Und das mit übelster Propaganda wie ‘Nie wieder Antifaschismus’ und einschlägigen Formulierungen, die noch dazu durchsetzt sind mit Drohungen gegen Antifaschistinnen und Antifaschisten, die heute Abend gegen den WKR-Ball demonstrieren”, sagt Bayr. Kritik übt Bayr in diesem Zusammenhang an der FPÖ: “Die FPÖ spricht von ‘Stützen der Gesellschaft’, die sich auf dem WKR-Ball versammeln und FPÖ-Chef Strache brüstet sich als Garant für die Weiterführung dieses Balles: All das belegt, wes Geistes Kind die FPÖ ist und wie ernst sie es mit der Abgrenzung gegen Rechts nimmt”, betont Bayr

Die zwei Gesichter Österreichs beim WKR-Ball

SOS Mitmensch weist darauf hin, dass Österreich am 27. Jänner seine zwei Gesichter zeigt. Österreich zeigt, dass es ein breites Bündnis gegen Rechtsextremismus gibt und dass viele Menschen gewillt sind, ein Zeichen gegen Unrechtsideologien, gegen Hetze und gegen Gewalt zu setzen. Österreich zeigt aber auch sein zweites Gesicht, nämlich dass die extreme Rechte noch immer einen Fuß im Zentrum der Gesellschaft drinnen hat und dass es bisher viel zu oft an konsequentem politischen Handeln gegen Rechtseytremismus gefehlt hat. Rechtsextrem durchsetzte Vereinigungen hätten schon längst aus der Hofburg verbannt und der Skandalball am Holocaust-Gedenktag verhindert gehört.

Bei SOS Mitmensch weist auch darauf hin, dass die geplante Kundgebung am Heldenplatz von mehr als 60 Organisationen getragen wird.

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