Belvedere feiert erfolgreichstes Jahr seiner Geschichte

Grund zur Freude beim Belvedere.
Grund zur Freude beim Belvedere. - © APA/Georg Hochmuth
Mit über 1,2 Millionen Besuchern stellte das Belvedere in Wien einen neuen Rekord auf. Nur das 21er Haus verzeichnete einen Rückgang.

Die Rekordzahl von 1.266.620 Besuchern verzeichnete das Belvedere im abgelaufenen Jahr, eine Steigerung von rund 18 Prozent gegenüber 2014. Direktorin Agnes Husslein-Arco hatte daher bei der heutigen Saison-Pressekonferenz allen Grund zur Freude: “2015 war für uns das erfolgreichste Jahr des Belvederes und meiner nun schon neunjährigen Direktion.”

Spitzenreiter bei den Standorten war das Obere Belvedere mit 739.468 Besuchern, gefolgt vom Unteren Belvedere mit 387.486 Interessierten. Das Winterpalais, wo die attraktive Olafur-Eliasson-Ausstellung noch bis 6. März zu sehen ist, verzeichnete eine Steigerung um 38 Prozent auf 98.205 Besucher. Im 21er-Haus verzeichnete man mit 41.461 Gästen zwar einen leichten Rückgang (2014: 42.617), doch eine Ertragssteigerung, wie die kaufmännische Direktorin Ulrike Gruber-Mikulcik berichtete.

“Wir wollen Wissenschaft sexy machen”

Die Veranstaltungen der Kunstvermittlung hatten 55.000 Teilnehmer, der Eigendeckungsgrad des Belvedere, das über 25,5 Millionen Euro Gesamtbudget verfügte, betrug 58 Prozent. 35 Projekte (Ausstellungen und Interventionen) wurden gemacht, 31 Publikationen herausgegeben. Das Ankaufsbudget betrug 2015 erstmals eine Million Euro, 154 Ankäufe wurden damit getätigt. Für die Renovierungsabteilung wurde eine digitale Röntgenanlage (laut Belvedere erst das zweite derartige Gerät im weltweiten Einsatz) angeschafft. Die wissenschaftliche Arbeit des Hauses auch im Internet attraktiv zu vermitteln ist eines der Ziele von Vizechef Alfred Weidinger: “Wir wollen die Wissenschaft sexy machen.”

Die Wotruba-Stiftung wird noch im Jänner dem Belvedere übertragen, das Museum übernimmt damit die Verwaltung des gesamten Stiftungsvermögens. Der neue Vorstand besteht aus Husslein-Arco, Harald Krejci und Ernst Ploil.

Das Ausstellungsprogramm für 2016, für das erstmals eine Belvedere-Jahreskarte für 39 Euro aufgelegt wird, reicht von Rudi Stanzel (ab 12.2.), Max Kurzweil (ab 10.5.) und Tina Blau (ab 1.11.) im Oberen Belvedere, über “Kubismus – Konstruktivismus – Formkunst” (ab 10.3.), “Sünde und Secession – Franz von Stuck in Wien” (ab 1.7.) und “Biedermeier Extended. Waldmüller und die Malerei seiner Zeit” (ab 21.10.) im Untere Belvedere bis zu Johann Peter Krafft, einer von Monika Faber kuratierten Schau “Wer hat Angst vor Fotografie? Der Umgang mit dem neuen Mediumvon Makart bis Klimt” (ab 17.6.) und Hubert Scheibl (ab 9.11.) in der Orangerie.

Fokus auf das 21er Haus

Auf das 21er Haus, dessen rund 1,2 Mio. Euro Defizit Husslein-Arco nicht erschüttert (“Das wussten wir schon immer”) wird heuer “ein großer Fokus gesetzt”. Für erhöhte Attraktivität beim Publikum sollen Namen wie Ai Weiwei, Maria Lassnig oder Franz West sorgen. In der Sommerausstellung “translocation – transformation” wird der chinesische Konzeptkünstler ab 14.7. einen großen Ahnentempel aus der späten Ming-Dynastie im 21er Haus rekonstruieren und so die beiden Bauwerke in einen Dialog treten lassen. Dazu gibt es u.a. im Garten große Skulpturen von Ai Weiwei.

Hans Ulrich Obrist und Axel Köhne kuratieren eine Ausstellung von Arbeiten Maria Lassnigs, die sich mit der Mythologie der klassischen Antike beschäftigen (ab 10.6.), Alfred Weidinger gestaltet eine Werkschau von Oswald Oberhuber (ab 9.3.), und ab 7.12. sollen “Franz West & Co” ins 21er Haus locken.

Dazu kommt mit “Abstract Loop Austria” ab 28.1. “eine konzentrierte Gruppenausstellung” von Marc Adrian, Richard Kriesche, Helga Philipp und Gerwald Rockenschaub, Edgar Honetschläger zeigt ab 19.2. sein jüngstes Filmprojekt “Los Feliz”, das mit einer Serie großformatiger Zeichnungen ergänzt wird, ein Projekt mit der TU Wien widmet sich dem Wohnraum der Zukunft (“Wohnen, Now What?”, ab 21.6.) und eine Sammlungspräsentation legt ab 5.11. einen Schwerpunkt auf Cornelius Kolig. Die Wotruba-Räume im Untergeschoß werden mit “Edgar Knoop – Subway 813” und “Rück-Blick: Kinetika 1967” bespielt.

Husslein-Arco: Zukunft des Belvedere gesichert

Von Tobias Natter kuratierter “Fürstenglanz” erwartet die Besucher ab 18.3. im Winterpalais, wo US-Künstler Sterling Ruby ab 7.7. Arbeiten der vergangenen zehn Jahre zeigen wird.

Wenn es nach Husslein-Arco geht, ist auch die weitere Zukunft des Belvedere gesichert. Bei der in den nächsten Monaten fälligen Ausschreibung werde sie sich wieder bewerben, versicherte die Direktorin auf Nachfrage. Dass es auch hier künftig eine Doppelspitze mit einer kaufmännischen Geschäftsführung geben wird, macht ihr kein Kopfzerbrechen: “Frau Gruber wird sich bewerben. Sie macht das schon bisher ganz hervorragend. Da wird sich nicht sehr viel ändern.”

(APA, Red.)

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