Baustelle Knoten Prater: Abbruch-Schiff soll Bauzeit um zehn Monate verringern

Der Einsatz eines Abbruch-Schiffes ist in Österreich einzigartig.
Der Einsatz eines Abbruch-Schiffes ist in Österreich einzigartig. - © APA (Sujet)
Durch den Einsatz eines modernen Abbruch-Schiffes für den Abriss der Erdberger Brücke soll die Bauzeit bei der derzeit größten Tangenten-Baustelle – der Umbau beim Knoten Prater (A23) – um zehn Monate verkürzt werden, so die Asfinag am Donnerstag.

“Wir gehen innovative Wege zur Entlastung unserer Kunden”, sagt Asfinag Vorstand Alois Schedl, “der Einsatz dieses Schiffes ist in dieser Form in Österreich einzigartig.”

Ursprünglich war die Fertigstellung des Knoten-Umbaus für Ende 2017 geplant. Nun kann bereits Anfang 2017 ein neuer Knoten Prater für den Verkehr frei gegeben werden. Für die deutliche Bauzeitverkürzung investiert die Asfinag zwei Millionen Euro. “Das ist sehr gut investiertes Geld um die Verfügbarkeit dieses enorm wichtigen A23/A4 Knotens so rasch wie möglich wieder vollständig zu gewährleisten”, so Schedl.

Asfinag setzt auf “kreatives Bauen”

Baustellen in Wien mit einer Verkehrsbelastung von knapp 200.000 Fahrzeugen pro Tag sind eine besondere Herausforderung. Für die Asfinag gilt daher: Aufrechthalten aller Fahrspuren untertags, rasches Bauen und Realisieren von Innovationen, dort wo es möglich ist. Damit das gelingt, setzt man auf “kreatives Bauen”.

Was dahinter steht ist einfach erklärt: “Wir von der Asfinag wollen für unsere Kunden das Beste herausholen. Deshalb schaffen wir für die Auftragnehmer entsprechende Anreize”, so Schedl, “wenn Innovationen oder andere Ideen der ausführenden Firmen dazu beitragen, Baustellen früher abzuschließen, dann goutieren wir das, weil es letztendlich den Autofahrern zu Gute kommt. Das dieser Weg der richtige ist, zeigt uns die zehnmonatige Bauzeitverkürzung bei der Neugestaltung des Knoten Prater.”

Abbruch-Schiff soll Erdberger Brücke abreißen

Zum Einsatz kommt das Abbruch-Schiff von Sonntag, den 19. April bis Donnerstag, den 23. April. “Wir arbeiten mit einer schwimmenden Arbeitsplatte die mit einem speziellen Aufsatz versehen ist”, erklärt Alexander Walcher, Geschäftsführer der Asfinag Bau Management GmbH, “damit schaffen wir es in nur drei Tagen, den kompletten Brückenmittelteil abzutragen, zu zerkleinern und abzutransportieren.”

Beim konventionellen Abbruch muss über dem Donaukanal ein Schutzgerüst aufgestellt werden, der Abtrag der Brücke ist nur in kleinen Schritten möglich und der Abtransport des Abbruchmaterials nur mit Lkws zu bewerkstelligen. “Das Schiff das wir jetzt einsetzen, stützt die Brücke während der Abbrucharbeiten. Links und rechts des Schiffes sind Schuten, also Auffangvorrichtungen für den Schutt. Das bringt in Kombination mit der schnelleren Herstellung der neuen Tragwerke letztendlich den Zeitvorteil von fünf Monaten pro Tragwerk”, so Walcher.

Der Einsatz eines Stelzenpontons als Unterstellung (Auflage für den Abbruchteil der Erdberger Brücke) ist einzigartig in Österreich. Ebenso wie der Einsatz im Donaukanal, für den eine Sondergenehmigung durch die oberste Schifffahrtsbehörde notwendig war.

Sperren wegen Brücken-Abbruch

Ähnlich einer Sondertransport-Genehmigung für überbreite oder überschwere Lkw-Transport auf Autobahnen und Schnellstraßen. Das Abbruch-Schiff nimmt mit zwölf Metern Breite und mehr als 90 Meter Länge die gesamte Breite des Donaukanals ein. Während der dreitägigen Abbrucharbeiten bleibt daher der Schiffverkehr am Donaukanal gesperrt.

Die Brückenteile oberhalb der A4 Ostautobahn werden am 1. Mai-Wochenende abgetragen. Dafür wird vom 1. Mai bis zum 3. Mai die A4 unterhalb der Erdberger Brücke in beiden Richtungen gesperrt. Die Ab- und Auffahrten auf und von der A23 bleiben aufrecht.

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